Packendes Romansachbuch

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Peer Martin: Hope. Es gibt kein zurück. Du kommst an. Oder du stirbst, Dressler Verlag 2019 € 20,00

Die Leser begleiten den junger kanadischer Backpacker Mathis und ein somalisches Kind auf der Fluchtroute von Johannesburg nach Quebeck. Dabei begegnet ihnen die raumgreifende Zerstörung der Welt, die Gier der Menschen, die daraus resultierende Gewalt und die damit zusammenhängenden Fakten des Klimawandels. Peer Martin lässt Mathis Geschichten sammeln und vernetzt dabei unser Wissen über Ursachen und Wirkungen, über die Zusammenhänge auf unserer Welt zu einem  starken „Romansachbuch“. Für Fridays for Future Fans und solche, die es werden wollen.

Freundschaft per Email

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Holly Goldberg Sloan, Meg Wolitzer: An Nachteule von Sternhai, Hanser Verlag 2019 € 17.-

Avery Blom ist ein ganz normales, schlaues Mädchen mit einem alleinerziehenden, schwulen Vater. Eines Tages erhält sie eine Email der ihr unbekannten Bett Devlin, die behauptet ihre beiden Väter wären ein Paar. Nun wollen die Väter ihre Mädchen zusammen in ein Feriencamp schicken, damit sie Freundinnen würden. Und das wollen Avery und Bett um alles in der Welt NICHT. Für Avery ist das zuerst ein Schock, aber vielleicht wäre es doch möglich, eine neue Freundin zu finden.
Ich finde dieses Buch fantastisch, da die beiden in ihren Persönlichkeiten so verschieden sind, sich in ihren Problemen und Hindernissen aber auch ähneln. Außerdem ist es faszinierend, wie die beiden Autorinnen es geschafft haben, zusammen eine so spannende Geschichte zu schreiben. Unbedingt lesen! (das macht auch "Nicht"-Lesern Spaß)

Ein Album verschwundener Dinge

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Till Penzek, Julia Neuhaus: Als die Großen klein waren. Ein Album verschwundener Dinge, Nilpferd Verlag 2019 € 16,95

Wisst ihr noch, liebe Eltern, wie unser erstes Spiel an einem Bildschirm aussah? Es nannte sich "Pong" und war so eine Art Tennis mit eckigem Ball, der sich von Seite zu Seite bewegte, wobei man wie gebannt auf den Fernseher starrte und versuchte den weißen Strich am Rande auf und ab zu bewegen. Das war der Tennisschläger, der den Ball zurückleitete. Es war so langweilig, dass man freiwillig nach einer gewissen Zeit lieber wieder "richtiges Fernsehen" schaute. Das Fernsehprogramm hatte schon Farbe und man konnte zwischen drei Sendern wählen. Wollte man eine Sendung schauen, musste man pünklich auf dem Sofa sitzen. Der 24 bändige Brockhaus füllte im ersten Stock des Hauses ein ganzes Regal. Er war die Quelle allen Wissens. Musik bannte man vom Radio auf Kassetten, Filme etwas später auf Videokassetten. Den Bandsalat wickelten wir mit einem Bleistift wieder hinein, in die Kassette. Bei den langen Diaabenden unserer Eltern interessierten uns weniger für die Bilder und mehr für das Knabberzeug, dass es sonst nie gab. Das Buch erzählt sparsam und  auf den Punkt gebracht, mit viel Raum für eigene Bilder, von Mediennutzung, Informationstransfer und Gesprächsaustausch. Nostalgie kommt da sicher nicht auf, doch ein gemächlichen Familienalltag, der doch noch gar nicht so lange her ist, rückt in den Fokus. "Wisst ihr noch, warum das Metall nebem dem Geldeinwurf in einer Telefonzelle immer so stark abgerieben war?" Natürlich!

Bitterer Kampf um ein Tropfen Wasser

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Neil und Jarrod Shusterman, Dry, Fischer Verlag 2019 € 15,00

Apokalyptische Settings in Amerika sind jedem bekannt. Aber dieses Buch lebt davon, dass ständig Unerwartetes passiert. Südkalifornien ist der Wasserhahn abgedreht.  Alles, was geschieht, geschieht zeitversetzt. Die Menschen reagieren. Auf Nachbarn, die das letzte Wasser wollen, das du besitzt. Auf die Flinte, mit der du bedroht wirst und besser abhaust. Auf das verloren Gehen der Eltern bei der Suche nach Wasser. Der Leser folgt vier jungen Leuten, die aus Gründen zusammen kommen, die mit dem Überleben zu tun haben. Man hetzt mit ihnen durch ein vertrocknetes Land, spürt den Durst und hofft auf eien guten Ausgang. Denn alles andere wäre eine wirkliche Katastrophe.

30 Jahre Mauerfall – Gespräche im Miteinander 13. April – 7. Juni 2019

Vor 30 Jahren, am 9. November 1989, fiel die Mauer, die zur Teilung Deutschland führte, Familien trennte und vielen die Freiheit nahm. Was können wir erzählen, vom Leben mit der Mauer? Wir wollen anregen, Geschichte zu teilen und wieder in Erinnerung zu bringen. Dazu präsentiert der Buchpalast von Mitte April bis Ende Mai eine Ausstellung mit Rätselralley und vier Veranstaltungen. Wir zeigen Originalillustrationen von Horst Klein aus dem Buch Hübendrüben, präsentieren Bilder, Zeugnisse und Kurioses, das wir bei unseren Familien und unseren Kunden gesammelt haben. Zum Entdecken, Anfassen, Staunen & Fragen, Bücher lesen und zur Gesprächs- und Leseanregung für Groß und Klein.

Auf den Spuren der Erinnerung

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Clare Furniss: Morgen ist heute schon vorbei, Rowohlt Rotfuchs 2019 € 14,99

Sicherheitshalber macht Hattie drei Schwangerschaftstest. Das Ergebnis aus der Hingabe einer Nacht ist eindeutig, der Vater dieses zukünftigen Kindes weit weg, die Selbstverständlichkeit das Kind abzutreiben steht fest in ihrem Kopf. Ihr Mut, zur Tat zu schreiten, ist noch nicht gefasst. Er wird verdrängt, von einer vergessenen Verwandten, einer Schwester iher Großmutter. Keiner der beiden giert nach Kontakt und doch hofft Hattie von dieser alten Frau etwas über ihren eigenen Vater in Erfahrung bringen zu können. Wenn dann jetzt, denn Gloria wird dement und beginnt zu vergessen. Gloria erzählt Hattie Unerwartetes. Die beiden verbindet die ungewollte Schwangerschaft.  Unverheiratet schwanger war damals vollkommen undenkbar, noch dazu, wenn das Kind eine andere Hautfarbe haben sollte. Stück für Stück eröffnet Gloria eine Geschichte, die Dramatik gewinnt und mehr und mehr den Atem nimmt. Erst gegen Ende entdeckt man die Liebe, das Leid und die Erstarrung in Sprachlosigkeit,  den Mut, der Entscheidungen stützt und  sich an ganz unerwarteten Stellen auftun wird. Funiss komponiert ein Frauenschicksal aus den 50ern und eins in heutigen Zeiten zu einem packenden, vielschichtigen Roman. Viel hat sich seit dem geändert und einiges gar nicht, denn die Entscheidung einer jungen Frau, ihr Kind zu behalten hat mehr mit dem Herzen zu tun, als mit dem Verstand. Wie weitreichend diese Entscheidung ist und über Generationen hinweg Wege eröffnet, können LeserInnen hier gewahr werden. Beeindruckend!

Grandios!

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Jason Lutes: Berlin. Gesamtausgabe, Carlsen 2019 € 46.-

Heute steht die Weimarer Republik im Fokus und hält für so manchen Vergleich zur heutigen Zeit her. Lutes begann dieses, zwanzig Schaffensjahre umfassende, Werk 1994. In symphonischer, atemraubender Manier hat das Leben in der Großstadt Berlin zwischen 1928-1933 auf 550 opulente Seiten gebannt. Da ist Marthe. Sie flüchtet vor einer arrangierten Heirat in ein Kunststudium nach Berlin. Im Zug lernt sie den Journalisten Kurt Severing kennen, der ihr in der fremden Stadt die ersten Schritte erleichtert. Er arbeitet für Ossietzkys Weltbühne, mit Ringelnatz als Freund an seiner Seite. Marthes Liebe zu Severing wird zum beständigen Auf und Ab und bald durch eine neue Tonart erweitert. In der Kunstschule lernt sie Anna kennen. Ein junge Frau, die sich als Mann kleidet und fühlt. Die ganze Stadt ist in Bewegung. Eine Zeit am Abgrund. Eine Zeit in der sich Hass und Gewalt formieren. Eine Zeit, die atemlos macht. Und sprachlos. Eine Zeit, in der Severking an der Macht seiner Worte zu zweifeln beginnt und doch sind es Worte, die hetzen, verbünden, trennen und aufzuwiegeln verstehen.  Weitere Geschichten kreuzen den Weg.  Da ist Sylvia. Ihre Eltern sind Arbeiter. Mit dem Arbeitsplatzverlust der Mutter trennen sie sich und teilen die Kinder auf.  Gudrun stirbt bei einer Demonstation der KPD auf der Straße. Sylvia wird sich auf der Straße durchschlagen und selbst zur Kommunistin. Eine zeitlang gewährt ihr eine jüdische Familie Unterschlupf. Ihr Vater und ihr Bruder werden Anhänger der Nationalsozialisten. Da ist Margarethe, einst Severkings Geliebte. Sie kommt aus großbürgerlicher, industrieller Welt, die sich am Ende ebenso mit Hitler verbünden wird.  Vor großartig eingefangener Stadtkulisse in scharfem schwarzweiß, zwischen gleißendem Licht und erbarmungslosen Schatten zeichnet Lutes laute und stille Lebensdramen, politische Umbrüche, Untergang und Hoffnungsschimmer und eine sich mit Angst füllende, widersprüchliche, bald berstende Welt. Diese graphic novel bietet viele Ebenen. Man kann sie wieder und wieder lesen und Neues entdecken. Die Gesamtausgabe umfasst die drei Einzelausgaben in größerem Format und wurde um Erklärungen zu Bauwerken und Plätzen der Stadt, sowie Skizzen und einem Interview mit Jason Lutes ergänzt. Sie ist ein Schmöker, ein Gedicht. Sie ist absolut lesenswert.

Von Wind und Regen, von Feuer und Macht

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Jennifer Alice Jager, Windborn - Erbin von Asche und Sturm, Arena 2019 €18,00

Eine atemlose Geschichte. Der Leser reitet mit der Wolkenstürmerin Ashara über den Sand der Wüste, bekämpft mit Wind das Feuer der Funkenmeister und tanzt mit Windwirbeln vor dem mächtigsten Feind des Landes, den Skar. Und damit befindet er sich auch gleich mitten in dem tragischen Kampf um Wasser, das zum Überleben so notwendig ist, um die Liebe, die Ashara in einem hoffnungslosen Moment unerwartet begegnet, und im Kampf gegen das Böse. Genauso funktioniert gute Fantasy. Und doch wird man von der Autorin mit neuen Bildern überrascht. Bildern voller Kargheit von Wüste und Felsdörfern, aber auch Bilder von abendländischer Exotik.

Alex Wheatle im Gespräch mit Jugendlichen über Gewalt in der Jugendliteratur

Die Jugendlichen leben zwischen Traum und Trauma, in sozialer Armut und Gewalt. Familie zerfällt. Freundschaften sind das Leben. Beziehungen sind die Welt. Wheatles erzählt in seiner Trilogie vom Spiegel ihrer Seele. Leidenschaftlich und aus eigener Erfahrung schildert er das Gangsterleben, mal aus Sicht der Jungen, mal aus der der Mädchen. Er gibt allen eine eindrucksvolle, unverwechselbare Stimme.

24. September 2019, 18:30 Uhr: Premierenveranstaltung mit Lutz van Dijk: Bis bald, Opa.

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Lutz van Dijk: Bis bald, Opa. Peter Hammer Verlag 2019 € 14.-

Wie gewöhnlich fährt Daniel in den Winterferien zu seinem Opa Anton. Dieser lebt bei Kaptstadt in Südafrika. Das war schon immer so, solange Daniel denken kann. Doch in diesem Jahr bekommt Daniels Mama kurz vor seiner Abreise einen alarmierenden Anruf. Opa Anton liegt im Krankenhaus.  So schließen sich Mamas neuer Freund und seine Tochter der Reise mit an. Kaum gelandet, umfängt die kleine Patchwork-Familie die Farbigkeit eines südafrikanschen Sommers, die Sprachenvielfalt des Landes, das pralle Leben, in deren Mitte die besondere Familiengeschichte Daniels steht. Gekonnt jongliert der Autor in seiner Geschichte mit der Vorbereitung eines Abschiedes. Eine Liebeserklärung mit dem festen Glauben an die Kraft des Miteinanders im Leben.

Mit Stefan Zweig im Gepäck

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Oliver Hintze, Susanne Krones: Tonspur. Wie ich die Welt von gestern verließ, dtv TB € 14,95

Dreistimmig lockt Olaf Hintzes Tonspur in das Reich seiner Erinnerungen. Mit seiner eigenen, im Buch in wörtlicher Rede gehaltenen Stimme, einer vorsichtig und sorgsam zu nennenden Annäherung seiner Chronistin Susanne Krones und jenen, immer wieder aufs Neue ergreifenden Zitaten aus Stefan Zweigs Welt von Gestern taucht vor unseren Augen ein Land wieder auf, dass 30 Jahre nach seiner Auflösung beginnt in Vergessenheit zu geraten. Hintze, aufgewachsen im Erfurtder 70er und 80er Jahre, entdeckte die Kraft und Sogwirkung von Büchern und Musik.

Die Herausfordung des eigenen Lebensweges

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Gabriele Clima: Der Sonne nach, Hanser Verlag 2019 € 14.-

Sozialstunden sollen den unüberlegt agierenden Dario lehren auf den richtigen Weg zu gelangen und zu tun, was man von ihm verlangt. So lernt er den vollkommen von Pflege abhängigen Andy kennen. Dieser kann sich weder bewegen noch sprechen und sitzt im Rollstuhl. Damit gehört er für Dario zur Gruppe der Behinderten.  Aber nein, er ist ein Mensch mit besonderen Fähigkeiten. Doch diese sprachliche Gleichstellung wird von seiner Betreuerin nicht gelebt. Sie behandelt Andy wie ein Baby und bemerkt dabei: er sei doch "kein normaler Mensch". Sie hält ihn für einen Idioten, das spürt Dario sofort, denn auch ihn hält man für eine Niete. Unkompliziert, dirket und immer ein wenig rebellisch, wie Dario so ist, nimmt er den Rollstuhl samt Andy unter den Arm und schiebt damit, mal wieder ohne einen Gedanken an die Konsequenzen zu verschwenden, einem Abenteuer entgegen.

Mit Witz und gutem Spürsinn

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Nancy Springer: Der Fall des verschwundenen Lords. Ein Enola Holmes Krimi. Knesebeck 2019 € 15.-

Die 14-jährige Enola Holmes, Schwester des berühmten Sherlock Holmes, ist an der Seite ihrer Mutter, einer wahren Frauenrechtlerin, auf dem Familienanwesen groß geworden und hat jede Menge Freiheiten genossen. Ihr Leben hätte ewig so weiter gehen können, wäre die Mutter nicht von einem Tag auf den anderen verschwunden und Enolas Brüder aufgetaucht. Sie sind geradezu schockiert über den Zustand des Anwesens, noch mehr über Enolas mangelnde und ihrer Stellung nicht entsprechende Erziehung und beschließen, dass sie in einem Internat bestens aufgehoben sein würde. Enola lässt sich jedoch nicht so einfach verbiegen. Heimlich macht sie sich auf den Weg nach London, um ihre Mutter zu suchen. Einige versteckte Hinweise bringen sie zu der Annahme, dass die Mutter auch nichts anderes gewollt hatte.. Während ihrer Flucht  - verkleidet als Witwe, wie es sich für eine echte Detektivin gehört - wird Enola prompt in den Fall des vermeintlich entführten jungen Lord Tewkesbury verwickelt. Sie hätte wahrlich nicht geahnt, dass sie sich so schnell ihrem ersten großen Abenteuer in London gegenüber sieht. Mit einer Portion Herzklopfen, Ideenreichtum, zudem jeder Menge Mut meistert sie die Situation, und eines ist für Enola fortan klar: sie wird eine Menschenfinderin werden und weitere Detektivfälle übernehmen. Die jungen Leser folgen Enola in das Jahr 1888, eine Zeit, in der Kindern und Frauen noch wenig Mitspracherecht, geschweige denn, die Möglichkeit der Selbstverwirklichung zugestanden wird. Genau darum ist die über sich selbst hinauswachsende Enola Holmes so liebenswert als Figur, und als Detektivin nicht weniger originell wie ihr großer Bruder Sherlock.

18. Mai 2019, 15:00 Uhr: Der erste Deutsche im All. Zu Gast Sigmund Jähn

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Maja Nielsen: Kosmonauten. Mit 20.000 PS ins All. Gerstenberg Verlag € 12,90

Der menschliche Versuch, nach den Sternen zu greifen, wurde vom Wettlauf zweier Großmächte, dem kalten Krieg in dem sie sich befanden, angekurbelt. Und abhängig davon, ob man als Kind in West oder Ost groß wurde, heißen die Helden des Weltraums Neil Armstrong oder Jury Gagarin, Ulf Merbold oder Sigmund Jähn. Die sowjetische Raumfahrt hatte in einigen Punkten die Nase vorn. Sie schickte den ersten Menschen überhaupt in die Erdumlaufbahn und auch der erste Deutsche im All, Sigmund Jähn, war Bürger der DDR, ein Kosmonaut. Maja Nielsen spürt  in ihrem Buch  diesen ersten Weltraumabenteurern, den Kosmomauten, nach und erzählt packend für Kinder und Erwachsene über eine noch heute faszinierende, historische Zeit.

Auf den Spuren jüdischen Lebens

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Mirjam Pressler: Dunkles Gold, Beltz & Gelberg 2019, € 17,95

Das letzte Buch der im Januar 2019 verstorbenen Autorin Mirjam Pressler setzt sich eindringlich mit dem Umgang, den Vorbehalten, den verschiedenen Gedanken, die wir gegenüber Menschen mosaischen Glaubens hegen, auseinander und dreht dabei unverzichtbare Fragen in den Köpfen ihrer Protagonisten: Sind jüdische Menschen bessere Menschen, nur weil sie Juden sind und ihnen im Lauf der Geschichte viel Unrecht, Leid, Vertreibung und systematische Ermordung zugefügt wurde? Warum kann der Antisemitismus nicht endlich enden? Wie steht es heute mit unserer Schuld ? Pressler führt ihre Leser über den Fund eines Goldschatzes in Erfurt zwischen dem Hier und Jetzt und dem Mittelalter hin und her.

Einfach Müll?

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Gerda Raidt: Müll, Beltz &Gelberg 2019

Spannend, wissensprall und eine gelungene Vorleselektüre: Ehe man sich's  versieht, sind Leser, Vorleser und Zuhörer abgetaucht, in den Müllbergen unserer Zivilisation. Mal lässt uns die Autorin archäologisch gründeln, mal gegenwärtig, sortiert nach Materialien, in den Mülltonnen vor dem Haus, auf dem Wertstoffhof oder auf den Müllkippen in Indien und Südamerika. Werden und Vergehen wäre dabei der natürliche Kreislauf der Natur. Ein Weg, den auch unser Müll bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts fast vollständig genommen hat. Heute sieht das anders aus.  Aus entsorgtem Plastik ist im Meer ein nicht abbaubarer Teppich geworden, der unerwünscht in alle Lebenskreisläufe dringt. Wie können wir das Mikroplastik wieder aus der Welt schaffen? Und wie nachfolgende Generationen vor Atommüll warnen, der viele Menschenleben braucht, sich in unschädliche Bestandteile zu zersetzen. Müll ist nicht für jeden gleich Müll. Aus Müll kann man auch Neues schaffen, unnötige Verpackung kann man meiden. Am Ende stehen einige ratsame Tipps, die Sache mit dem Müll aktiv anzugehen. Hier können auch Grundschulkinder schon mitmachen. Ihnen  überlassen wir schon heute unseren Müll. Lasst uns also darüber reden, wie wir den nicht recyclebaren Müllberg möglichst klein halten können!

Im Würgegriff des Überwachungsstaates

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Grit Poppe: Schuld, Dressler Verlag € 9,99

Jana wächst in einem partei- und linientreuen Elternhaus auf. Gerade ist sie in eine schöne Villa am Stadtrand Berlins gezogen. Ihr Vater hat die Leitung eines Hotels übernommen. Neben ihr in der neuen Klasse sitzt Jakob. Seine Eltern haben einen Ausreiseantrag gestellt. Er gilt als Einzelgänger. Besser man hat keinen Kontakt zu ihm. Die beiden Außenseiter finden sich und Jana lernt die Welt Jakobs kennen, erst naiv, dann erstaunt und am Ende gefangen in vielen widerstreitenden Gedanken, in denen sie sich fast selbst verliert.

Auf der falschen Spur

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Simon Mason: Running Girl, Rowohlt Rotfuchs 2019 €14,99

Dieses Jugendbuch bedient alles, was ein guter Krimi braucht: eine Leiche, ein interessanter Kommissar - Inder, jung und noch wenig erfahren in seinem Job, aber dafür mit umso mehr Ehrgeiz - eine Stadt, in der Arbeitslosigkeit, Glücksspiel und Kriminalität kein Fremdwort sind, und viele ungelöste Fragen. Genau mit diesen Fragen beschäftigt sich der 16-jährige Garvie, ein gelangweilter Schüler, der seiner Mutter trotz seines überaus hohen IQ´s den letzten Nerv raubt, und rein zufällig auch Ex-Freund des Mordopfers ist. Statt sich auf seine Abschlussprüfungen zu konzentrieren, ermittelt er auf seine eigene Weise, kombiniert Informationen, stellt die richtigen Fragen und ist dem Kommissar Singh ständig ein Dorn im Auge. Nach zwei falschen Verdächtigen, jeder Menge Ärger wegen fehlender Ermittlungserfolge und dazu die kryptischen Hinweise von Garvie, bringen den Kommissar endlich ans Ziel. Der Leser hat über lange Strecken mitgefiebert, sich an der Lässigkeit und Lebensunlust des Sechzehnjährigen aufgerieben, um dann endlich auf den letzten Metern in einem großartigen Showdown mit Singh und Garvie mitzuzittern. Ein intelligenter und zugleich jugendlicher Krimi, der bis zuletzt fesselt.

Leben, denken, handeln. Wenn das Gewissen mit den Zähnen knirscht.

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Klaus Kordon: Krokodil im Nacken, Beltz & Gelberg TB € 9,95

Manfreds Kindheit wird vom Leben in Mutters Kneipe bestimmt. Oft stromert er durch die Straßen des östlichen Berlins und spielt in den Trümmerbergen, geht für die Mutter einkaufen am  S-Bahnhof Gesundbrunnen mit seinem westlichen Einkaufsparadies. Er verliert sich in der Welt der Bücher, entdeckt das Kino und das Theater. Die Kriegswitwe hat keine Zeit für Kindererziehung. Sie stirbt früh und Manfred wird als Spätwaise in einem sozialistischen Kinderheim erwachsen. Mitten in der Arbeit stehend holt er sein Abitur nach und macht ein Fernstudium, heiratet jung und bekommt zwei Kinder. Den geforderten Eintritt in die Partei, das politische Mitwirken am Aufbau des Arbeiter- und Bauernstaates den die DDR Diktatur erzwingt, wird von Lenz immer wieder erneut umgangen.

Für Demokratie und Menschenrechte

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Thomas Henseler, Susanne Buddenberg: Grenzfall. Ost-Berlin 1982: Ein Schüler rebelliert gegen die herrschende Politik, avant Verlag €14,95

Sie drucken ihre Zeitung, die sie Grenzfall  genannt haben, in wechselnden Verstecken. Anfangs in einer Auflage von 50 Exemplaren, später einige Hundert. Immer im Visier und auf der Flucht vor dem Überwachungsapparat der DDR, dem Ministerium für Staatssicherheit, für die sie sich mit ihrem Handeln und ihrer Meinung zu Staatsfeinden gemacht haben. Sie berichten von all dem, was in der DDR nicht laut gesagt werden darf und fordern die Menschenrechte ein: Das Recht auf freie Meinungsäußerung, Chancengleichheit in der Bildung, Versammlungs- und Reisefreiheit. Sie schreiben über die Umweltzerstörung durch den Braunkohleabbau und äußern sich gegen die Stationierung von Atomwaffen, einer Friedensinitiative, die sich in den 80er Jahren in beiden deutschen Ländern formiert.

Kinderalltag an der Mauer

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Katja Ludwig: Das Mauerschweinchen, cbj 2019 € 13.-

"Schwein gehabt", denkt Aron, als das Meerschweinchen an seinem improvisierten Gleitschirm über die Grenzanlage in den Westen Berlins segelt. Ein Meerschwein und die Berliner Mauer bilden den Mittelpunkt zweier Kindergeschichten, die vom Leben in den deutschen Ländern der 80er Jahre erzählen. Die Mauer führt quer über die Wolliner Straße und bildet die Begrenzung der kindlichen Welten. Arons Eltern wollen mit dem Westen nichts zu tun haben, aber Arons Oma besucht ihn regelmäßig. Als Rentnerin darf sie von Osten nach dem Westen reisen. Deshalb nennt Aron sie auch seine "Wandeloma". In Noras Mietshaus, auf der westlichen Seite wohnt auch eine Oma. Jeder nennt sie Oma Wirsing. Sie wandelt manchmal in umgekehrter Richtung, von West nach Ost, um sich die Haare preisgünstig in lila Locken legen zu lassen. Noras größter Weihnachtswunsch wäre ein Meerschwein gewesen, doch ihre Eltern wollen ihn ihr nicht erfüllen.

Eine wahre Geschichte

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Abdullah Al-Sayed, Kerstin Kropac: Geflüchtet. Zu Hause in Deutschland, daheim in Syrien, Arena 2018 €9,99

Abdullah ist 16, als er im Sommer 2015 Syrien und den Rest seiner Familie endgültig verlassen muss. Ein Leben in seiner vom Krieg verwüsteten Heimat ist kaum mehr möglich. Sein Vater wurde bei einem der täglichen Bombenangriffe getötet, sein Bruder ist aus dem Bus heraus verschleppt worden. Abdullah wird am Ende seiner Fluchtodyssee in einem Kinderheim in Deutschland landen. Hochmotiviert und in der Hoffnung auf eine Zukunft lernt er die deutsche Sprache, holt seinen Realschulabschluss und das Fachabitur nach. Seine Geschichte hat er mit Hilfe der Journalistin Kerstin Kropac aufgeschrieben. Der Text führt unaufgeregt und kompakt durch die Ereignisse seines Lebens und lässt keinen Zweifel daran: niemand flüchtet freiwillig oder aus Zeitvertreib oder, weil er es in einem fremden Land bequemer haben möchte. Dieser Text ist hervorragend als Schullektüre geeignet. Er gibt Flüchtlingen ein Gesicht und bietet einen guten Überblick über den Syrienkonflikt.

Katharina Orgaß & Gerald Jung: ein eingespieltes Übersetzerteam

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Gerald Jung und Katharina Orgaß haben das Buch  „Illuminae“ von Amy Kaufmann und Jay Kristof übersetzt. Das ist ein Sci-Fi-Roman über zwei Jugendliche, deren Heimatplanet zerstört wurde. Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert. Es sind die gesammelten Akten eines Gerichtsprozesses. „Illuminae“ ist das erste Buch einer dreibändigen Reihe. Es wurde von den Jugendlichen für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Freundschaft, stärker als die Diktatur

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Judith Burger: Gertrude Grenzenlos, Gerstenberg 2018 € 12,95

Ina lebt in der DDR. Als eine Neue in ihre Klasse kommt, merkt Ina sofort, dass sie anders ist als alle, die sie bisher kennt. Gertrude trägt Westklamotten, hat ein nettes Lächeln und schöne blaue Augen. Aber es gibt auch einen anderen Grund, weshalb sie nicht so ist wie die anderen. Ihr Vater schreibt Gedichte, die angeblich den Staat schlecht machen und deshalb verboten sind. Aus diesem Grund wird die Freundschaft von Gertrude und Ina nicht gerne gesehen. Nicht nur von den Lehrern, sondern auch von Inas Mutter, die ihr sogar verbietet, sich mit Gertrude zu treffen. Doch Ina überlegt sich einen Plan, um ihre Freundschaft zu retten.

Wer abholzt muss aufforsten

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Duncan Beedie: Willbarts Wald, Magellan Verlag 2018 € 14.-

Wenn der eifrige Förster mit seiner treuen Axt in den Wald geht, ist am Abend kein Baum mehr am Leben und ein wütender Vogel beschwert sich. Der Holzfäller bietet ihm Herberge in seinem Bart. Am nächsten Tag, der Förster verbrennt Äste und Zweige, schimpft ein Stachelschwein. Als er am dritten Tag die Stämme zum Sägewerk flösst, wütet der Biber. Mit den drei Waldtieren im Bart und im Bett lässt sich nachts kein Auge mehr schließen. So rasiert der Förster kurzerhand auch seinen Bart, in dem die heimatlosen Tiere Unterschlupf gefunden haben und schappt sich seine treue Schaufel, um neue Bäume zu pflanzen.

Von ungeahnten Gefahren und Helden in Not

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Kim Forester, Clans von Cavallon - Der Zorn des Pegasus, Arena Vlg. 2019 €15,00

In Cavallon herrscht Frieden seit sich die letzte Pegasusherde in die Wolkengebirge zurückgezogen hat. Doch ein überraschender Angriff auf die Freie Stadt, in der Menschen, Zentauren und Einhörner zusammenleben, lässt alle Schrecken der früheren Kriege aufleben. Alle sind sich einig, ob Einhörner, Zentauren, Menschen oder Kelpies, dass die Herde der Pegasus die Stadt angegriffen hat. Nur der Zentaur Lysander, der gerade zu den Chronisten Cavallons berufen wurde, hört den Menschen wirklich zu. Seine Berichte verschwinden allerdings, niemand will hören, dass es noch eine andere Bedrohung geben könnte.

Selbstverständlich, neugierig, souverän. Ein Krimi zum Anbeißen.

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Rieke Patwardhan: Forschungsgruppe Erbsensuppe, Knesebeck Verlag 2019 € 13.-

Lange schon hat sich Nils Klasse einen Flüchtling gewünscht. Als die Lehrerin ihnen Lina ankündigt, glaubt Evi, sie käme aus Schweden. Evi ist nicht gerade auf den Mund gefallen und ein wenig grobmotorisch. Eine Außenseiterin. In der Klassenbande der 22 Fragezeichen will sie keiner haben. Auch der stille Nils war am Tag der Bandengründung krank. So bleibt ihm nichts anderes übrig, als Evis Wunsch nachzukommen und mit ihr eine zweite Bande zu gründen. Die Bandenaufgabe ist bald gefunden: Linas Integration.

Leichtigkeit des Seins

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Lena Hach: Grüne Gurken, Mixtvision 2019 € 17.-

Das ganze Buch hat style. Genuss und Design steckt auf jeder Seite. Lotte, klug wie pubertär, Newcomerin in der Stadt, stolpert am Abend im Schlafanzug und ohne Haustürschlüssel in einen Späti um die Ecke. Berlin, Kreuzberg. Hier trifft sie auf den Lebenskünstler und Ladenbesitzer Yunus und die Studentin Miri. Genau wie Lotte schließt man diesen Späti sofort ins Herz. Hier spiegelt sich das pralle Leben. Hier gibt es alles. Fünf Bahnhofsuhren an der Wand zeigen über die Weltzeiten hinaus:  Berlin, Moskau, New York, Tokio, Mond. Selbstverständlich!

Kindheit auf zwei Seiten der Mauer

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Franziska Gehm & Horst Klein: Hübendrüben. Als eure Eltern klein und Deutschland noch zwei waren. Klett-Kinderbuch 2018 € 14.-

Max und Maja sind Cousin und Cousine und wachsen in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) auf. Wie damals üblich gehen ihre Väter zur Arbeit. Ihre Mütter sind Hausfrauen. Max hat eine kleine Schwester und Maja einen kleinen kleinen Bruder. Sie gehen zur Schule, genießen die Sommerferien und sprechen die gleiche Sprache. Fast. Max will Astronaut werden und Maja Kosmonaut. Max liebt Hähnchen und Maja Broiler. Cola? "Darfst du nicht", sagen die Erwachsenen zu Max. "Knusperflocken?" "Hammer nich", sagen sie zu Maja.

Turnschuhen und Weltwirtschaft auf der Spur

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Wolfgang Korn: Lauf um dein Leben, Hanser Verlag 2019 € 15.-

Sneakers, diese dynamisch designten, federleichten, bequemen und nicht ganz preiswerten Sportschuhe tragen viele. Egal ob sie darin Sport treiben oder damit zur Arbeit schlurfen. Beim Stadtmarathon tragen sie die Füße von Athleten zu Bestzeiten. Wir jubeln den Siegern zu. Sie kommen zumeist aus afrikanischen Ländern. Am Rande eines solchen Marathons sucht ein Journalist, der Ich Erzähler, die perfekte Story für seine Zeitung und findet dabei ein ausgelatschtes Paar Turnschuhe an der Rennstrecke. Wer hat sie dort ausgezogen und verloren? Und ist er dann barfuss ins Ziel gerannt? Die Geschichte ist geboren.