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Ally Condie: Cassia & Ky 01. Die Auswahl, Fischer TB € 9,99

In Cassias Welt ist alles organisiert: Es gibt vorgeschriebene Kleidung, zu den Mahlzeiten geliefertes Einheitsessen, durch Tests herausgefundene Jobs - und durch die Paarung wird jedem Menschen ein Partner zugeteilt. So etwas wie eigene Entscheidungen gibt es nicht wirklich, bis auf die Wahl des Kleides beim großen Paarungsbankett und des Essens beim Abschiedsbankett, dem 80. Geburtstag, des gleichzeitig der vorgeschriebene Todestag ist. Cassia ist 17 und beim Paarungsbankett wird ihr ihr bester Freund Xander zugeteilt. Doch als sie die Informationen zu ihrem Partner, die man beim Bankett bekommt, lesen möchte, erscheint auf dem Computerbildschirm das Gesicht von Ky, der auch in Cassias Siedlung lebt. Jetzt hat Cassia zum ersten Mal den Wunsch, den Partner selbst wählen zu können - denn sie verliebt sich.

Wunderschöne Liebesgeschichte gegen alle Regeln und in einer ganz neuen Welt. Zwischendrin gibt es ein paar Stellen, die etwas langweilig sind, aber das passt auch wieder zur Geschichte, zum System, das einem doch irgendwann recht eintönig vorkommen muss. Ein weiterer Faktor der interessant ist, ist die absolute Macht der Regierung: sie bestimmt alles. Sie kontrolliert deine Träume und überwacht einfach alles was du tust (ich fände es schrecklich zu wissen, dass jemand das bei mir macht!). Die Handlung ist für mich total logisch, weil sich ja einmal irgendjemand wehren muss und selbst wenn sich niemand daran erinnert, dann hat man es wenigstens versucht. Cassia und Ky versuchen es, indem sie mit der Hand schreiben, verbotene Gedichte lesen und sich eben verlieben. Ich habe es sehr gerne gelesen und werde ganz sicher auch den zweiten Band lesen - da es leider ein zu offenes Ende ist, als dass ich ohne eine Fortsetzung der Geschichte zufrieden wäre. Kathi, 16 Jahre
Der Umschlag fühlt sich klebrig an, die Glaskugel darauf ist nackt und steril. Das Mädchen von unschuldig weißem Satin umhüllt, gefangen im Rund, in einem aalglatten Leben ohne Ecken und Kanten ohne Eigensinn, ohne Bürde einer Vergangenheit und Entscheidungpflicht für die Zukunft?
Der Umschlag gibt recht gelungen den Inhalt des Buches wieder. Die Leichtigkeit einer großen Liebe, eine Gesellschaft ohne Gedächtnis, Kulturgut und Individualität. Cassia braucht ein ganzes Buch zu begreifen, dass es sich so nicht leben lässt. Nun ja. Ein wenig zäh und wiederholungsreich. Sinntragende moralische und appelarische Passagen kursiv hervorgehoben wacht dann auch der letzte Leser auf und begreift, dass das Leben nicht als Planwirtschaft funktionieren kann, dass das, was vermeintlich lebenswert erscheint von einem diktatorischen Staat ausgeht. Ein wenig unklar bleibt, wie das Leben im Detail in dieser Gesellschaft funktioniert und wie man sich alles im Raum vorzustellen hat.
Science Fiction light für alle Fans von ZweiundDieselbe. Katrin Rüger