18. Mai 2019, 15:00 Uhr: Der erste Deutsche im All. Zu Gast Sigmund Jähn

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Maja Nielsen: Kosmonauten. Mit 20.000 PS ins All. Gerstenberg Verlag € 12,90

Der menschliche Versuch nach den Sternen zu greifen, wurde vom Wettlauf zweier Großmächte, dem kalten Krieg in dem sie sich befanden, angekurbelt. Und abhängig davon, ob man als Kind in West oder Ost groß wurde, heißen die Helden des Weltraums Neil Armstrong oder Jury Gagarin, Ulf Merbold oder Sigmund Jähn. Die sowjetischen Raumfahrt hatte in einigen Punkten die Nase vorn. Sie schickten den ersten Menschen überhaupt in die Erdumlaufbahn und auch der erste Deutsche im All, Sigmund Jähn, war Bürger der DDR, ein Kosmonaut. Maja Nielsen spürt  in ihrem Buch  diesen ersten Weltraumabenteurern, den Kosmomauten, nach und erzählt packend für Kinder und Erwachsene über eine noch heute faszinierende, historische Zeit.

21 Kinder

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Jocelyne Saucier: Niemals ohne sie, Insel Verlag 2019 € 20,00

Jocelyne Saucier hat ein weiteres Mal einen beeindruckenden Roman geschrieben, der mich immer mehr in den Bann gezogen hat und bei dessen letzten Kapitel ich nur noch dachte: grandios! Grandios die unaufgeregte und ausdrucksstarke Sprache, der Aufbau, der aus verschiedenen Blickwinkeln Innerem und Äußerem nachspürt, das Einfühlungsvermögen. Jocelyne Saucier erzählt die Geschichte einer kanadischen Familie mit 21 Kindern, die sehr wild und frei aufwachsen. Der Vater ist Erzsucher, der in der Welt seiner Gesteinsanalysen versinkt, die Mutter ist tags nur in der Küche zu finden und hat doch einen Blick tief in die Seelen ihrer Kinder. Ein tragisches Ereignis bringt Schweigen zwischen die Familienmitglieder und die Frage nach dem wahren Hintergrund und ob sie sich der Wahrheit jemals werden stellen können steht zwischen ihnen.

Auf den Spuren jüdischen Lebens

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Mirjam Pressler: Dunkles Gold, Beltz & Gelberg 2019, € 17,95

Das letzte Buch der im Januar 2019 verstorbenen Autorin Mirjam Pressler setzt sich eindringlich mit dem Umgang, den Vorbehalten, den verschiedenen Gedanken, die wir gegenüber Menschen mosaischen Glaubens hegen, auseinander und dreht dabei unverzichtbare Fragen in den Köpfen ihrer Protagonisten: Sind jüdische Menschen bessere Menschen, nur weil sie Juden sind und ihnen im Lauf der Geschichte viel Unrecht, Leid, Vertreibung und systematische Ermordung zugefügt wurde? Warum kann der Antisemitismus nicht endlich enden? Wie steht es heute mit unserer Schuld ? Pressler führt ihre Leser über den Fund eines Goldschatzes in Erfurt zwischen dem Hier und Jetzt und dem Mittelalter hin und her.

Einfach Müll?

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Gerda Raidt: Müll, Beltz &Gelberg 2019

Spannend, wissensprall und eine gelungene Vorleselektüre: Ehe man sich's  versieht, sind Leser, Vorleser und Zuhörer abgetaucht, in den Müllbergen unserer Zivilisation. Mal lässt uns die Autorin archäologisch gründeln, mal gegenwärtig, sortiert nach Materialien, in den Mülltonnen vor dem Haus, auf dem Wertstoffhof oder auf den Müllkippen in Indien und Südamerika. Werden und Vergehen wäre dabei der natürliche Kreislauf der Natur. Ein Weg, den auch unser Müll bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts fast vollständig genommen hat. Heute sieht das anders aus.  Aus entsorgtem Plastik ist im Meer ein nicht abbaubarer Teppich geworden, der unerwünscht in alle Lebenskreisläufe dringt. Wie können wir das Mikroplastik wieder aus der Welt schaffen? Und wie nachfolgende Generationen vor Atommüll warnen, der viele Menschenleben braucht, sich in unschädliche Bestandteile zu zersetzen. Müll ist nicht für jeden gleich Müll. Aus Müll kann man auch Neues schaffen, unnötige Verpackung kann man meiden. Am Ende stehen einige ratsame Tipps, die Sache mit dem Müll aktiv anzugehen. Hier können auch Grundschulkinder schon mitmachen. Ihnen  überlassen wir schon heute unseren Müll. Lasst uns also darüber reden, wie wir den nicht recyclebaren Müllberg möglichst klein halten können!

Im Würgegriff des Überwachungsstaates

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Grit Poppe: Schuld, Dressler Verlag € 9,99

Jana wächst in einem partei- und linientreuen Elternhaus auf. Gerade ist sie in eine schöne Villa am Stadtrand Berlins gezogen. Ihr Vater hat die Leitung eines Hotels übernommen. Neben ihr in der neuen Klasse sitzt Jakob. Seine Eltern haben einen Ausreiseantrag gestellt. Er gilt als Einzelgänger. Besser man hat keinen Kontakt zu ihm. Die beiden Außenseiter finden sich und Jana lernt die Welt Jakobs kennen, erst naiv, dann erstaunt und am Ende gefangen in vielen widerstreitenden Gedanken, in denen sie sich fast selbst verliert.

Auf der falschen Spur

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Simon Mason: Running Girl, Rowohlt Rotfuchs 2019 €14,99

Dieses Jugendbuch bedient alles, was ein guter Krimi braucht: eine Leiche, ein interessanter Kommissar - Inder, jung und noch wenig erfahren in seinem Job, aber dafür mit umso mehr Ehrgeiz - eine Stadt, in der Arbeistlosigkeit, Glücksspiel und Kriminalität kein Fremdwort sind, und viele ungelöste Fragen. Genau mit diesen Fragen beschäftigt sich der 16-jährige Garvie, ein gelangweilter Schüler, der seiner Mutter trotz seines überaus hohen IQ´s den letzten Nerv raubt, und rein zufällig auch Ex-Freund des Mordopfers ist. Statt sich auf seine Abschlussprüfungen zu konzentrieren, ermittelt er auf seine eigene Weise, kombiniert Informationen, stellt die richtigen Fragen und ist dem Kommissar Singh ständig ein Dorn im Auge. Nach zwei falschen Verdächtigen, jede Menge Ärger wegen fehlender Ermittlungserfolge und dazu die kryptischen Hinweise von Garvie bringen den Kommissar endlich ans Ziel. Der Leser hat über lange Strecken mitgefiebert, sich an der Lässigkeit und Lebensunlust des Sechzehnjährigen aufgerieben, um dann endlich auf den letzten Metern in einem großartigen Showdown mit Singh und Garvie mitzuzittern. Ein intelligenter und zugleich jugendlicher Krimi, der bis zuletzt fesselt.

Traumspringer

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Alex Rühle: Traumspringer, dtv junior 2019 € 14,95

Leon träumt mit offenen Augen. Sein Freund Max träumt am Handy. Er testet Beta- Spieleversionen aus der Firma seines Vaters. Unablässig befindet er sich in virtuellen Verfolgungsjagden. Leon hätte auch Elias gern zum Freund, aber dieser schweigt und ist abweisend. Er ist der Außenseiter der Klasse. Als Leon eine Fledermaus aus einem Traum am Klassenzimmerfenster sieht und den Wolf aus dem Zoo, der bald vermisst gemeldet wird, im Traum ist er sich sicher, dass zwischen Wachen und Schlafen seltsame Verbindungen existieren. Bald lernt er Morpheus und seine Geschwister kennen und erfährt von verschwundenen Kindern und geklauten Träumen, mit denen es sich Geld verdienen lässt.

Leben, denken, handeln. Wenn das Gewissen mit den Zähnen knirscht.

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Klaus Kordon: Krokodil im Nacken, Beltz & Gelberg TB € 9,95

Manfreds Kindheit wird vom Leben in Mutters Kneipe bestimmt.  Oft strohmert er durch die Straßen des östlichen Berlins und spielt in den Trümmerbergen, geht für die Mutter einkaufen, am  S-Bahnhof Gesundbrunnen mit seinem westlichen Einkaufspardies. Er verliert sich in der Welt der Bücher, entdeckt das Kino und das Theater. Die Kriegswitwe hat keine Zeit für Kindererziehung. Sie stirbt früh und Manfred wird als Spätweise in einem sozialistischen Kinderheim erwachsen. Mitten in der Arbeit stehend holt er sein Abitur nach und macht ein Fernstudium, heiratet jung und bekommt zwei Kinder. Den geforderten Eintritt in die Partei, das politische Mitwirken am Aufbau des Arbeiter- und Bauernstaates den die DDR Diktatur erzwingt, wird von Lenz immer wieder erneut umgangen.

Für Demokratie und Menschenrechte

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Thomas Henseler, Susanne Buddenberg: Grenzfall. Ost-Berlin 1982: Ein Schüler rebelliert gegen die herrschende Politik, avant Verlag €14,95

Sie drucken ihre Zeitung, die sie Grenzfall  genannt haben, in wechselnden Verstecken. Anfangs in einer Auflage von 50 Exemplaren, später einige Hundert. Immer im Visier und auf Flucht vor dem Überwachungsapparat der DDR, dem Ministerium für Staatssicherheit, für die sie sich mit ihrem Handeln und ihrer Meinung zu Staatsfeinden gemacht haben. Sie berichten von all dem, was in der DDR nicht laut gesagt werden darf und fordern die Menschenrechte ein: Das Recht auf freie Meinungsäußerung, Chancengleichheit in der Bildung, Versammlungs- und Reisefreiheit. Sie schreiben über die Umweltzerstörung durch den Braunkohleabbau und äußern sich gegen die Stationierung von Atomwaffen, einer Friedensinitative, die sich in den 80er Jahren in beiden deutschen Ländern formiert.

Kinderalltag an der Mauer

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Katja Ludwig: Das Mauerschweinchen, cbj 2019 € 13.-

"Schwein gehabt", denkt Aron als das Meerschweinchen an seinem improvisierten Gleitschirm über die Grenzanlage in den Westen Berlins segelt. Ein Meerschwein und die Berliner Mauer bilden den Mittelpunkt zweier Kindergeschichten, die vom Leben in den deutschen Ländern der 80er Jahre erzählen. Die Mauer führt quer über die Wolliner Straße und bildet die Begrenzung der kindlichen Welten. Arons Eltern wollen mit dem Westen nichts zu tun haben, aber Arons Oma besucht ihn regelmäßig. Als Rentnerin darf sie von Osten nach dem Westen reisen. Deshalb nennt Aron sie auch seine "Wandeloma". In Noras Mietshaus auf der westlichen Seite wohnt auch ein Oma. Jeder nennt sie Oma Wirsing. Sie wandelt manchmal in umgekehrter Richtung, von West nach Ost, um sich die Haare preisgünstig in lila Locken legen zu lassen. Nora gößter Weihnachtwunsch wäre ein Meerschwein gewesen, doch ihre Eltern wollen ihn ihr nicht erfüllen.

Jung und alt

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Thomas Sautner: Großmutters Haus, Picus Verlag 2019 € 22,00

EIne junge Frau, auf der Suche nach dem eigenen Weg, die nach vielen Jahren ihre Großmutter wiederfindet und mit Erstaunen feststellt, wie frei und unabhängig diese ihr Leben lebt. Und dann gibt es da noch einen jungen Mann, der nicht sprechen kann - oder nicht sprechen will?  Die beiden jungen Leute werden ihre ganz eigene Art des Kommunizierens entdecken und so einige Überraschungen erleben.

Eine wahre Geschichte

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Abdullah Al-Sayed, Kerstin Kropac: Geflüchtet. Zu Hause in Detuschland, daheim in Syrien, Arena 2018 €9,99

Abdullah ist 16 als er im Sommer 2015 Syrien und den Rest seiner Familie endgültig verlassen muss. Ein Leben in seiner vom Krieg verwüsteten Heimat ist kaum mehr möglich. Sein Vater wurde bei einem der täglichen Bombenangriffe getötet, sein Bruder ist aus dem Bus heraus verschleppt worden. Abdullah wird am Ende seiner Fluchtodyssee in einem Kinderheim in Deutschland landen. Hochmotiviert und in der Hoffnung auf eine Zukunft lernt er die deutsche Sprache, holt seinen Realschulabschluss und das Fachabitur nach. Seine Geschichte hat er mit Hilfe der Journalistin Kerstin Kropac aufgeschrieben. Der Text führt unaufgeregt und kompakt durch die Ereignisse seines Lebens und lässt keinen Zweifel daran: niemand flüchtet freiwillig oder aus Zeitvertreib oder, weil er es in einem fremden Land bequemer haben möchte. Dieser Text ist hervorragend als Schullektüre geeignet. Er gibt Flüchtlingen ein Gesicht und bietet einen guten Überblick über den Syrienkonflikt.

Wie die Fantasie im Spiel mit Geschichten groß und stark macht

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Lissa Evans: Fitz Fups muss weg, Mixtvision 2019 € 15,00

Das Buch, welches Phine ihrer vierjährigen Schwester Minnie zum hundersten Mal vorlesen soll, handelt von bunten Farbtonnen, Wimblis genannt, die glücklich in noch bunterem Wimbli-Land leben, wo alle in furchtbaren Reimen sprechen. Nachdem ein Verkehrsunfall  Minnie ins Krankenhaus gebracht hat, gerät Phine ausgerechnet mit ihrem verhätschelten Cousin Graham in dieses unsägliche Buch. Die klassische Schnittstelle ist schlicht wie schön angelegt und mittels Spielzeughandy werden die Welten in Kontakt bleiben.  Phine muss  die Wimblis und das Land von der Tyrannei des Fitz Fups, eines von Minnies Kuscheltieren, befreien und das gelingt nur, wenn alle zusammen helfen und Mut beweisen. Während sich das bunte Land durch Fitz Fups mehr und mehr entfärbt weisen die Reime den Weg zum Ziel, denn das Abenteuer scheint auch ein Spiel zu sein. Dieses wunderbar verrückte, witzige, gut konsturierte, sprachspielerische und zu Herzen gehende Abenteuer hat alles, was eine gute Geschichte braucht und zeigt ganz nebenbei, wie Kinder mit Fantasie groß und stark werden können.  Viel Spaß zum Vor- und Selberlesen.

Katharina Orgaß & Gerald Jung: ein eingespieltes Übersetzerteam

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Gerald Jung und Katharina Orgaß haben das Buch  „Illuminae“ von Amy Kaufmann und Jay Kristof übersetzt. Das ist ein Sci-Fi-Roman über zwei Jugendliche, deren Heimatplanet zerstört wurde. Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert. Es sind die gesammelten Akten eines Gerichtsprozesses. „Illuminae“ ist das erste Bucheiner dreibändigen Reihe. Es wurde von den Jugendlichen für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Freundschaft, stärker als die Diktatur

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Judith Burger: Gertrude Grenzenlos, Gerstenberg 2018 € 12,95

Ina lebt in der DDR. Als eine Neue in ihre Klasse kommt, merkt Ina sofort, dass sie anders ist als alle, die sie bisher kennt. Gertrude trägt Westklamotten, hat ein nettes Lächeln und schöne blaue Augen. Aber es gibt auch einen anderen Grund, weshalb sie nicht so ist wie die anderen. Ihr Vater schreibt Gedichte, die angeblich den Staat schlecht machen und deshalb verboten sind. Aus diesem Grund wird die Freundschaft von Gertrude und Ina nicht gerne gesehen. Nicht nur von den Lehrern, sondern auch von Inas Mutter, die ihr sogar verbietet, sich mit Gertrude zu treffen. Doch Ina überlegt sich einen Plan, um ihre Freundschaft zu retten.

Märchenhaft

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Jürgen-Thomas Ernst: Vor hundert Jahren und einem Sommer, Braumüller Verlag € 23,90

Wie in einem Märchen haben die Protagonisten dieser Geschichte Lebensaufgaben zu bewältigen - vom kleinen Kind bis zum alten Menschen. Und wie bei einem Märchen hofft der Leser, dass am Ende die Menschen zusammenkommen mögen, die zusammen gehören. Es geht um existenzielle Erfahrungen wie Armut, Krieg, Überlebenswillen, Hunger, Geburt und Tod, Tatkraft und Selbsthilfe. Der Autor findet sehr schöne vielfältige und ungewöhnliche Beschreibungen der Natur, immer wieder neu und anders. Das Besondere an diesem Buch ist für mich die Melodie des Textes, die Schönes, Trauriges und Grausames erzählt, die den Leser trägt und geradezu süchtig macht.

Ungewöhnliches beim Familientreffen

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Vincent Almendros: Ins Schwarze, Wagenbach Verlag 2019, € 16,00

Laurent kommt anlässlich der Hochzeit seiner Cousine nach vielen Jahren in seinen kleinen Heimatort zurück. Er hatte offensichtlich keine leichte Kindheit und Jugend, es gab komplizierte Familienverhältnisse. Das erklärt allerdings noch nicht, warum er nun mit Claire, einer guten Freundin aus Wohngemeinschaftszeiten, anreist und nicht mit seiner Freundin Constance, mit der er ein Kind erwartet. Und warum nennt er Claire Constance, wenn seine Familie dabei ist? Ein dicht verwobener Roman, der den Leser nicht loslässt.

Coole Großeltern

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Jochen Till: Opa müffelt, Oma schnarcht, Tulipan 2019 € 10.-

Die Reihe "Tulipan Kleiner Roman" richtet sich an gute Leser ab 7. Handlich und klein passen die Bücher unter jeder Bettdecke oder ins Handgepäck für unterwegs. Auch Jochen Tills Hauptfigur Lutz befindet sich auf dem Rücksitz des Autos seiner Eltern. Sie bringen ihn zu Oma & Opa. Dort soll er zwei Tage bleiben. Lutz, der vier Jahre mit seinen Eltern in Amerika lebte, kann sich an seine Großeltern überhaupt nicht erinnern und malt sich das Wochende in den schrecklichsten Farben aus. Aber dann kommt natürlich alles ganz anders und Oma & Opa sind viel cooler, als er gedacht hat. Ein typisches Jochen Till Buch kommt natürlich nicht ohne verstolperte Missverständnisse und viel Witz aus. Eine schöne Wochenendlektüre fürs Grundschulalter.

Wer abholzt muss aufforsten

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Duncan Beedie: Willbarts Wald, Magellan Verlag 2018 € 14.-

Wenn der eifrige Förster mit seiner treuen Axt in den Wald geht, ist am Abend kein Baum mehr am Leben und ein wütender Vogel beschwert sich. Der Holzfäller bietet ihm Herberge in seinem Bart. Am nächsten Tag, der Förster verbrennt Äste und Zweige, schimpft ein Stachelschwein. Als er am dritten Tag die Stämme zum Sägewerk flösst, wütet der Biber. Mit den drei Waldtieren im Bart und im Bett lässt sich nachts kein Auge mehr schließen. So rasiert der Förster kurzerhand auch seinen Bart, in dem die heimatlosen Tiere Unterschlupf gefunden haben und schappt sich seine treue Schaufel, um neue Bäume zu pflanzen.

Auf steinigen Wegen

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Frank Goldammer, Roter Rabe, dtv TB €15,90

Dresden 1951. Mit jedem Buch über den Oberkommissar Max Heller wächst einem der eigensinnige - man kann auch sagen - bisweilen sture Ermittler, ans Herz. Zugleich bekommen auch die anderen Figuren, die der Autor immer wieder auf eine bescheidene Weise in Szene setzt, mehr und mehr Kontur. Muss sich dieses Mal Hellers Kollege Oldenbusch um das Verhör sorgen, das ihn seine in den Westen abegetzte Verlobte eingebrockt hat, so kämpft Heller mit dem Misstrauen auf den Unterkommissar Salbach, der so hoch motiviert erscheint, über dessen Absichten er sich seit Oldenbuschs Andeutungen nicht mehr im Klaren ist.