Kampf gegen Hunger und Nazis

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Sharon Cameron: Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete, Insel Verlag 2020 € 18,00

Die Autorin Sharon Cameron erzählt die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte von Stefania, die während des zweiten Weltkriegs Juden bei sich versteckt hält. Stefania, die selbst katholisch ist, aber bei einer jüdischen Familie arbeitet, ist geschockt darüber, was den Juden nach der deutschen Besetzung Polens angetan wird. Und als Max, ein Mitglied der Familie bei der Stefania gearbeitet hat, vor ihrer Tür steht und sie um Unterschlupf bittet, kann sie nicht nein sagen.

Kluft zwischen Magischen und Nicht-Magischen

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Selin Visne: Die Überlieferung der Welt, dtv 2020 € 10,95

Laelia, die mit kleineren Diebstählen versucht, ihre Mutter und ihren Bruder zu versorgen, gerät in große Schwierigkeiten, als Nero, der Boss der kriminellen Unterwelt, es ihr verbieten will. Aber auch ihre magischen Kräfte können nicht den Hunger ihrer Familie stillen, also sieht sie sich gezwungen weiter zu klauen. Als Nero das herausfindet, flieht sie zusammen mit Hadrian, der sich gegen seinen Boss gewandt hat. Ein geheimnisvoller Seher überzeugt die beiden, sich ihm anzuschließen. Seinen Visionen folgend suchen sie drei weitere magische Begabte, um ein geheimnisvolles Ritual durchzuführen, dass jedem von ihnen einen geliebten gestorbenen Menschen zurückbringen soll.

Mistle End – Ein Ort voller Magie

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Benedict Mirow: Die Chroniken von Mistle End 01. Der Greif erwacht, Thienemann Verlag 2020 €16,00

Das Kinderbuchdebüt von Benedict Mirow bedient alle Register einer guten Fantasygeschichte.  Der Tag der Ankunft von Cedric und dessen Vater in dem kleinen schottischen Ort Mistle End wird dem Jungen gleich zwei Freunde bescheren, die Hexen Emily und Elliot, sowie einen ersten Feind in Gestalt eines Werwolfes. Im Laufe der Geschichte lüftet sich das Geheimnis um Mistle End und dessen Bewohner. Cedrik wird erfahren, dass dieser Ort nicht nur voller Magie und magischer Wesen steckt , sondern dass es einen Grund gibt, warum er und sein Vater dort sind, und vor allem, warum ihm nachts ein Greif erscheint und ihm eine Prüfung auferlegt: Cedrik trägt magisches Blut in sich. Mirows Buch bedient Fans von Gestaltwandlergeschichten genau wie junge Harry Potter Fans. Er lässt seinen unwissenden Helden voller Neugier und einer großen Portion Mut zum Helden mitten unter Hexen, Zaubereren, Drachen, Kobolden, Zwergen und Elben werden. Die temporeiche und spannende Geschichte ist für alle  abenteuerlustigen Kinder geeignet, die genau wie Cedric vor nichts zurückschrecken.

Stark machen für die Akzeptanz des Anderen

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Candice Carthy-Williams: Queenie, Verlag Blumenbar 2020 € 22.-

Queenies Name ist stark. Majestetisch sogar. Ihre Mutter gab ihn ihr im Wissen, dass sich Queenies Leben ebenso wenig einfach gestalten werden wird, wie ihr eigenes. Mit ihrer Hautfarbe ist sie dem täglichen Rassismus mit unzähligen Herabwürdigungen ausgesetzt. Obwohl Queenie seit drei Jahren als Redakteurin bei einer Tageszeitung einen soliden Job hat, läuft vieles schief in ihrem Leben. Ihr Freund hat eine Auszeit durchgesetzt und sie auf die Straße gesetzt. So trifft sie sich mit Männern von einer Datingplattform und denkt ihren Körper darbieten zum müssen, in Hoffnung auf ein wenig Anerkennung. Carthy-Williams Roman, ein klassisches Young adult, erzählt schnell, hart, direkt und unmittelbar in sich mischenden Textformen, geschlossener Prosa, Postings und Chats.

Stalinistische Schreckensherrschaft

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Jurga Vile, Lina Itagaki: Sibiro Haiku, Baobab Verlag € 25,00

Die Geschichte von Algis ist eine wahre Geschichte. Sie schildert ein dunkles Kapitel in der Geschichte Litauens. Unter sowjetischer Besatzung hat Stalin Lehrer, Intellektuelle, Journalisten und ihre Familien nach Sibirien verschleppen lassen. So auch den Vater der Autorin mit seiner Familie. Hunger,  Kälte, nichts wovon oder womit man leben konnte und schwere körperliche Arbeit brachte die Menschen in der fernen Steppe um.  Die Kinder kehrten als Halbwaisen oder Waisen zurück. Erfindungreichtum und Fantasie wärmte die Seelen. So werden die Äpfel und der Ganter Martin zum immer wiederkehrenden Mantra. Vile findet eine erstaunliche Balance zwischen Schrecken und Übetrlebenswille, sowie auch Bild und Text rasant und ausgewogen erzählen, sodass man mit Genuss eintaucht und sich schnell einlässt, auf ein lang verschwiegenes Kapitel stalinistischer Schreckensherrschaft und das Leid, das es nicht zu vergessen gilt.

Ansporn zum Selberlesen, Nachsporteln und Weiterfantasieren

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Sara Ohlsson, Jutta Bauer: Fanny ist die Beste, Moritz Verlag 2020 € 10,95

Wenn Türme in den Himmel wachsen, kein Geländer zu schmal für Füße ist und die Stille endlos sein könnte, haben Fanny und Mama ihren Wettkampftag. Dann messen sie sich in den verrücktesten Disziplinen. Oma ist ihre Schiedsrichterin. Manchmal trickst Oma ein wenig, schließlich ist Fanny ihr Lieblingskind. Ein ideenreicher Tag nimmt seinen Lauf an dem alle gewinnen, denn es ist immer am schönsten, wenn man etwas gemeinsam macht. Die Geschichte verzaubert vom ersten Augenblick und lässt Staunen, wie sich durch die leichtesten Übungen, ein paar wunderbare Worte und ein wenig Fantasie, ein unbändiges Selbstvertrauen in den Herzen ausbreitet. In ebenso leicht hingeworfenem, charakterstarkem Strich sorgt Jutta Bauer für die unvergleichliche Dynamik der Wettkampfteilnehmerinnen. Dieses Buch ist mehr als nur ein kleiner Erstlesetext. Es ist ein Ansporn zum Selbstlesen oder Vorlesen, zum Nachsporteln und Weiterfantasieren. Katrin Rüger

Schülerprotokoll einer Klassenfahrt

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Tamara Bach: Sankt Irgendwas, Carlsen Verlag 2020  €

Das Buch erzählt hauptsächlich in Form eines Schülerprotokolls von einer Klassenfahrt ohne Handys und einem ungerechten Lehrer. Das Protokoll ist aber keineswegs langweilig und sachlich, sondern fasst die Gedanken und Gefühle der Schüler sehr gut zusammen. Außerdem wurde die Sprache sehr jugendlich und witzig gehalten. Kurz und knapp. Es wird sehr eindrücklich und realitätsnah von den Geschehnissen der Klassenfahrt erzählt, die mich stark an eigene, ähnliche Erfahrungen erinnerten. Das Buch ist eine Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt, Klassengemeinschaft und alltägliche Schulprobleme wie nervige Lehrer. Es bringt einen dazu, sich an seine eigenen Klassenfahrten zurückzusehnen.

Ein Jahr Pause

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Nora Hoch: Das Salzwasserjahr, dtv 2020 13,95€

Ein Austauschjahr in Australien. Für ein Jahr weg von der Familie, weg von dem normalen Leben, weg von den Problemen. Ein Jahr Pause. Das ist Janniks Plan als er ans andere Ende der Welt reist. Irgendwie scheint das auch zu funktionieren. Jannik genießt das Meer, das er schon immer gemocht hat und triff auf eine geheimnisvolles Mädchen, die das Wasser genauso liebt wie er. Doch gleichzeitig scheint seine Gastfamilie tief gehende Probleme zu haben und sein Gastbruder ignoriert ihn fast vollständig.

Sonntag, 20. September 2020, 16:30 Uhr: Benedikt Mirow – Auf magischer Fährte. Kinderveranstaltung

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Benedict Mirow: Die Chroniken von Mistle End 01. Der Greif erwacht, Thienemann Verlag 2020 € 16,00

Als Cedrik mit seinem Vater an seinem neuen Wohnort Mistle End ankommt,  lässt ihn ein seltsames und aufregendes Gefühl nicht mehr los. Alles normal? Oder nicht? Die Kinder hier, tragen das schwere Gepäck voller Bücher ins Haus, als wäre es nichts und gleich in der ersten Nacht erscheint ihm  ein Greif, der ihm die einfache Frage stellt: Warum bin ich hier? Cederik wäre der letzte, der diese Frage beantworten könnte, doch der Greif stellt ihm ein Ultimatum. Vielleicht aber, hat er alles auch nur geträumt. Mirow entfesselt die magische Welt behutsam, zielgerichtet und in schöner, schlanker Sprache. Sein Plot fesselt vom ersten Augenblick. Der Greif erwachst ist ein überzeugender Start in eine neue Fantasyserie voll Zauberei und Magie, die Lese- und Vorlesegenuß verspricht.

Liebesgeschichte für den Sommer

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Siobhan Vivian: Stay sweet, Hanser Verlag 2020 € 15,00

In dem Buch „Stay Sweet“ geht es um Amelia, die ihren letzten Sommer bei ihrem alljährlichen Ferienjob verbringt. Dieser ist die Eisdiele von Molly, einer alten Frau, die ihr Geschäft in der Zeit des zweiten Weltkrieges eröffnet hat. Amelia freut sich schon so sehr auf ihre Stelle als Teamleiterin, doch als Molly plötzlich stirbt wird ihre Welt auf den Kopf gestellt. Eine schöne Liebesgeschichte für den Sommer.

Samstag, 26. September 2020, 16:30 Uhr: You don’t look gay – LGBTIQ* im Gespräch

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Julius Thesing: You don't look gay. Bohem Verlag 2020 € 14,95

Mitunter ist es nicht lustig, einer Minderheit anzugehören. Wie Julius Thesing Homophobie und Diskriminierung erlebt, hat er in seiner beeindruckenden Bachelorarbeit eindringlich festgehalten. Viele Sätze und Haltungen sind nicht fremd. Man hört sie leider immer wieder. Der Cellist Michael Weiss, die junge Bücherfresserin Anna Grabe (auch an der Klarinette)und der Autor und Illustrator Julius Thesing werden über das Buch ins Gespräch kommen und laden alle zum Mitdiskutieren ein.  Eine Veranstaltung für einfach alle Menschen, für ein achtsames  Miteinander und ein buntes Haidhausen.  Jugendliche seien hier besonders herzlich eingeladen. Die Gespräche werden von Musikeinlagen begleitet.

Samstag, 19. September 2020, 16:30 Uhr: Buchpremiere – Mit Brabbelbot auf heißer Spur.

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Jaromir Konecny: @Datendetektive 1. Roboter in Gefahr

Einen Roboter einschulen? Darauf war die Schule nicht vorbereitet. Aber Lina läßt nicht locker, denn Brabbelbot ist eine künstliche Intelligenz, die unbedingt etwas lernen muss. Er erweist sich auch gleich als sehr hilfreich und rettet die Klasse vor einem gefährlichen Hund. So darf Brabbelbot in der Schule bleiben und bald eröffnet sich ein Computerproblem, ein Fall für die Datendetektive. In dieser neuen Serie verbindet Jaromir Konecny den Kinderkrimi mit viel Witz und Situationskomik, die dem eigenwilligen Lerneifer von Brabbelbot entspringt. Ganz nebenbei erklärt er was Daten sind und wie ein Künstliche Intelligenz die Welt sieht, lernt und viele weitere wissenswerte Dinge aus der Welt der Digitalisierung. Die Datendetektive werden eine Krimireihe, in der im Frühjahr 2021 die nächsten zwei Bände erscheinen werden. Die ersten beiden Bände erscheinen zur Veranstaltung

Kriegserklärung an die Trägheit

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Lukas Jüliger: Unfollow, Verlag Reprodukt 2020 € 18,00

Seine Erinnerung ist die Reinkarnation des Lebensbeginn. Seine Gedanken reichen weit zurück, in eine Zeit, da die Erde eine Transformation durch den Menschen noch nicht kannte. In Unfollow  wandelt Eathboi, der Junge der Natur, auf der heutigen Welt. Er folgt nicht mehr als seiner eigenen inneren Stimme, die er bald auf social media Kanälen öffentlich macht. Der faszinierende Bruch, ein stiller Kampf der Welten, aus der nur die Welt mit dem längeren Atem siegreich hervorgehen kann, spiegelt sich auf dem Deckblatt jeden Kapitels wieder, das ein Smartphone auf erdigem Boden zeigt. Die manipulativen Gesetze moderner Kommunikation, ebenso wie den Einklang mit der Natur, scheint Eathboi im Schlaf zu beherrschen. Traumwandlerisch benutzt er sie im richtigen Augenblick für sich und entdeckt Yu. Hat das Internet sie sich verlieben lassen?  Schwebend, spirituell und entschleunigend vollzieht sich der Wandel des Jungen, der bewegende ständige Wechsel seiner Biotope. Jüliger inszeniert die Sparsamkeit des Erzählens gegen die genussvolle Lebendigkeit seiner Bilder. Neben aller Ruhe, die seine Leser*Innen an manchen Orten verweilen lassen möchte, ist seine Geschichte vom Irrsinn unserer Zeit durchdrungen. Seine graphic Novel folgt einem grafisch klaren Konzept, bei dem er vier bis sechs Bilder auf kleinen Doppelseiten mit seperaten Texten darüber und darunter anordnet. MIt Terracotta und Türkisblau trennt er mal Zeit, mal Raum. "Eathboi war gekommen, um sich für die Natur zu wehren." Doch eine Geschichte der klaren Botschaften ist dies nicht. Vielmehr eine Kriegserklärung an die eigene Trägheit, ein Versuch das "Wir" zu finden, die Komplexität dieses Unterfangens und die Sprunghaftigkeit unseres Seins mit einkalkulierend. Licht & weit aber ebenso kompakt & fordernd, religiös wie bodenständig, Terracotta und Türkisblau, fast komplementär. Eathboi und Yu, Bild für Bild, wieder und wieder durchmessen wir Jüligers Welt, ihre Schönheit und unser Sein. Viel Raum sich zu entkoppeln, so wie es der Titel ja schon empfiehlt, nicht blind zu folgen, sondern sich über all das seine eigenen Bilder zu gestalten.

Leben mit dem Klimawandel

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Kayla Olson: Sandcastle Empire, dtv 2020 € 17,95

In dem Buch geht es um eine Zukunft, in der aufgrund des Klimawandels eine große Ungerechtigkeit zwischen Arm und Reich herrschte. Doch den sogenannten Wölfen gelang es, die Reichen weltweit zu stürzen und sie zu töten oder in Lager zu sperren, wo die ehemalige Oberschicht Zwangsarbeit verrichten muss. Eden, die ebenfalls in eines dieser Lager gesperrt wurde, plant schon lange ihre Flucht. Eines Tages gelingt ihr diese. Zusammen mit drei weiteren Mädchen sucht sie die Insel Refugium, die einen neutralen Ort ohne Krieg darstellen soll. Das Notizbuch ihres Vaters leitet sie dorthin, doch stand darin nichts von all den Gefahren, die auf der Insel auf sie lauern.

Opas wilde Abenteuer – ein Hausbuch für die ganze Familie

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Jochen Till, Wiebke Rauers: Memento Monstrum, Coppenrath Verlag 2020 € 18,00

Erscheint im September 2020
In seiner opulenten Aufmachung kommt Jochen Tills Memento Monstrum wie ein Hausbuch daher, ein Klassiker des Horrorgenres. Frohlockend schaut uns Opa Dracula aus dem Portrait ins Gesicht. Sein blutverschmierter Mund ist zu einem breiten Grinsen verzogen. Die kleinen Fledermauskrallen greifen aus dem Rahmen heraus. Opa Dracula ist 589 Jahre alt und macht den Eindruck eines unerschrockenden Vampires. Die Aussicht auf ein Wochenende allein mit seinen drei Enkelkindern bringt ihn allerdings um den Verstand, so wie die aufgehende Sonne. Bei den Vampiren hat die Emanzipation Einzug gehalten. Vlads Frau und seine Tochter wollen ein Wellnesswochende in Paris genießen und haben die drei Kinder kurzerhand bei ihm abgesetzt.

Feindliche Übernahme

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Kenneth Oppel: Bloom, Beltz & Gelberg 2020 € 16,95

Nach einem Regen, beginnt überall schwarze Gras zu sprießen und rasant zu wachsen. Die Pflanze entwickelt Stacheln und fleischfressende Mäuler, in denen giftige Säure und ein Schlafgas schwappt. Sie zerstört alles und jeden. Bestenfalls reagieren die Menschen mit allergischem Auschlag. Nur drei Jugendlichen kann dieses Gewächs nichts anhaben. Sie waren starke Allergiker und scheinen jetzt, invertiert, von allen Plagen geheilt. Todesmutig nehmen sie den Kampf mit der Pflanze auf, bei der sich bald herausstelllt, dass sie extraterrestrischen Ursprungs ist. Ebenso die Jugendlichen, denen Krallen, Schwänze und Federn zu wachsen beginnen. Haben Außerirdische sie eingeschleust? Handelt es sich um eine feindliche Übernahme der Erde. Die Geschichte, die viele spannungsgelandene, bildmächtige Actionszenen zu bieten hat, bleibt hier offen. Am Ende, nach gelungenem Sieg über die Pflanze in letzter Minute, beginnt es erneut zu regnen. Riesige Wassertropfen beliben auf der Erde liegen, ohne zu zerplatzen. Aus ihnen scheint etwas zu schlüpfen. Eine geradlinige Apoklaypse, die nach einer Fortsetzung ruft.

Nachhaltigkeit gelassen selbst erprobt

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Didier Lévy, Katrin Stangl: Als die wilden Tiere bei uns einzogen, Peter Hammer Verlag 2020 € 15,00

"Bei Max zu Hause gab es tonnenweise Sachen, die meine Eltern niemals kaufen würden." Der kleiner Erzähler ist erstaunt und begeistert. Max und er sind die besten Freunde der Welt, ganz egal, wie unterschiedlich ihre Eltern das Lebensumfeld ihrer Kinder durch ihre Konsumgewohnheiten gestalten. Nun ja, ein wenig neidisch ist der Erzähler schon. Bei Max scheint das "Schlaraffenland" zu herrschen, bei ihm ist immer alles "bio". Doch dann passierte etwas. Aus Angst vor den Jägern suchen die wilden Tiere Schutz auf dem Grundstück des Erzählers. Und seine Mutter läd auch noch die Jäger zu selbstgemachter Limonade und Kuchen ein. Die gelebte Nachhaltigkeit bringt Menschen und Tiere zusammen. Das macht den Erzähler richtig stolz. Das achtsame Leben entwickelt einen magischen Sog, der selbst Max' Familie bald ein wenig durchdringen wird, obwohl es bei ihm nach wie vor "Schlaraffenlandsachen" gibt. Selten erzählt ein Bilderbuch mit so großer Offenheit, ehrlich und gelassen von den verschiedenen Lebensentwürfen.  So finden kleine Leser hier kostbaren Raum für gedankliche Selbsterprobung. Mit einfachen Sätzen beschreibt  der Text die Situation. Er hält die uns überall hin mit begleitende Begeisterung, die Träume und die Stärken des Erzählers in der verdeckten Hinterhand und macht sie dadurch umso spürbarer. Die Bilder sind von kunstfertiger Dynamik und aufredendem Spiel  mit Licht und Schatten gestaltet. Sie bieten Ecken, Kanten und starke Fluchten, aber auch schwungvolle Rundungen, zum Beispiel in jenem Moment, wo Max seinen Vater, den Jäger, zum Kaffetisch führt und der Bär ihm von hinten die Tatze auf die Schulter legt. Immer wieder schicken sie den Betrachter auf die Suche nach komischen Momenten. Schon auf der Titelinnenseite sieht man hinter einem Busch den Wolf wie ein Hund auf dem Rücken liegen und genüßlich an einem Lolli schlecken. Alles an diesem ganz starken Buch ist einfach magisch, zutiefst realistisch und ein großes, spannendes Abenteuer. Hier können nach Herzenslust Gespräche angeknüpft werden, vom Vorschulalter bis weit ins Grundschulalter hinein.

In Sachen Gut oder Böse- sehr dicht erzählt.

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Benjamin Lebert: Im Zeichen der Acht, Arctis Verlag 2020 € 19,00

In dem Buch wachen zwei längst verstorbene Menschen durch höhere Mächte gelenkt in unserer Zeit und Welt wieder auf. Auf gegnerischen Seiten und mit sechs weiteren von ihnen angeheuerten Menschen, müssen sie um das Schicksal der Welt kämpfen. Im Laufe des Buches erfährt man viel über ihre früheren Leben. Das Buch ist aus Sicht eines allwissenden Erzählers geschrieben, der zwischen vielen Perspektiven hin und her wechselt. Das Buch vermittelt eine sehr düstere Stimmung, die durch den Schreibstil und den Erzähler noch verstärkt wird. Gekonnt werden die Fantasy-Elemente mit denen unserer Welt vermischt. Das Buch thematisiert auch den klassischen Kampf zwischen Gut und Böse, wobei jeder Charakter seinen ganz eigenen Grund hat, sich auf die eine oder andere Seite zu stellen. Das lässt die Personen realistisch wirken, vor allem die, die sich schlussendlich für die „böse“ Seite entscheiden, sind sehr interessant. Durch den Erzähler erhält man gute Einblicke in die Leben der Menschen, die vor allem durch Leid und meistens auch durch eine unglückliche Familiengeschichte  geprägt sind. Der Autor zeigt, zu was ein Mensch fähig sein kann, wenn er keine oder wenig Liebe in seiner Kindheit erfährt, aber auch dass man deswegen nicht automatisch „böse“ wird. Das Ende ist teilweise vorhersehbar, hält aber auch noch ein paar Überraschungen bereit. Insgesamt ist es düsteres,  sehr faszinierendes Jugendbuch, dass durch seine sehr gute, überzeugende Erzählweise punktet.
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Schlagfertig, krank, verliebt

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Kyra Groh: Sicherheit ist eine verdammt fiese Illusion, Arctis Verlag 2020 € 18,00

Mia hat eine seltene Krankheit, die dafür sorgt, dass sie physisch keine Schmerzen empfinden kann. Dadurch entstehen ihr viele Missgeschicke, unter anderem weil sie nicht einschätzen kann, wie schwerwiegend ihre Verletzungen sind. Auch an dem Abend als ihre Mutter starb, spielte ihre Krankheit eine wichtige Rolle, die sie jedoch allen verschweigt. Zumindest bis sie Jake trifft, mit dem sie über alle möglichen dunkle Geheimnisse reden kann und der ebenfalls private Probleme hat. Ihre Krankheit steht in dem Buch eher im Hintergrund und spielt für Mia keine allzu große Rolle. Viel mehr geht es um die psychischen Schmerzen normaler Teenager und wie sie damit umgehen. Das Buch ist aus den Sichten von Mia und Jake geschrieben. Die Handlung war sehr interessant, spannend und die Liebesgeschichte war weder kitschig noch klischeemäßig. Mias und Jakes Verhalten konnte man gut nachvollziehen und sie waren gut ausgestaltet. Vor allem Mia war schlagfertig und nicht das typische weinerliche Mädchen, wie es so oft in Liebesgeschichten vorkommt. Einige der Nebencharaktere waren ein bisschen klischeehaft, hatten aber trotzdem Tiefe. Das Buch hat eine angenehme Sprache, die sich leicht lesen lässt. Das Ende war teilweise vorhersehbar, aber trotzdem lustig. Außerdem werden zusätzlich zu Mias Krankheit auch noch andere wichtige Themen wie häusliche Gewalt thematisiert. Insgesamt ist es ein sehr gutes Jugendbuch mit einer etwas anderen Liebesgeschichte.

Unterdrückung und Rebellion der Mädchen

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Kim Liggett: The Grace Year, Dressler Verlag 2020 € 22,00

In Tierneys Dorf sagt man, dass Frauen eine Magie besitzen mit der sie Männer in den Wahnsinn treiben können. Um ihnen die Magie auszutreiben, werden alle Sechszehnjährigen für ein Jahr in ein Lager geschickt. Niemand redet darüber, was in dem Lager passiert, aber jedes Jahr sterben ein paar der Mädchen und die Anderen kommen abgemagert und verstört zurück. Als Tierney selbst in das Lager muss, erfährt sie bald wieso und muss sich fragen, ob es diese Magie überhaupt gibt. Das Buch ist sprachlich sehr angenehm zu lesen. Von der Welt und den Gründen, warum Frauen konsequent unterdrückt werden, erfährt man eher wenig.

Zuhause gesucht

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Alex Wheatle: Home Girl, Kunstmann 2020 € 18,00

Wenn man Home Girl im Google Übersetzer eingibt, dann wird einem „Zuhause Mädchen“ angezeigt. Ein Zuhause hat Naomi eigentlich nicht recht, sie ist 14 und hat keine Eltern mehr, die mit ihr zusammenwohnen, die ihr bei den Hausaufgaben helfen, sie trösten wenn sie traurig ist oder ihr ein Eis an ihrer Lieblingseisdiele kaufen. Naomis Mama ist als Naomi fünf war gestorben, ihr Papa hat ihren Tod nicht verkraften können und ist in ein Alkoholproblem reingerutscht.

Von Fabelwesen und einem unheilvollen Fremden

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Kira Gembri, Ruby Fairygale, Loewe Verlag 2020 €14,95

Eine Geschichte, die alles bedient, das Mädchenherzen höher schlagen lässt, wenn sie in Büchern eine Prise Magie suchen: eine mutige Ptrotagonistin, eine kleine irische Insel, kuriose Inselbewohner, eine geheimnisvolle Pflegestation für Fabelwesen, von der niemand erfahren darf, und ein Besucher im Alter der dreizehnjährigen Ruby, der für jede Menge Abenteuer und Aufregung sorgt.

Ein fantastischer Held mit Herz und Fell

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Katherine Applegate, Endling - Die Suche beginnt, DTV Verlag 2020 €15,95

Wie einst Bambi aufgrund des Todes seiner Mutter zum Helden mutierte, so wird Byx nach dem grausamen Mord an seinem Rudel auf sich allein gestellt sein und sich ganz neuen Herausforderungen stellen müssen. Dalkins leben im Königreich von Nedorra und werden wegen ihres kostbaren Felles gejagt. Auf sich gestellt, zieht Byx auf vier Pfoten diurch das Land, um nicht als Dalkin erkannt zu werden. Dies macht er in Begleitung eines anhänglichen Wobbyks und dem Mädchen Khara, das sich aus bestimmten Gründen als Junge tarnt. Khara wird Byx Hoffnung machen, dass er womöglich nicht der letzte Dalkin , also ein Ebdling, ist. Sie wird ihn zu einem Gelehrten führen, um nach Antworten zu suchen. Der Leser schließt den jungen, wilden und zugleich liebenswerten Byx sofort ins Herz. Sein Mut, gepaart mit dem Stolz eines Dalkin, zieht so manche Aufregung nach sich. Bryx lernt allerdings schnell und wird schon bald in eine Heldenrolle schlüpfen.

Kreuzfahrt nach New York

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Cornelia Franz: Wie ich Einstein das Leben rettete, Gerstenberg Verlag 202 € 14,00

Am 28. Februar 2020 rutscht Emily mit zwei weiteren Kindern bei einer Kreuzfahrt aus der Zeit und landet auf einem Kreuzfahrtschifft des Jahres 1914. Neben vielen Auswanderern befindet sich auch Albert Einstein an Bord. Sie sind auf dem Schiff gefangen. Jedes Mal, wenn die sie in New York ausbooten wollen passiert ein Unglück und sie befinden sich wieder auf dem Rückweg nach Southampton. Der Autorin gelingt es das spannende Abenteuer auf See und in den Straßen von New York mit historische Momenten und physikalischen Details zu bereichern. Kurz, knapp, präzise, gelungen.

Computerkunst

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Zachary Tallent, Marc-Uwe Kling: Quality Land. Band 1.1, Voland & Quist 202 €18.-

Wie eine hochwertige Werbebroschüre kommt die Umsetzung von Marc-Uwe Klings Roman Qualityland als Graphic Novel daher. Sie ist ein erster Teil des Gesamtwerkes. Die ferngesteuerte zukünftige Welt, wie Kling sie entwirft spiegelt sich in vielen unbewegten Sequenzen nieder.  Die Illustrationen spielen mit stark klischeehafter Vereinfachung, vom zahnpastaweißen Lächeln über Lichtreflexe mit Sternchenglimmer und dem Erröten wie eine Tomate.  Die Graphic Novel bleibt sehr textlastig, kann aber den Witz, den der Autor durch die von seinem Text erzeugte Fantasie gewinnt,  dabei nicht umsetzen. So wirkt das Gesamtwerk steif, bemüht und mühsam zu lesen. Ein Werk der E-Poetin Kalliope vermutlich. Ganz und gar am Computer erzeugt. Wer Computerkunst mag, ist hier richtig.

Monster im Klassenzimmer

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albertine sylvie Neeman: Sie kommen! Aladin Verlag 2020  € 15,00

Monster haben etwas magisches. Sie sind abstoßend und anziehend zugleich. Vorallem aber bevölkern sie die eigene Fantasie und sind ein wunderbares Spiel. Selbst wenn man erwachsen wird, vergisst man sie nicht. Die Frau steht lässig und einladend auf der Seite. Sie kann die Monster schon hören und malt sich ihr Befinden aus. Haben sie gut geschlafen? Und kräftig gefrühstückt? "Manchmal strahlen ihre Augen wie Sterne und sie schenken dir großzügig ihr Lächeln..." Nein, diese Monster sind sicher nicht gruselig. Sie machen neugierig. Am Ende weitet sich der Blick. Die Frau steht in einem Klassenzimmer und hält ein Buch in der Hand. Sie ist eine Lehrerin. Schon viele Monstergeschichten hat sie vorgelesen. Die Monster in ihrer Fantasie sind ihre SchülerInnen. Ein liebevolles und aufregendes Buch zum ganz normalen Schulalltag, denn wer weiß das nicht: Kinder lieben Monster. Erwachsene auch.

Kindergarten Welt

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Susanne Göhlich: Korny in der Kita, Hummelburg 2020 €12,99

Kleine Bildgeschichten erzählen von Kinder- und Kindergartenalltag. Zusammengenommen bilden sie ein rundes Ganzes. Mal bringt Papa Korny, den Koalabären, mit dem Fahrrad zur Kita, bei Regen fahren sie mit dem Bus. Das inspiriert Korny im Spiel. Mit dem Kitadreirad richtet er ein Transportunternehmen ein. So lernt man alle Tiere in seiner Gruppe richtig kennen. Es wird gefuttert, geschlafen und geturnt. Die Zeit vergeht in und mit diesem Buch wie im Fluge. Susanne Göhlich hat die Geschichte im Bild um gerade nötige und doch sparsam gehaltenen Accesoires bereichtert, sodaß man leicht vom Vorlesen ins Erzählen geraten kann. Ihre Charaktere sind lebendig und ausdrucksstark.Ein rundum gelunges Buch für den ersten Kitabesuch und darüber hinaus.

Einem Familiengeheimnis auf der Spur

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Hardinge, Frances: Schattengeister, Verlag Freies Geistesleben 2020 € 22,00

In dem Buch geht es um ein Mädchen, das Geister in sich aufnehmen und dann mit ihnen reden kann. Als sie wegen einem tragischen Ereignis zu ihrer Familie väterlicherseits geschickt wird, vor der ihre Mutter weggerannt ist, erfährt sie immer mehr über ihre Gabe und stößt dabei auch auf ein riesiges Familiengeheimnis. Die Geschichte spielt in England in der Zeit, in der sich die Parlamentarier gegen den König stellten und Krieg herrschte. Die geschichtlichen Ereignisse und Hintergründe, die dabei mit in das Buch einfließen, wirken sauber recherchiert und fügen sich gut in die Handlung mit ein. Auch die etwas gehobenere Sprache lässt die Geschichte realistischer wirken und passt in die Zeit, in der das Buch spielt. Die einzelnen Charaktere wirken realistisch und waren gut ausgestaltet. Nur einige wenige Personen waren zu einseitig böse. Die Handlungen der Hauptfigur waren meistens logisch nachvollziehbar. Allerdings war die Geschichte öfter vorhersehbar, wodurch die Überraschung der Charaktere eher künstlich wirkte. Vor allem am Anfang wurden Orte und die allgemeinen äußeren Umstände nicht besonders gut beschrieben, sodass die Stimmung des Buches dem Leser nicht richtig übermittelt wurde. Die Geschichte an sich war nicht langweilig und hatte einen strukturierten Aufbau. Allerdings hätte das Ende spannender sein können, was auch wieder daran liegt, dass die Stimmung des Buches zu schwach ausgeprägt war. Insgesamt ist es ein sprachlich gutes Jugendbuch, das aber teilweise vorhersehbar und nicht spannend ist.

Das Leben im Koffer

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Chris Naylor-Ballesteros: Der Koffer, Verlag Fischer Sauerländer 2020 € 14,99

Das einzige, was der Fremde bei sich trägt, ist ein großer Koffer. Darin, so sagt er, sei sein Zuhause. Fuchs, Hase und Vogel beäugen den Fremden ungläubig. Ohne Erlaubnis werden sie seinen Koffer öffnen. Auch wenn sie sich seinen Inhalt ganz anders vorgestellt haben, der Fremde hat nicht gelogen. Das nun folgende schlechte Gewissen über ihre Tat, bringt sie auf eine prima Idee. Kurz, knackig und plakativ wird vieles fühlbar. Flucht und Fremde, Angst und Neugier, sowie die Frage wo Heimat zu finden ist. Durch seine kurzen, spannenden Dialoge eignet sich das Bilderbuch auch wunderbar als Erstlesebuch mit besonderem Gesprächspotential.

Feinfühliger Wandel zwischen Gegenwart und Vergangenheit

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Julie Fogliano, Lane Smith: Das Haus, das ein Zuhause war, Fischer Verlag 2019 € 16,00

Vergangens und Gegenwärtiges legt sich in diesem Bilderbuch wie durch Zauberhand und von magischer Faszination getragen übereinander. Zwei Kinder haben das verfallene Haus im Wald entdeckt. Sie klettern durch das kaputte Fenster und gehen auf Entdeckungsreise. Wer lebte hier? Und wie wurde gelebt? Was ist passiert. Fragen über Fragen. Können die Dinge, die zurückgeblieben sind, Antwort darauf geben? Sie regen die Fantasie an und werden ein Teil aktuellen Lebens. Hier und dort. Dort und hier. Zurück im eigenen Zuhause wird der abenteuerliche Ausflug zur Vergangenheit. Der Text spielt mit der Zeit und  schwingt in zarter Poesie. Das hingetupfte Bild der Gegenwart eifert ihm nach oder steht zum Austausch bereit. Ganz unaufgeregt und feinsinnig erzählt dieses Bilderbuch vom Motor unseres Lebens: der Zeit.