Faust quakt – Heimstatt für einen Buchbewohner

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Einen Monat lang wurde der Buchpalast zur Heimstatt des Buchbewohners. Die nahezu unbekannte Spezis entstaubte unsere Bücher und verspann das Weltwissen in den Regalen. Der sonderliche wie seltene, furchtlose und über alle Maßen faszinierende Vertreter dieser Art lebte in Goethes Faust. Wir hatte ihm den Buchpalast mit Ensikats Originalen aus Faust und Osterspaziergang tapeziert. Er fand in unserer Buchhandlung ein begeistertes Publikum.

"Als Buchbewohner habe ich es mir in meinem Faust eingerichtet. Zwei Kochplatten beim Osterspaziergang. Ich bin halt ein Singlehaushalt. Faust, Wagner - aus." sagte Michael Weiser bestimmt

und kündigte mit einem Rotstift zahlreichen Faust-Mitbewohnern. Er kannte jede Zeile in und auswendig, hatte den Text renoviert und die Möbel umgestellt. Faust II Passagen glänzten nun in Faust I neben bayerischen Varianten. Ob unter der Dusche oder beim Staubsaugen, überall trug er Goethes Zeilen mit sich herum. Beobachtet man ihn in Münchens Straßen sieht man ihn oft mit einem ausgeschalteten Handy am Ohr. So kann er ungestört Goethes Verse vor sich hinmurmeln.

Wie Lemminge lesen lernen

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Ame Dyckman, Zachariah Ohora: Lest das Buch, Lemminge!

Gemütlich geht es auf dem Walfangschiff zu. Seine Besatzung liest. Foxy studiert ein Buch über Lemminge, Käpt'n Bär seine Zeitung. Während drei Lemminge wie aufgeregte Hüpfebälle auf der Reling herumturnen, zitiert Foxy das Neuste aus seinem Buch. Lemminge springen nicht über Klippen, steht dort. Kaum fällt das Wort "springen" hüpfen die Drei über die Reling in die Tiefe. Nach einer ersten Rettungsaktion versucht Foxy Abhilfe zu schaffen. Die Lemminge müssen das Buch lesen. Das allerdings, ist leichter gesagt als getan und es wird noch viele Sprünge von der Reling geben, die herzhaft lachen lassen, bevor die Lemminge wirklich lesen lernen und damit natürlich auf neue Ideen kommen. Mit seinen flächigen, schwarz dominierten, sparsamen Illustration, in denen die Lemmlinge in Sprechblasen ihre Aktionen kommentieren, spielt das  etwas anderes Buch für die Schultüte mit Comicelementen und lässt die Kinder mit schwungvollem Spaß schon ihre ersten Worte lesen.

Mobbinggeschichte mit Rettungsanker

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Frida Nilsson: Ich und Jagger gegen den Rest der Welt, Gerstenberg Verlag 2018 € 14,95

Als Jagger auf Bengt trifft, hatten die Kinder des Hofes ihn in den Müllraum zu den Containern gesperrt. Jagger, ein selbstbewusster Penner-Hund, war auf der Suche nach etwas Fressbarem gewesen und die beiden verband sofort ein Thema: die Gemeinheiten der Mitmenschen, die sie trafen. Im Gegensatz zu Bengt hatte Jagger seine Lösung für das Problem gefunden. Er handelte und schlug zurück.  "Das klang mächtig und schrecklich und gut zugleich." Die Allianz von Bengt mit Jagger befeuert die alltägliche Mobbinggeschichte in der Bengt steckt und für die Nilsson feinfühlige Szenen und Bilder findet. Wohl dosiert inszeniert sie Aktionismus, Gleichgültigkeit und Verlogenheit mit kindlich fantasischem Rettungsanker. Ein grandios gelungenes Buch mit viel Raum für Gespräche zu einem Thema, das auch uns täglich umgibt.

Schöne Girlie Romanze

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Susanne Mischke: Don't kiss Ray, dtv 2017 € 12,95

Schon beim Lesen des Buchtitels dürfte klar sein, dass sich das Buch " Don´t kiss Ray" der Genre Girlie-Romanze anfügt. Und ja, ich vergöttere Liebesgeschichten, doch diese hat es mir mal wieder besondern angetan! Jill Goldberg ist eigentlich ein ganz normaler Teenager: krause Locken, eine Schwäche für gutes Essen und ausgeprägter Musikgeschmack. Als sie jedoch mit ihren Freunden einen Trip auf ein open-air Festival unternimmt und an einem Waffelstand einen äußerst attraktiven Jungen kennenlernt, beginnt sich ihr Leben drastisch zu verändern: der junge Mann ist kein geringerer als der Frontmann der beliebten Rock-Band "Broken Biscuits"! Doch wie es das Schicksal will, erwischt ein hartnäckiger Fan die beiden und postet zahlreiche Fotos auf jeglichen Fandom-Plattformen. Jill wird schlimm beleidigt und auch Gewaltattacken häufen sich, doch dieser Ray will ihr einfach nicht aus dem Kopf gehen...Wird sich Jill für ihre Sicherheit oder für die Liebe entscheiden? Und vor allem: wie viel sind die beiden bereit zu riskieren?
 Ein toller Liebesroman über die Reichweite des sozialen Netzwerkes und das Risiko welches sie mit sich ziehen!

Ans Meer !

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Ans Meer!

René Freund: Ans Meer, Deuticke Verlag 2018 € 16,00

Anton ist ein gutmütiger, ein wenig schüchterner, bäriger Busfahrer, der jeden Tag die Schulkinder kutschiert. Und dann ist da noch Clara, die Mutter einer Schülerin, die er seit Jahren zur Therapie mitnimmt im Kampf gegen Krebs. Clara wünscht sich nichts sehnlicher, als noch einmal an den Ort ihrer Kindheit zu kommen . eine kleine Bucht nahe Duino in Italien. Das ist nicht gleich um die Ecke, auch, wenn man in Österreich lebt. Clara bittet Anton an einem ganz normalen Morgen, sie dorthin zu bringen - mit dem Schulbus. Dass Anton dies tut, hat auch mit Doris zu tun - seiner Nachbarin, der er sich sehr nahe fühlt, die aber wohl doch noch Abstand braucht. Mit von der Partie sind einige Schüler, zwei zunächst unerkannte blinde Passagiere und dann gäbe es da noch zwei Hippies, die den Weg dieser kleinen Truppe kreuzen. René Freund ist ein Garant für gute Unterhaltung mit Niveau!

Am Bauhaus in Weimar

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Tom Saller: Martha tanzt, List Verlag € 20,00

Martha sieht schon als Kind Formen, wenn sie Musik hört. Wolfgang, der wie ein väterlicher Freund in Marthas Familie lebt, versteht sie und weiß vom neu eröffneten Bauhaus in Weimar. Vielleicht findet sie dort heraus, wie sie diese Fähigkeit umsetzen kann? So folgt der Leser Martha ins Weimar der 1920er Jahre und ihrem Weg zu den großen Meistern, zu ihrer ersten Frauenfreundschaft, zum Ausdruckstanz und  beobachtet mit ihr das Erstarken der rechten Kräfte. Nach fünf Jahren kehrt Martha in ihre Heimat Pommern zurück, wo sie ihren sehr eigenen Weg geht. Wie sie die Kriegszeiten überlebt, erschließt sich aus der Rahmenhandlung in der heutigen Zeit, da ihr Tagebuch auftaucht und einen jugendlichen Leser in seinen Bann zieht.

Drei Lebensstränge zu einem verwoben

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Laetitia Colombani: Der Zopf, Fischer Verlag 2018 € 20,00

Ein Roman, der den Leser auf eine unglaubliche Reise mitnimmt: drei Frauenschicksale, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch am Ende miteinander verwoben sind. Das Erstaunliche ist dabei, dass es der Autorin gelingt, die Spannung bis zum Ende aufrecht zu erhalten, wie die 3 Erzählstränge zuletzt zu einem Zopf geflochten werden, wie aus den 3 Geschichten von starken Frauen eine gemeinsame wird. Da ist Sarah, die ehrgeizige Topanwältin und Teilhaberin einer Kanzlei in Montreal, zugleich alleinerziehende Mutter,  die vor der Diagnose Brustkrebs nicht zurückschreckt. Oder Smita, die indische Frau und Mutter aus der Kaste der Unberührbaren, die sich für ihre sechsjährige Tochter ein anderes Leben wünscht. Zuletzt die zwanzigjährige Giulia aus Sizilien, die nicht nur dem überraschenden Tod ihres Vaters, sodern auch dem drohenden Konkurs des Familienunternehmens ins Auge sehen muss. Die 3 so unterschiedlichen Frauen kämpfen für sich, für andere und letztlich auch für ein besseres Leben.

Kenia, 20er Jahre

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Kat Gordon: Kenia Valley,  Atlantik Verlag 2018 € 20,00

Das afrikanische Leben pulsiert in den 20er Jahren in Kenia, als der 15-jährige Theo mit seiner Familie auf eine Farm zieht. Während sein Vater in Nairobi arbeitet, die kleine Schwester ihn wenig interssiert, und sein Verhältnis zur Mutter angespannt ist, findet Theo Anschluss bei einer Gruppe junger Adliger, die ein eher unkonventionelles Leben mit Partys  Liebeleien und Pferderennen führen. Theo verliebt sich heimlich in die mit Männern flirtende, glamouröse Lady Sylvie, und als er nach seinem Studium aus Edinburgh zurückkehrt, hofft er, ihr endlich als Mann auf Augenhöhe begegnen zu können. Doch die Menschen beginnen sich zu verändern. Die 30er Jahre stehen im Zeichen des aufkommenden Faschismus in Deutschland, die Gespräche auf den Partys werden zunehmend politischer, die Gemüter erregter, und am Ende muss Theo erkennen, dass er sich nicht nur in manch einem Freund getäuscht hat, sondern auch seine Familie mit anderen Augen sehen muss.

Schlaflose Nächte

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Schlaflose Nächte

Brad Parks: Nicht ein Wort, Fischer Verlag 2018 €14,99

Schlaflose Nächte bereitet die Entführung der Zwillinge Emma und Sam nicht nur den Eltern, sondern auch dem Leser. Denn die Entführung wird als Druckmittel benutzt, damit der Vater, Richter Sampson, bei einem aktuellen, von Presse und Politik viel beachteten Gerichtsfalll im Sinne der Entführer Recht spricht. Ein menschliches Drama mit katastrophalen Folgen. NIchts tun zu könen und die Polizei nicht einzuschalten, löst bei den Eltern unerwartete Szenarien aus. Dies geht so weit, dass der Richter seine eigene Frau verdchtigt, auf den Anwalt des Klägers einen Privatdetektiv ansetzt und sich selbst immer mehr in Lügen verstrickt.  Ein großartiger Thriller auf dem Hintergrund eines Justizfalls, der für jede Menge Spannung und unerwartete Wendungen sorgt.

Autorensamstag mit Susanna Partsch

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Susanna Partsch: Schau mir in die Augen, Dürer. Die Kunst der alten Meister erklärt von Susanna Partsch, Beck Verlag 2018 € 28.-

Sie verpackt alte Meister neu und jongliert mit Rot, Blau, Gelb: Susanna Partsch ist eine Kunstexpertin für Jung & Alt. Am Autorensamstag, 3. November 2018 empfiehlt und signiert sie zwischen 11:00 Uhr und 13:00 Uhr im Buchpalast. Kommen Sie mit ihr über Kunst oder Fälschung ins Gespräch. Ihr neustes Werk "Schau mir in die Augen, Dürer" hat Weihnachtsgeschenk-Potential.
Weshalb trägt Maria immer einen blauen Mantel? Wieso malte Rubens mit Vorliebe füllige Frauen? Wie lassen sich die großen Formate durch kleine Museeumstüren transportieren? Reden wir hier wahrlich über 500 Jahre alte Schinken? Die ästhetische Aufmachung dieses mit großer Liebe gestalteten Buches ist ein Hingucker. Die aktuellen Fotos von ungeahntem, musealem Treiben lassen staunen. Susanna Partschs erhellenden Erklärungen fesseln wie ein Krimi. Sie liefert wohldosierten Einblick, Aha-Erlebnis und packendes Detail in rasantem Wechsel. Ein Buch, mit dem man gleich ins nächste Museum laufen möchte.

Street Art Leben

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Irmgard Kramer: 17 Erkenntnisse über Leander Blum, Loewe Verlag 2018 € 17,95

Leander und Jonas führen ein Doppelleben. Tagsüber schlafen sie sich durch die Schule, nachts streifen sie über Gleise und durch Tunnel, auf der Suche nach geeigneten Orten für ihre Graffiti. Wenn sie die Spraydose ansetzen steht die Zeit still. Sie verschmelzen mit Farbe, Form und Perspektive. In ihnen pulsiert das ganze Leben. Alles wird Kunst. Ihre Freundschaft ist alles. Sie arbeiten Hand in Hand und können einander blind vertrauen bis das Mädchen Lila Leanders Blick fesselt. Kramer erzählt von den klassischen Wirrnissen zwischen Freundschaft und Verliebtsein, bei dem das Äußerste nicht ausbleibt. So wie Leander und Jonas ihre Kunstwerke in Schichten mit unterschiedlichen Techniken auftragen, umspielen sich Lila und Leander auf verschiedenen Zeitebenen. Kommentare zu Leanders Gemälden stehen seinen Kapiteln voran. Ebenso gewinnt Lila ein Bild von ihm. Im einfühlsamen Setting treibt die Unmittelbarkeit und Dramatik von Leanders Leben seine Kunst voran. Ihre Ausdrucksmittel verleihen mit Licht, Verzerrung, Täuschung und Überraschung dem Text seinen Schwung. Die Kunst führt Leander an den Abgrund. Sie rettet ihn. Und am Ende sieht jeder etwas anders. Bemerkenswert.

Optimist und Friedensaktivist

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Elisabeth Zöller: Verändert die Welt! Hanser Verlag 2018 € 19.-

Rudi Dutschke und die Studenten der 60er Jahre haben sich aktiv mit ihrer Gesellschaft auseinandergesetzt und ihren Protest, ihre neuen Ideen des Miteinanders auf die Straße gebracht. Nicht alles war gut aber vieles richtig im Kern. Sie haben den Weg geebnet, für Errungenschaften, die heute selbstverständlich sind. Geschichte ist machbar! Was können wir aus diesen Zeiten lernen? Elisabeth Zöller zeigt in ihrer knappen Biografie vor allem das Denken und Handeln seiner Zeit auf, den Aufeinanderprall von Bevölkerungsgruppen und Lager im Kalten Krieg: Studenten,  die Demokratie lebten,  Axel Springer, der Meinungsmacher, die regierenden im konservativen Rechtsstaat, Polizei, der Hass und die Angst die Bevölkerung im Wohlstandsfieber, und die Westberliner im Speziellen in ihrer Dankbarkeit gegenüber den Amerikanern, die gerade Vietnam bombadierten.  Manchmal gibt es annähernde Töne, in der Freundschaft zwischen Bloch und Dutschke. Er war ein charismatischer, kluger Redner mit Herz, ein Vielleser und Optimist, ein überzeugter Friedensaktivist, Markenzeichen selbstgestrickter Ringelpulli, dessen Leben und Wirken viel zu früh durch den versuchten Mordanschlag zerstört wurde.

Der Springteufel aus der Mottenkiste der Geschichte

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Wolfgang Korn: Karl Marx. Ein radikaler Denker, Hanser Verlag 2018 € 19.-

Eigentlich hatte Wolfgang Korn die Marx Schriften schon lange auf dem Dachboden eingelagert, da kommen sie wie ein Springteufel aus der Mottenkiste der Geschichte wieder heraus und ist aktueller denn je. Was ist dran, an Marx? "Das Kommunistische Manifest ist nicht nur eine politische Kampfschrift, sondern auch ein geschichtsphilosophisches Dokument", sagt er, der sich in seiner knappen Marx Biografie für jungen Leser bemüht, den Menschen Marx in seine Zeit einzubetten, seine komplizierten Texte einfach zu erklären und dabei sowohl sozialen, politischen und philosophischen Spuren nachgeht. Sein Text vom Leben und Wirken wird von zusätzlichen, fett hervorgehobenen, Ausführungen und Originalzitaten unterbrochen. Er wirkt insgesamt ein wenig eckig und bietet doch einen guten, schnellen Einstieg zu den wesentlichen Fragen, die Marx bewegten. Wolfgang Korn endet nicht mit Marx Tod. Er zeigt sein Wirken bis in die heutige Zeit auf und macht Lust aufs Weiterlesen.

Sport auf Dächern

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Jutta Wilke: Roofer, Coppenrath Verlag 2017 € 14, 95

In dem Buch geht es um das Mädchen Alice, das über ihre Freundin eine Gruppe Jugendliche kennenlernt, die zu den sogenannten Roofern gehören. Sie klettern ohne Kletterausrüstung auf Hochhäuser, filmen sich dabei und stellen die Videos ins Internet. Alice ist fasziniert, freundet sich mit ihnen an und verliebt sich in einen der Jungs. Doch als plötzlich ein Rivalenstreit unter den Roofern ausbricht und Alice Freundin eine lebensgefährliche Mutprobe bestehen muss, gerät alles außer Kontrolle. Ich finde, dass das Buch sehr gut geschrieben ist. Man kommt schnell in die Geschichte rein und trotz einiger eintöniger Stellen ist es ist von der ersten bis zur letzen Seite spannend. Ich kann das Buch vorallem 11- 13 jährigen empfehlen.

 

7. November 2018, 19:30 Uhr: Palastschätze live – Thomas Ernst liest aus „Schweben“

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Jürgen-Thomas Ernst: Schweben, Braunmüller Verlag 2017 € 20.-

Dieses Buch hat mich tief berührt: es erzählt von Josefs Leben, in dem ihn Rosa ein gutes Stück begleitet. Sie sind ganz einfache Menschen, die ohne Aufhebens ihr Leben in die Hand nehmen. Sie haben wenig und brauchen nicht viel, sie nehmen Glücksmomente wahr und machen sie sich selbst und einander bewusst. Sie finden und verlieren einander und der Leser begleitet sie bei verschiedenen Episoden zwischen Kindheit und Alter. Es steckt viel Lebensweisheit in diesem schmalen Buch in Gedanken und Sätzen, die den Leser auch nach der Lektüre begleiten werden. Wer das Buch "Ein ganzes Leben" von Robert Seethaler und "Ein Leben mehr" von Joyceline Saucier gerne gelesen hat, wird auch dieses Buch lieben!

4. Juni-15. Juli 2018: Magie und Hexenzauber für jedes Alter. Ausstellung Faust Illustrationen von Klaus Ensikat

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Barbara Kindermann, Johann Wolfgang von Goethe: Faust, Kindermann Verlag € 16,90

Klaus Ensikat, 1937 in Berlin geboren, ist einer der brillantesten Buchkünstler der Gegenwart. In seinen detailreichen, mit feinem Strich gezeichneten Bilderbuchszenen können es Kinder schon früh mit der Weltliteratur aufnehmen. Verweile doch, du bist so schön! Seine Bilder verblüffen in ihrer ungewöhnlichen Mischung aus Realismus und Fantastik. Für den Kindermann Verlag hat er zahlreiche Werke der Weltliteratur illustriert. Der Buchpalast zeigt vom 4. Juni bis 15. Juli Originale aus „Faust“ und „Osterspaziergang.“

Zwanziger Jahre in Berlin

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Kerstin Ehmer: Der weiße Affe, Pendragon Verlag 2017 € 17,00

Eine spannende Kameraführung, mit dem der Leser nach Berlin in die Goldenen Zwanziger mitgenommen wird. Die fast atemlose, knappe Szeneneinstellung, betrachtet mit den Augen des Ariel Spiro. Der junge Kommissar, der aus der Provinz nach Berlin zieht und seine Arbeit aufnimmt. Vieles hält die Autorin lange zurück, so auch das Motiv des Mordes, und der Kommissar läuft Gefahr, schon bei diesem ersten Fall zu scheitern.

 

Mord im 15. Jahrhundert

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Petra Schier: Das Gold des Lombarden, Rowohlt TB 2017 € 9,99

Aleydis de Bruinker wird von vielen unterschätzt, denn sie ist nicht nur jung und hübsch, sondern für das gewohnte Frauenbild im 15. Jahrhundert auch ungewöhnlich schlau.. Als ihr wesentlich älterer Mann, ein Lombarde,  nach einer sehr kurzen, aber liebevolen Ehe stirbt, setzt sie alles daran, dass der Tod nicht als Selbstmord abgetan wird. Denn es geht tatsächlich um Mord. Und um viel Geld. Nach und nach wird der jungen Witwe klar, dass ihr Mann zwei Gesichter hatte, und dass er als Geldverleiher nicht nur ehrenwerte Geschäfte betrieben hat. So finden sich schnell zahkreiche Feinde, und sie weiß bald nicht mehr, wem sie trauen kann. Der historische Krimi hat alles, was man braucht, um mitzufiebern, ob es der jungen Frau am Ende gelingen wird, den Ruf ihres Mannes wiederherzustellen und hr eigenes Glück zu finden.

4. Juli 2018 18:30 Uhr: Jochen Till und sein Vorleser präsentieren „Pogo & Polente“ und „Luzifer“

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Jochen Till: Pogo und Polente, Tulipan Verlag 2018 € 13,00

Wie schon in Luzifer, thematisiert Jochen Till auch in Pogo und Polente elterliche Vorbilder und kindliche Rebellion in witziger, ungewohnter Rollenverteilung. Polente, eigentlich Vanessa, wünscht sich, in die Fußstapfen ihres Vaters, eines Polizisten, zu stapfen und spielt gewissenhafter Recht und Ordnung, als es die Polizei erlaubt. Sie ist mit ihrem Vater ausgerechnet in das Haus neben Pogo und seine Eltern gezogen, die in ihrer verfallenen Hütte ein waschechtes Punkerleben führen. Dummerweise entwickelt Pogo seine Zukunftswünsche ebenso gewissenhaft wie Vanessa und dirket an seinen Eltern vorbei. Er ist ein angepasster, strebsamer Einserschüler, der die Schule und das Lernen liebt. Trotz allem läuft es mit Pogo und Polente nicht gleich rund. Erst als ein Fahrraddieb sein Unwesen treibt, beginnen die beiden gemeinsame Sache zu machen. Jochen Till lässt die Welten und Lebensansichten großer wie kleiner Menschen mit viel Spaß, Situationskomik und Augenzwinkern aufeinander prallen, immer mit der Gewissheit,  dass Kinder aus all dem, was sie umgibt, das Beste machen.

16. Juli 2018, 18:30Uhr: Lea-Lina Oppermann im Gespräch mit den Bücherfressern zu ihrem Roman „Was wir dachten, was wir taten“

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Lea-Lina Oppermann: Was wir dachten, was wir taten, Beltz&Gelberg 2017 € 12,95
Außergewöhnliche Lebenssituationen sind in der Jugendliteratur ein beliebtes Thema. Gewissen und Haltung, das Leben selbst steht plötzlich auf dem Prüfstand. Lea-Lina Oppermann hat ihr Debüt mit 16 Jahren geschrieben und und beeindruckt mit Schreibtalent und Beobachtungsgabe zu jugendlichem Denken und Handeln. Ihr Buch ist zum Lieblingsbuch der Jugendlichen und zur perfekten Schullektüre avanciert.
Nach der Lesung werden die Bücherfresser mit der Autorin ins Gespräch gehen.
Lea-Lina Oppermann, beschreibt  die Ausnahmesituation eines Amoklaufes in der hermetisch abgeriegelten Welt des Klassenzimmer auf hohem Spannungsniveau aus drei Perspektiven. Zwei Durchschnittschüler Mark, Fiona und ihr junger Lehrer Herrn Filler erzählen. Wie in Zeitlupe spiegeln sie in gekonntem rhythmischen Wechsel jede Bewegung des Eindringlings und der Gruppe und sehen dabei immer sich selbst im Zentrum der Situation.  Allen voran der Lehrer, dessen knapper Altersvorsprung und  Ausbildung ihn keineswegs erhabener oder aktiver gemacht haben. Selbst als der Täter einen Stapel Briefe mit seinen Wünschen auf den Tisch legt, Forderungen in denen jeder mal gezwungen wird, andere Bloßzustellen, kommt keinem die Frage in den Sinn, was hier überhaupt gespielt wird. Viele Möglichkeiten des Eingreifens verstreichen. Stück für Stück erkennen die Erzähler die Rolle Einzelner im Gesamtkontext der Gruppe und füllen ihre bisherige Nichtwahrnehmung mit defensiven Rechtfertigungen. Bei diesem Text handelt es sich um einen erzählerisch versierten,  düstern Zustandsbericht des Seins, der nach Diskussion und Klassenlektüre ruft.

 

Die Veranstaltung eignet sich für Jugendliche und Erwachsene. Eintritt € 5.-. Um Anmeldung wird geben.

Ein Interview mit Lena-Lia Oppermann, das wir auf der Buchmesse führten, finden Sie hier.