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Philipp Collin: Das Spiel. Die Brüder Werner, Splitter Verlag 2020 € 25,00

Die Brudergeschichte, von der hier zwischen Fussballweltmeisterschaft 1974, dem legändären Spiel DDR-BRD und Stasi-Bespitzelung erzählt wird, offenbart ein deutsch-deutsches Familienschicksal, ein Lehrstück des Kalten Krieges. Die kompakte, bildmächtige, personenreiche Graphic Novel versucht Kommunismus versus Kaptalismus, mal rotzig, mal ideologisch phrasiert gegeneinander auszuspielen und weckt Erinnerungen an eine Zeit, in der unter dem Boden immer noch ein Boden lag und man tief fallen konnte.Historisch holzschnittig und im rasanten Mix von Sport, Konsum und Politik ist sie ein kurzweiliges Lehrstück, für junge Menschen oder all die, die es noch einmal wissen wollen.
Die beide Jungs, Konrad und Andreas entkommen als Kinder in den letzten Kriegstagen der sowjetzschen Besetzung Berlins und landen in Leipzig. Auf sich allein gestellt kletten sie aneinander. Konrad, der Ältere kümmert sich um Andreas, den Jüngeren. Als er zu Beginn der 50er Jahre mit den für seinen kranken Bruder gerade entwendeten Medikamenten erwischt wird, wählt Konrad nicht die Haft sondern dem Eintritt  in den Dienst der Staatssicherheit. Bald wird er seinen Bruder mit sich ziehen und sozialistische Phrasen prägen ihr Denken. Sie steigen zu Stasispitzeln auf und auch die Stasi spielt ihr Spiel. 1974 sehen sie sich nach Jahren der Trennung ausgerechnet beim legändären Fussballspiel BRD-DDR wieder. Der Einsatz für die gleiche Sache verknüpft sie und doch stehen sie seit Jahren auf verschiedenen Seiten. Sollte einer seine Meinung ändern, hängt auch der andere mit drin. Nicht die ideolgoische Einstellung, das Vertrauen steht auf der Bewährungsprobe.