Stille Helden

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Erich Hackl: Am Seil, Diogenes Verlag 2018 € 20,00

Zum Glück gab es sie doch auch, die stillen Helden zur Zeit der nationalsozialistischen Vorherrschaft. Einer von ihnen war Reinhold Duschka. der die freigeistige Jüdin Regina Steinig und ihre Tochter Lucia vier Jahre lang in  seiner Werkstatt in Wien versteckte. Er war ein Mensch der Taten, nicht der Worte und so erfuhr auch in der Nachkriegszeit kaum jemand von seiner Loyalität. Nun ist es an der Zeit, die Geschichte zu erzählen! Der Literat Erich Hackl nimmt sich mit Empathie ihrer an uns lässt auch Lucia zu Wort kommen.

Fliehen, Flucht, Flüchtling

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Gerhard Jäger: Die Nacht über uns, Picus Verlag 2018 € 22,00

Fliehen, Flucht, Flüchtling: damals, am Ende des 2. Weltkrieges in Pommern, heute, aus fernen Ländern nach Österreich und unabhängig von Zeit und Ort die Flucht vor sich selbst, vor Leere, vor Erinnerungen. Dieser ungemein packende Roman erzählt von der Nacht eines österreichischen Soldaten auf dem Wachtturm an der Grenze. Der Soldat ist allein mit seinen Erinnerungen im Kopf und mit denen seiner Großmutter in einem Heft. Er durchlebt sie mit ungeheurer Intensität, Emotionalität und starken Bildern: die glücklichen, warmen, reichen Momente und die schmerzhaften, erschütternden, verzweifelten. Die Geschichte zieht den Leser mit erstaunlicher Sprachgewalt in ihren Bann!

Abtauchen!

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Jennifer Egan: Manhattan Beach, Fischer Verlag 2018 € 22,00

"Manhattan Beach" erzählt eine Geschichte, die den Leser im wahrsten Sinnes des Wortes in das New York der 1930/40er Jahre abtauchen lässt. Die zentrale Figur Anna wird, allen Widerständen zum Trotz, zur Taucherin in der Marinewerft ausgebildet und wird dort arbeiten. Es fehlt aber auch nicht an faszinierenden männlichen Protagonisten, die den Leser in die Unterwelt der Nachtclubs und des organisierten Verbrechens mitnehmen. Ein sehr gut recherchierter und emotional fesselnder Roman mit eigenwilligen und raffinierten Akteuren, die man nicht so schnell vergisst!

Mit allen Sinnen zwischen virtuellen und realen Welten

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June Perry: White Maze, Arena Verlag 2018 € 18,00

Vivian Tallert, Tochter der millionenschweren Game-Entwicklerin Sofia Tallert, führt ein rundum verwöhntes Luxusleben: Dank ihrer High-Tech-Linsen kann sie in eine neue, virtuelle Realität eintauchen und dort mit ihren Freunden chatten. Den Tag verbringt sie am Pool liegend und imaginäre Cocktails schlürfend oder Designerstücke shoppend in der Stadt. Erst als sich seltsame Vorfälle häufen und Sofia Tallert einem überraschendem Herzinfarkt unterliegt, beginnt Vivian die vergangenen Geschehnisse genau unter die Lupe zu nehmen. Am Morgen der Tragödie schenkte Vivians Mutter ihr noch die ersten Testausgaben der von ihr entwickelten "Lucent-Linsen", welche den Komfort besitzen ihre Nutzer alle fünf Sinne wahrnehmen zu lassen. Dank ihnen ist es möglich, einen nicht vorhandenen Sand unter den Füßen zu spüren, den Geschmack eines Milkshakes in einer selbst kreierten Welt zu genießen. Doch Sofia erkannte, dass sich jemand Zugang zu ihren Meisterwerken verschafft hatte und die harmlose Traumwelt der Linsen in ein tödliches Gefängnis, aus dem es kein Entkommen gibt, verwandelt hatte. Für Vivian ist klar, dass ihre Mutter nicht des natürlichen Todes starb und ist besessen davon, die Wahrheit herauszufinden und den Mord an ihrer Mutter zu rächen. Schließlich heuert sie Tom, den Schulhacker, an und es entwickelt sich eine innige Verbindung zwischen den Beiden. Da Viv nirgends hin kann, bringt Tom sie in ein geheimes Lager, in welchem er und seine Hacker-Bande wohnen. Die Crew setzt alles daran, die manipulierten Linsen aufzuhalten und die Menschheit vor einem großen Unglück zu bewahren. Doch um den Mörder ihrer Mutter aufzuhalten, muss sie selbst die virtuelle Realität der Lucent-Linsen betreten und ist ihm somit schutzlos ausgeliefert. Kann sie ihren eigenen Sinnen, ihrem eigenen Körper überhaupt noch trauen? Und wie viel ist Vivian bereit für den Schutz der Menschheit zu riskieren? Ein rasanter Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Aug in Auge

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Badey, Kühn: Strom auf der Tapete, Beltz & Gelberg TB 2018 € 7,95

An seinem 16. Geburtstag hat seine Mutter Ron Robert das atemraubende, weiße Cabrio mit roten Ledersitzen für eine gemeinsame Spritzfahrt an den Straßenrand gestellt. Leider wird dieser selig machende Geburtstagsanblick durch ein aus dem Fenster auf die Straße fliegendes Radio zerstört. Ein Nachbarschaftsstreit, der die Polizei auf den Plan ruft. Doch da sitzt Ron Robert schon am Steuer, neben ihm die Klassenkameradin Clara, auf dem Rücksitz ihr Rolli und raus geht es, aus Frankfurt/ Oder, weg von den Streitigkeiten in der sozialen Unterschicht, den Alltagssorgen, den Männerbekanntschaften und dem Alkoholkonsum  in Mutters Umfeld. Ron Robert macht sich auf die Suche nach seinem Vater, zusammen mit Clara, die viel mehr auf ihren eigenen Beinen steht, als man es beim Anblick des Rollstuhs vermuten würde. Dem Schreiberinnen-Duo Andrea Badey und Claudia Kühn ist ein rasantes Roadmovie mit überzeugenden Akteueren gelungen, in dem Klaras Behinderung nur eine von vielen Beeinträchtigungen ist, die einem das Leben schwer machen können. Immer wieder erstaunen die schlagkräftigen, witzigen Dialoge, die klaren Gedanken, welche nichts vernebeln und schönreden und  dabei entwaffende Leichtigkeit verbreiten. Gegen Ron Roberts Albträume gibt es nur eine Lösung: Schau dem Wolf in die Augen und tu was! Selbst wenn es mal schiefgeht, das ist der Weg. Alles andere wird sich finden. Ein briliant durchkommponierter Text, der auf sich selbst vertraut und mit nichts als Selbstverständnis zu überzeugen versteht. Unbedingt lesenswert und als Klassenlektüre zu empfehlen.

Nichts rechtfertigt Gewalt

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Kristina Aamand: Wenn Worte meine Waffe wären, Dressler Verlag 2018 € 16,00

Kristina Aamand schreibt aus erster Hand. Als Tochter einer katholischen Dänin und eines muslimischen Palästinensers kennt sie das Spannungsfeld, in dem ihre Hauptfigur Sheharzerade aufwächst. She war sieben Jahre alt, als ihre Eltern nach Dänemark einwanderten. Hier hat sich Sheazerades Mutter zur strengen Muslimin gewandelt während den Vater, der als Journalist und Dichter verfolgt wurde, ein Kriegstrauma beherrscht. She ist 17 und hat sich freiwillig entschlossen das Kopftuch zu tragen. Es bietet ihr Schutz vor anzüglichen Blicken und Sprüchen der Jungs, macht sie aber auch zum Mobbingopfer. Als ihr Thea, ein Mädchen mit charmanter Selbstverständlichkeit und Offenheit, begegnet, verliebt sich She und bekommt ihren ersten Kuss. Ein Glücksgefühl dem die Bestrafung in der Familie auf dem Fuße folgt. In ihrer Community wird Gewalt an Frauen verübt, Gewalt aus Tradition und Ehre, die fern der Heimat gerade unter Mitwirkung der Frauen besonders stark verfochten wird. Obwohl das kunstfrei zusammengewürfelte Layout der eingestreuten Tagebucheintragungen im Buch eher stört als befruchtet, ist Aamand ein eindrücklicher, der neuen Heimat, ihrer Heimat augeschlossener Roman geglückt, welcher seine LeserInnen mitreißt in märchenhaft rauschende arabische Feste, in Frauenleid und den schwierigen Schritten eines gemeinsamen Lebens  zwischen Bewahren und Erkunden.

Hier geht die Post ab

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Megumi Iwasa, Jörg Mühle: Viele Grüße, Deine Giraffe, Moritz Verlag 2017 € 10,95

In diesem Erstlesebuch knistert es vor Aufregung. Wenn Giraffe unter der Schirmakazie sitzt, hört man ihr Herz über die Savanne schlagen. Sie erwartet Post vom Kap der Wale. Post von ihrem neuen Brieffreund: dem Pinguin. Weiß noch jemand was ein Brief ist? Er reist mit der Pelikanpost über Land und mit der Robbenpost über Wasser. Am Ende hält der Empfänger ein geknicktes Blatt Papier in der Hand und fühlt dabei Freude, Neugier, Sehnsucht und Erwartung. Ein Brief besitzt eine eigene Handschrift, dessen Buchstaben freudig oder fragend herumtanzen können. Man kann ihn geheim allein oder mit anderen gemeinsam lesen. Briefe erzählen von seltsamen Begebenheiten im Leben Fremder, die durch den Briefwechsel Bekannte, ja Freunde werden. Der Text von Megumi Iwasa erzählt elegant, pointiert und einfallsreich. Jörg Mühle setzt in seinen Bildern darüber hinaus das Pottpourrie der Gefühle gekonnt in Szene.  Das Buch weckt die Leselust und die Lust, gleich mal wieder einen Brief zu schreiben, nur um auf Antwort warten zu können. Schreib mal wieder!

Guter Sprint auf kurzer Lesestrecke

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Jason Reynolds: Ghost. Jede Menge Leben, dtv 2018 € 14,95

Was Castle, alias Ghost kann, ist rennen. In ausgelatschen, billigen Turnschuhen, Jeans und T-shirt ist er schneller als die gestylten Kids auf der Aschebahn des Sportplatzes. Bisher hat er nur auf der Tribüne gesessen, Sonnenblumenkerne gekaut, die Zeit totgeschlagen und versucht den Mist zu vergessen,  in den er in der Schule ständig verwickelt ist. Als der Trainer ihm vorschlägt in der Trainingsgruppe mitzumachen, hält er das für einen Witz, doch bald steht er mit geklauten Turnschuhen auf der Bahn. Mit schnellem Tempo auf kurzer Strecke entwickelt sich die Geschichte wie ein guter Sprint, dem es an nichts fehlt: Einsatz und Herzblut, Vertrauen und Wertschätzung. Familie und Drama. Und Ghost wird es mit ein paar Umwegen gelingen, sich selbst zu erkennen. Lesenswert.

Buchpalast – Film ab!

demnächst - Wie SuperLESERman zur Tat schreitet und Bücher Freunde machen

 

Folge 2: Wie SuperLESERman eine erstaunliche Bekanntschaft macht

In diesem Buch fehlt nichts. Berg heil! Bitte kaufen, loslegen und die Welt entdecken! Mehr....

 


 

Faustfestival im Buchpalast

  1. Faustisches Treiben mit Anette Spieldiener, Michael Weiser und Marion Hübinger


Familienurlaub in Island mit Folgen

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Katja Brandis: Kyona - Im Bann des Silberfalken, Arena 2018 €18,00

Die sechzehnjährige Kari fährt mit ihrer Familie, zu der seit neuestem auch der Partner ihrer Mutter Thorsten und dessen Sohn John gehörten, in den Ferien nach Island. Nicht eine Verwechslung, wie Kari lange glaubt, obndern die Fügung sorgt dafür, dass Kari durch ein magisches Tor in das Reich Isslar gelangt. Dort hält man sie für Cecily, eine Assassinin, die die junge Magierin Maeva töten soll. Doch Kari hat alles andere im Sinn als den Befehlen der Fürstin Lakana Folge zu leisten. Stattdessen freundet sie sich mit Maeva, mit Elfen, Eisdrachen und Wildpferden an, und ist zuletzt daran beteilgit, dass nach dem lang erwarteten Tod der Fürstin die Eiswache nicht die Macht an sich reißen kan. Karis Mut, ihre Tapferkeit im Kampf gegen alles, das sich ihr in den Weg stellt, aber vor allem ihre Gefühle für den Jungen Anrik, der das Feuer und damit die Vulkane auf Isskar beherrscht, sorgen dafür, dass am Ende die Welt in Isslar wieder eine Friedliche ist. Während der Leser Kari auf ihrem Abenteuer in der fantasievollen Welt Isslars voller Elfen, Trolle, Nufe und Geysire folgt, erfährt er im Wechsel auch etwas über das Geschehen in der Draußenwelt. Dort sucht die Famiie verzweifelt nach Kari und wird von der echten Assassinin bedroht. Ein aufregender Fantasyroman mit einer erfrischend lockeren Heldin inmitten der sagenhaften Kulisse Islands.

Eine erfrischend andere Ermittlerin

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Eine erfrischend andere Ermttlerin

Harry Bingham: Fiona - Den Toten verpflichtet, Rowohlt TB 2018, € 9,99

In der jungen Ermittlerin Fiona Griffiths erkennt der Leser schnell, wie sehr ihr das Lebn mitspielt. Im Team darf sie nur langweile Recherche betreiben, dabei wissen alle, dass sie trotz ihrer Eigensinnigkeit eine genialem Polizistin ist. Darauf beruft sie sich auch im aktuellen Fall einer ermordeten Prostituierten und deren Tochter. Fiona ist sich sicher, mehr zu erreichen, wenn sie vor Ort recherchieren dürfte, und setzt sich über die Ansage ihres Chefs hinweg. Eine junge und unbequeme Ermittlerin steht in Harry Binghams Krimiserie im Vordergrund. Und genauso erfrischend ist sein Schreibstil, der Lust auf mehr von Fiona macht.

Wie weit gehst du, um deine Familie zu schützen?

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Karen Cleveland: Wahrheit gegen Wahrheit, btb 2018 € 12.-

Vivian jongliert als engagierte Spionageabwehr-Analystin zwischen Beruf und Familie, denn ihr Job verlangt ihr viel ab. Dann gelingt ihr endlich der Durchbruch, das Aufdecken einer russischen Schläferzelle. Doch ihre Euphorie wechselt schnell in jähes Entsetzen: ihr Mann, seinerseits IT-Spezialist, taucht auf einem der Fotos auf. Spontan stellt sie ihren Mann zur Rede, denn sie kann nicht an die Unmöglichkeit glauben, all die Jahre eine wunderbare Ehe mit einem russischen Agenten geführt zu haben. Ihre Welt bricht von einem Tag auf den anderen zusammen, als ihr Mann nichts leugnet, und ihr rät, ihn anzuzeigen, d.h.. ihn zu opfern. Doch Vivian kämpft verbissen mit allen Mitteln, die ihr als ehemalige CIA-Agentin zur Verfügung stehen, um ihre Ehe und damit auch ihre Familie zu retten. Ein Klick auf dem Computer hat ungeahnte Folgen. Ein Thriller mit absolutem Suchtfaktor. Denn niemand lässt sich auf einen  Kampgf gegen zwei Geheimdiensten ein...

Menschheit 2.0

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Emily Suvada: Cat & Cole, Thienamnn Verlag 2018 € 17,00

Die Menschheit vor einem tödlichen Virus zu retten, spielt in diesem horriblen wie brillianten Futurfiction die schönste Nebenrolle der Welt. Die Mathematikerin und Autorin Emily Suvade spielt in so rasantem Tempo mit subkutan wachsenden Panels, gesundheitsfördernden Apps und Algorithmen, also der Menschheit 2.0, die scheinbar mit größter Selbstverständlichket auf digitaler Ebene mit dem menschlichen Code, der DNA, und der menschlichen Hardware laboriert, dass dem Leser bei der Lektüre förmlich die Luft weg bleibt.

Sprachlos

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Christina Dalcher: Vox, Fischer Verlag 2018 € 20,00

Eine verstörende Geschichte, eine aufrüttelnde Geschichte, eine, die man erst verdauen muss. Der Autorin gelingt es,  Leser und  Leserinnen ein Szenario vor Augen zu führen, das im Grunde undenkbar ist: Amerika ist abgeschottet vom Rest der Welt, die Frauen ihrer Rechte entmachtet, sie dürfen nicht mehr arbeiten, sollen sich nur noch um die Familie kümmern, und vor allem - mehr als 100 Worte am Tag sind nicht erlaubt. Die Strafe in Form von Stromschlägen ist Abschreckung genug, dass sich jedes kleine Mädchen, jede Frau daran hält. Die Gehirnwäsche funktioniert so perfekt, dass  der älteste Sohn der Hauptfigur  Giianna ssogar eine Freundin verrät, zu den "Unreinen", zu einer Gesetzesbrecherin zu gehören. Dr. Gianna McClellan tut indes alles,  um ihre Kinder zu schützen und nimmt darum auch das überraschende Angebot der Regierung an, ihre Forschungsarbeit wieder aufzunehmen. Was sie nicht weiß, dass dies Machthaber ganz andere Pläne mit dem von ihr entwickelten Serum für Schlaganfallpatienten haben. Die Menschen könnten auf einen Schlag und weltweit ihren selbstverständlichen Umgang mit der Srache  verlieren... Am Ende ist man über die Idee des Buches einfach nur sprachlos!

 

Jugend im Gespräch mit Lea-Lina Oppermann zu „Was wir dachten, was wir taten“

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Lea-Lina Oppermann: Was wir dachten, was wir taten, Beltz&Gelberg 2017 € 12,95
Außergewöhnliche Lebenssituationen sind in der Jugendliteratur ein beliebtes Thema. Gewissen und Haltung, das Leben selbst steht plötzlich auf dem Prüfstand. Lea-Lina Oppermann hat ihr Debüt mit 16 Jahren geschrieben und und beeindruckt mit Schreibtalent und Beobachtungsgabe zu jugendlichem Denken und Handeln. Ihr Buch ist zum Lieblingsbuch der Jugendlichen und zur perfekten Schullektüre avanciert.

Jochen Till und sein Vorleser präsentieren „Pogo & Polente“ und „Luzifer“

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Jochen Till: Pogo und Polente, Tulipan Verlag 2018 € 13,00

Wie schon in Luzifer, thematisiert Jochen Till auch in Pogo und Polente elterliche Vorbilder und kindliche Rebellion in witziger, ungewohnter Rollenverteilung. Polente, eigentlich Vanessa, wünscht sich, in die Fußstapfen ihres Vaters, eines Polizisten, zu stapfen und spielt gewissenhafter Recht und Ordnung, als es die Polizei erlaubt. Sie ist mit ihrem Vater ausgerechnet in das Haus neben Pogo und seine Eltern gezogen, die in ihrer verfallenen Hütte ein waschechtes Punkerleben führen. Dummerweise entwickelt Pogo seine Zukunftswünsche ebenso gewissenhaft wie Vanessa und dirket an seinen Eltern vorbei. Er ist ein angepasster, strebsamer Einserschüler, der die Schule und das Lernen liebt. Trotz allem läuft es mit Pogo und Polente nicht gleich rund. Erst als ein Fahrraddieb sein Unwesen treibt, beginnen die beiden gemeinsame Sache zu machen. Jochen Till lässt die Welten und Lebensansichten großer wie kleiner Menschen mit viel Spaß, Situationskomik und Augenzwinkern aufeinander prallen, immer mit der Gewissheit,  dass Kinder aus all dem, was sie umgibt, das Beste machen.

Heimstatt für einen Buchbewohner: Leben in Goethes Faust

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Einen Monat lang wurde der Buchpalast zur Heimstatt des Buchbewohners. Die nahezu unbekannte Spezis entstaubte unsere Bücher und verspann das Weltwissen in den Regalen. Der sonderliche wie seltene, furchtlose und über alle Maßen faszinierende Vertreter dieser Art lebte in Goethes Faust. Wir hatte ihm den Buchpalast mit Ensikats Originalen aus Faust und Osterspaziergang tapeziert. Er fand in unserer Buchhandlung ein begeistertes Publikum.

"Als Buchbewohner habe ich es mir in meinem Faust eingerichtet. Zwei Kochplatten beim Osterspaziergang. Ich bin halt ein Singlehaushalt. Faust, Wagner - aus." sagte Michael Weiser bestimmt

und kündigte mit einem Rotstift zahlreichen Faust-Mitbewohnern. Er kannte jede Zeile in und auswendig, hatte den Text renoviert und die Möbel umgestellt. Faust II Passagen glänzten nun in Faust I neben bayerischen Varianten. Ob unter der Dusche oder beim Staubsaugen, überall trug er Goethes Zeilen mit sich herum. Beobachtet man ihn in Münchens Straßen sieht man ihn oft mit einem ausgeschalteten Handy am Ohr. So kann er ungestört Goethes Verse vor sich hinmurmeln.

Wie Lemminge lesen lernen

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Ame Dyckman, Zachariah Ohora: Lest das Buch, Lemminge!

Gemütlich geht es auf dem Walfangschiff zu. Seine Besatzung liest. Foxy studiert ein Buch über Lemminge, Käpt'n Bär seine Zeitung. Während drei Lemminge wie aufgeregte Hüpfebälle auf der Reling herumturnen, zitiert Foxy das Neuste aus seinem Buch. Lemminge springen nicht über Klippen, steht dort. Kaum fällt das Wort "springen" hüpfen die Drei über die Reling in die Tiefe. Nach einer ersten Rettungsaktion versucht Foxy Abhilfe zu schaffen. Die Lemminge müssen das Buch lesen. Das allerdings, ist leichter gesagt als getan und es wird noch viele Sprünge von der Reling geben, die herzhaft lachen lassen, bevor die Lemminge wirklich lesen lernen und damit natürlich auf neue Ideen kommen. Mit seinen flächigen, schwarz dominierten, sparsamen Illustration, in denen die Lemmlinge in Sprechblasen ihre Aktionen kommentieren, spielt das  etwas anderes Buch für die Schultüte mit Comicelementen und lässt die Kinder mit schwungvollem Spaß schon ihre ersten Worte lesen.

Mobbinggeschichte mit Rettungsanker

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Frida Nilsson: Ich und Jagger gegen den Rest der Welt, Gerstenberg Verlag 2018 € 14,95

Als Jagger auf Bengt trifft, hatten die Kinder des Hofes ihn in den Müllraum zu den Containern gesperrt. Jagger, ein selbstbewusster Penner-Hund, war auf der Suche nach etwas Fressbarem gewesen und die beiden verband sofort ein Thema: die Gemeinheiten der Mitmenschen, die sie trafen. Im Gegensatz zu Bengt hatte Jagger seine Lösung für das Problem gefunden. Er handelte und schlug zurück.  "Das klang mächtig und schrecklich und gut zugleich." Die Allianz von Bengt mit Jagger befeuert die alltägliche Mobbinggeschichte in der Bengt steckt und für die Nilsson feinfühlige Szenen und Bilder findet. Wohl dosiert inszeniert sie Aktionismus, Gleichgültigkeit und Verlogenheit mit kindlich fantasischem Rettungsanker. Ein grandios gelungenes Buch mit viel Raum für Gespräche zu einem Thema, das auch uns täglich umgibt.

Schöne Girlie Romanze

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Susanne Mischke: Don't kiss Ray, dtv 2017 € 12,95

Schon beim Lesen des Buchtitels dürfte klar sein, dass sich das Buch " Don´t kiss Ray" der Genre Girlie-Romanze anfügt. Und ja, ich vergöttere Liebesgeschichten, doch diese hat es mir mal wieder besondern angetan! Jill Goldberg ist eigentlich ein ganz normaler Teenager: krause Locken, eine Schwäche für gutes Essen und ausgeprägter Musikgeschmack. Als sie jedoch mit ihren Freunden einen Trip auf ein open-air Festival unternimmt und an einem Waffelstand einen äußerst attraktiven Jungen kennenlernt, beginnt sich ihr Leben drastisch zu verändern: der junge Mann ist kein geringerer als der Frontmann der beliebten Rock-Band "Broken Biscuits"! Doch wie es das Schicksal will, erwischt ein hartnäckiger Fan die beiden und postet zahlreiche Fotos auf jeglichen Fandom-Plattformen. Jill wird schlimm beleidigt und auch Gewaltattacken häufen sich, doch dieser Ray will ihr einfach nicht aus dem Kopf gehen...Wird sich Jill für ihre Sicherheit oder für die Liebe entscheiden? Und vor allem: wie viel sind die beiden bereit zu riskieren?
 Ein toller Liebesroman über die Reichweite des sozialen Netzwerkes und das Risiko welches sie mit sich ziehen!