Articles Written By: Juliana

Juliana

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16 Jahre. "Leseverbot wäre für mich schlimmer als Handyverbot."

Illegale Träume

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Linda Rotler: Stadt der gläsernen Träume, dtv 2020 € 10,95

Nevya ist eine Klarträumerin. Sie kann ihre Träume kontrollieren und hat sich so ihre eigene kleine Fantasiewelt aufgebaut. Doch als eines Nachts ihre Träume verschwinden, muss sie sich wieder mit der harten realen Welt befassen. Nevya will ihre Träume unbedingt zurückhaben und gerät dabei immer tiefer in einen Strudel illegaler Geschäfte und geheimnisvoller Märchen, die vielleicht mehr Wahrheit enthalten, als Nevya lieb ist. Das Buch erzählt von alten Mythen über Träume und auch davon, was Alben mit Albträumen zu tun haben. Dieses Thema ist sehr spannend und interessant.

Fantastischer Kampf für Gleichberechtigung

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Namina Forna: Die Göttinnen von Otera 01. Golden wie Blut Loewe Verlag 2020 € 19,95

In Dekas Adern fließt goldenes Blut. Das kennzeichnet sie als Dämonin, die von allen in dem Reich verachtet werden. Aber sie hat Glück, denn der König stellt eine Armee aus ihresgleichen zusammen, was sie vor dem Tod bewahrt und sie noch andere kennenlernen lässt, die so sind wie sie. Zusammen kämpfen sie gegen Monster, aber auch gegen die Unterdrückung der Frauen in diesem Land. Das Buch wird aus Ich-Perspektive von Deka erzählt, wodurch man viel über ihre Gefühle erfährt. Diese wirken aber teilweise etwas gekünstelt. Das Buch hatte eine leicht verständliche Jugendsprache. Auffällig war, dass Deka viele Freunde hatte, die man aber charakterlich gut auseinander halten konnte. Die Handlung dagegen hält nicht viele Überraschungen bereit und ist meistens vorhersehbar. Die angedeutete Diskriminierung der Frauen und Dunkelhäutigen wirkt manchmal etwas übertrieben und ist an anderen Stelle wieder viel zu wenig ausgeprägt. Dadurch wirkte die Welt, in der das Buch spielt, etwas blass und nicht richtig durchdacht. Zusammenfassend ist es ein schönes Jugendbuch, das aber nichts Neues bietet und sich nicht groß von anderen typischen Fantasy-Romanen unterscheidet.

Das Ende der Menschlichkeit

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Benjamin Oliver, Ben Oliver: The Loop 01. Das Ende der Menschlichkeit, Carlsen Verlag 2020 € 19,00

Geschichte an sich sehr gut, nicht unbedingt was ganz Neues; viele Ungereimtheiten und Fragen, die durch eine überraschende Wendung am Ende Sinn ergaben; Welt ein bisschen zu blass; Nebencharakter auch eher blass, auch weil es einfach sehr viele waren; Zeit im Loop (Gefängnis) sehr gut geschildert. Insgesamt ist es ein ganz gutes Jugendbuch, das aber irgendwie nichts Neues ist. Normale Jugendsprache; ein paar unerwartete, manchmal auch einfach unlogische oder sehr klischeehafte Wendungen; Handlungen des Protagonisten manchmal nicht nachvollziehbar;

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Kampf gegen Hunger und Nazis

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Sharon Cameron: Das Mädchen, das ein Stück Welt rettete, Insel Verlag 2020 € 18,00

Die Autorin Sharon Cameron erzählt die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte von Stefania, die während des zweiten Weltkriegs Juden bei sich versteckt hält. Stefania, die selbst katholisch ist, aber bei einer jüdischen Familie arbeitet, ist geschockt darüber, was den Juden nach der deutschen Besetzung Polens angetan wird. Und als Max, ein Mitglied der Familie bei der Stefania gearbeitet hat, vor ihrer Tür steht und sie um Unterschlupf bittet, kann sie nicht nein sagen.

Kluft zwischen Magischen und Nicht-Magischen

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Selin Visne: Die Überlieferung der Welt, dtv 2020 € 10,95

Laelia, die mit kleineren Diebstählen versucht, ihre Mutter und ihren Bruder zu versorgen, gerät in große Schwierigkeiten, als Nero, der Boss der kriminellen Unterwelt, es ihr verbieten will. Aber auch ihre magischen Kräfte können nicht den Hunger ihrer Familie stillen, also sieht sie sich gezwungen weiter zu klauen. Als Nero das herausfindet, flieht sie zusammen mit Hadrian, der sich gegen seinen Boss gewandt hat. Ein geheimnisvoller Seher überzeugt die beiden, sich ihm anzuschließen. Seinen Visionen folgend suchen sie drei weitere magische Begabte, um ein geheimnisvolles Ritual durchzuführen, dass jedem von ihnen einen geliebten gestorbenen Menschen zurückbringen soll.

Schülerprotokoll einer Klassenfahrt

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Tamara Bach: Sankt Irgendwas, Carlsen Verlag 2020  €

Das Buch erzählt hauptsächlich in Form eines Schülerprotokolls von einer Klassenfahrt ohne Handys und einem ungerechten Lehrer. Das Protokoll ist aber keineswegs langweilig und sachlich, sondern fasst die Gedanken und Gefühle der Schüler sehr gut zusammen. Außerdem wurde die Sprache sehr jugendlich und witzig gehalten. Kurz und knapp. Es wird sehr eindrücklich und realitätsnah von den Geschehnissen der Klassenfahrt erzählt, die mich stark an eigene, ähnliche Erfahrungen erinnerten. Das Buch ist eine Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt, Klassengemeinschaft und alltägliche Schulprobleme wie nervige Lehrer. Es bringt einen dazu, sich an seine eigenen Klassenfahrten zurückzusehnen.

Ein Jahr Pause

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Nora Hoch: Das Salzwasserjahr, dtv 2020 13,95€

Ein Austauschjahr in Australien. Für ein Jahr weg von der Familie, weg von dem normalen Leben, weg von den Problemen. Ein Jahr Pause. Das ist Janniks Plan als er ans andere Ende der Welt reist. Irgendwie scheint das auch zu funktionieren. Jannik genießt das Meer, das er schon immer gemocht hat und triff auf eine geheimnisvolles Mädchen, die das Wasser genauso liebt wie er. Doch gleichzeitig scheint seine Gastfamilie tief gehende Probleme zu haben und sein Gastbruder ignoriert ihn fast vollständig.

Punkszene: DDR 90er Jahre

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Johannes Herwig: Scherbenhelden, Gerstenberg Verlag 2020 € 16,00

Der Autor erzählt die in den 1990er Jahren spielende Geschichte von Nino, der ein Punk ist. Dabei plagen Nino die üblichen Probleme eines Teenagers, unter anderem Stress in der Schule und die erste große Liebe.  Doch dazu kommen auch noch Konflikte mit Neonazis, seinem Vater und die Tatsache, dass Nikos Mutter seinen Vater vor ein paar Jahren verlassen hat. Das Buch wirkt sehr realistisch, vor allem die Gespräche sind sehr authentisch und, wenn nötig, im passenden Jugendslang. Das Buch wird aus Ninos Sicht erzählt.  Man bekommt einen tiefen Einblick in das Leben der Punks, das auch von voreingenommener Verachtung ihnen gegenüber geprägt ist. Die Geschichte ist nicht vorhersehbar, hat aber keinen großen Spannungsbogen. Damit kommt das Buch jedoch noch näher an das echte Leben heran. Das Ende ist sehr gut und wirkt ebenfalls sehr realitätsnah. Insgesamt hebt sich das Buch durch seinen Schreibstil und sein besonderes Thema von vielen anderen Jugendbüchern ab.

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Leben mit dem Klimawandel

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Kayla Olson: Sandcastle Empire, dtv 2020 € 17,95

In dem Buch geht es um eine Zukunft, in der aufgrund des Klimawandels eine große Ungerechtigkeit zwischen Arm und Reich herrschte. Doch den sogenannten Wölfen gelang es, die Reichen weltweit zu stürzen und sie zu töten oder in Lager zu sperren, wo die ehemalige Oberschicht Zwangsarbeit verrichten muss. Eden, die ebenfalls in eines dieser Lager gesperrt wurde, plant schon lange ihre Flucht. Eines Tages gelingt ihr diese. Zusammen mit drei weiteren Mädchen sucht sie die Insel Refugium, die einen neutralen Ort ohne Krieg darstellen soll. Das Notizbuch ihres Vaters leitet sie dorthin, doch stand darin nichts von all den Gefahren, die auf der Insel auf sie lauern.

Eindrücklich vom Mobbing erzählt

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Michael Sieben: Das Jahr in der Box, Carlsen Verlag 2020 € 16,00

Gute Idee; normaler jugendlicher Sprachstil; überraschende, manchmal auch vorhersehbare Wendungen; gute Vermischung von Gegenwart und Vergangenheit; Geschichte handelt nicht nur von seiner Vergangenheit, sondern spielt auch in der Gegenwart; Protagonist typischer gemobbter Mensch, aber trotzdem gut ausgestaltet; Nebencharaktere auch gut ausgestaltet; Ende zu einem gewissen Grad vorhersehbar; Geschichte vom gemobbten Jungen an der neuen Schule auch nichts Neues, aber auch gut geschrieben. Insgesamt ist es ein gutes Jugendbuch, das die nicht unbedingt neue Geschichte eines gemobbten Jungen durch Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart eindrücklich erzählt.
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Aufarbeitung eines Amoklaufes

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Svenja K. Buchner: Bis die Zeit verschwimmt, Carlsen Verlag 2020 € 16,00

Als Helenes beste Freundin Cassie bei einem Amoklauf in ihrer Schule ums Leben kommt, nimmt sie sich fest vor die Gründe des Täters herauszufinden, auch, damit sie aufhört, sich selbst die Schuld an Cassies Tod zu geben. Dabei lernt sie viele Angehörige und Bekannte der Opfer des Amoklaufs kennen. Außerdem trifft sie die Eltern des Täters. Das Buch ist anschaulich und sehr gefühlvoll geschrieben und die Autorin lässt die Orte durch detailgetreue Beschreibungen gut im Kopf entstehen. Helene selbst ist vor allem anfangs sehr eigensinnig und nicht das typische Klischeemädchen. Das Buch ist aus ihrer Sicht geschrieben und man bekommt einen tiefen Einblick in ihre Gedanken. Cassie lernt man über Rückblicke kennen, den Tag des Anschlags ebenfalls. Die Autorin befasst sich mit verschiedenen Arten der Trauerbewältigung und spricht damit ein wichtiges Thema an. Allerdings wird das Buch zum Ende hin immer vorhersehbarer und Helene wirft viele ihrer Prinzipien, die sie so besonders gemacht haben, über Bord und verhält sich immer klischeehafter.
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In Sachen Gut oder Böse- sehr dicht erzählt.

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Benjamin Lebert: Im Zeichen der Acht, Arctis Verlag 2020 € 19,00

In dem Buch wachen zwei längst verstorbene Menschen durch höhere Mächte gelenkt in unserer Zeit und Welt wieder auf. Auf gegnerischen Seiten und mit sechs weiteren von ihnen angeheuerten Menschen, müssen sie um das Schicksal der Welt kämpfen. Im Laufe des Buches erfährt man viel über ihre früheren Leben. Das Buch ist aus Sicht eines allwissenden Erzählers geschrieben, der zwischen vielen Perspektiven hin und her wechselt. Das Buch vermittelt eine sehr düstere Stimmung, die durch den Schreibstil und den Erzähler noch verstärkt wird. Gekonnt werden die Fantasy-Elemente mit denen unserer Welt vermischt. Das Buch thematisiert auch den klassischen Kampf zwischen Gut und Böse, wobei jeder Charakter seinen ganz eigenen Grund hat, sich auf die eine oder andere Seite zu stellen. Das lässt die Personen realistisch wirken, vor allem die, die sich schlussendlich für die „böse“ Seite entscheiden, sind sehr interessant. Durch den Erzähler erhält man gute Einblicke in die Leben der Menschen, die vor allem durch Leid und meistens auch durch eine unglückliche Familiengeschichte  geprägt sind. Der Autor zeigt, zu was ein Mensch fähig sein kann, wenn er keine oder wenig Liebe in seiner Kindheit erfährt, aber auch dass man deswegen nicht automatisch „böse“ wird. Das Ende ist teilweise vorhersehbar, hält aber auch noch ein paar Überraschungen bereit. Insgesamt ist es düsteres,  sehr faszinierendes Jugendbuch, dass durch seine sehr gute, überzeugende Erzählweise punktet.
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Schlagfertig, krank, verliebt

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Kyra Groh: Sicherheit ist eine verdammt fiese Illusion, Arctis Verlag 2020 € 18,00

Mia hat eine seltene Krankheit, die dafür sorgt, dass sie physisch keine Schmerzen empfinden kann. Dadurch entstehen ihr viele Missgeschicke, unter anderem weil sie nicht einschätzen kann, wie schwerwiegend ihre Verletzungen sind. Auch an dem Abend als ihre Mutter starb, spielte ihre Krankheit eine wichtige Rolle, die sie jedoch allen verschweigt. Zumindest bis sie Jake trifft, mit dem sie über alle möglichen dunkle Geheimnisse reden kann und der ebenfalls private Probleme hat. Ihre Krankheit steht in dem Buch eher im Hintergrund und spielt für Mia keine allzu große Rolle. Viel mehr geht es um die psychischen Schmerzen normaler Teenager und wie sie damit umgehen. Das Buch ist aus den Sichten von Mia und Jake geschrieben. Die Handlung war sehr interessant, spannend und die Liebesgeschichte war weder kitschig noch klischeemäßig. Mias und Jakes Verhalten konnte man gut nachvollziehen und sie waren gut ausgestaltet. Vor allem Mia war schlagfertig und nicht das typische weinerliche Mädchen, wie es so oft in Liebesgeschichten vorkommt. Einige der Nebencharaktere waren ein bisschen klischeehaft, hatten aber trotzdem Tiefe. Das Buch hat eine angenehme Sprache, die sich leicht lesen lässt. Das Ende war teilweise vorhersehbar, aber trotzdem lustig. Außerdem werden zusätzlich zu Mias Krankheit auch noch andere wichtige Themen wie häusliche Gewalt thematisiert. Insgesamt ist es ein sehr gutes Jugendbuch mit einer etwas anderen Liebesgeschichte.

Unterdrückung und Rebellion der Mädchen

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Kim Liggett: The Grace Year, Dressler Verlag 2020 € 22,00

In Tierneys Dorf sagt man, dass Frauen eine Magie besitzen mit der sie Männer in den Wahnsinn treiben können. Um ihnen die Magie auszutreiben, werden alle Sechszehnjährigen für ein Jahr in ein Lager geschickt. Niemand redet darüber, was in dem Lager passiert, aber jedes Jahr sterben ein paar der Mädchen und die Anderen kommen abgemagert und verstört zurück. Als Tierney selbst in das Lager muss, erfährt sie bald wieso und muss sich fragen, ob es diese Magie überhaupt gibt. Das Buch ist sprachlich sehr angenehm zu lesen. Von der Welt und den Gründen, warum Frauen konsequent unterdrückt werden, erfährt man eher wenig.

Einem Familiengeheimnis auf der Spur

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Hardinge, Frances: Schattengeister, Verlag Freies Geistesleben 2020 € 22,00

In dem Buch geht es um ein Mädchen, das Geister in sich aufnehmen und dann mit ihnen reden kann. Als sie wegen einem tragischen Ereignis zu ihrer Familie väterlicherseits geschickt wird, vor der ihre Mutter weggerannt ist, erfährt sie immer mehr über ihre Gabe und stößt dabei auch auf ein riesiges Familiengeheimnis. Die Geschichte spielt in England in der Zeit, in der sich die Parlamentarier gegen den König stellten und Krieg herrschte. Die geschichtlichen Ereignisse und Hintergründe, die dabei mit in das Buch einfließen, wirken sauber recherchiert und fügen sich gut in die Handlung mit ein. Auch die etwas gehobenere Sprache lässt die Geschichte realistischer wirken und passt in die Zeit, in der das Buch spielt. Die einzelnen Charaktere wirken realistisch und waren gut ausgestaltet. Nur einige wenige Personen waren zu einseitig böse. Die Handlungen der Hauptfigur waren meistens logisch nachvollziehbar. Allerdings war die Geschichte öfter vorhersehbar, wodurch die Überraschung der Charaktere eher künstlich wirkte. Vor allem am Anfang wurden Orte und die allgemeinen äußeren Umstände nicht besonders gut beschrieben, sodass die Stimmung des Buches dem Leser nicht richtig übermittelt wurde. Die Geschichte an sich war nicht langweilig und hatte einen strukturierten Aufbau. Allerdings hätte das Ende spannender sein können, was auch wieder daran liegt, dass die Stimmung des Buches zu schwach ausgeprägt war. Insgesamt ist es ein sprachlich gutes Jugendbuch, das aber teilweise vorhersehbar und nicht spannend ist.

Sprachlich besondere Fantastik

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Katharina Hartwell: Die Silbermeer-Saga 01. Der König der Krähen, Loewe Verlag 2020 € 19,95

In dem Buch geht es um das Mädchen Edda, das in einem Fischerdorf lebt, wo jedes Jahr ein Kind verschwindet. Als ihr Bruder weg ist, beschließt sie, sich auf die Suche nach ihm und den anderen verschwundenen Kindern zu machen. Die Orte, an die sie dabei gelangt, sind sehr gut ausgestaltet und werden dem Leser gut rübergebracht. Auch die Welt und die vielen verschiedenen Kreaturen, die darin leben, waren sehr anschaulich und lebendig. Die Charaktere sind vielschichtig und man weiß oft nicht, was man von ihnen halten soll, ob sie Edda schaden oder helfen wollen. Allerdings zieht sich die Geschichte vor allem am Anfang stark in die Länge und auch später ist es nicht sonderlich spannend. Das liegt auch an der altertümlichen und ausschweifenden Sprache, die am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig ist. Doch sie trägt dazu bei, dass die Welt und die Stimmung gut im Kopf entstehen, was auch an den neu erfundenen Wörtern liegt, die in der Geschichte vorkommen. Man versteht aber schnell, was die neuen Worte und Ausdrücke bedeuten sollen. Insgesamt ist es ein sehr anschauliches Buch, dass aber teilweise sehr langatmig ist.

Die Seele baumeln lassen

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Tobias Goldfarb: Niemandsstadt, Thienemann Verlag 2020 € 15,00

Es geht um ein Mädchen, das seit einiger Zeit in ein Paralleluniversum zu unserer Welt wechseln kann, wenn es träumt. Diese Welt sieht genauso aus wie unsere, allerdings leben dort Drachen, Kobolde und viel andere Sagengestalten. Das Buch dreht sich hauptsächlich um die Idee, dass man weniger Zeit an den technischen Geräten verbringen und mehr die Seele baumeln lassen sollte. Dabei vermischt der Autor auf eine sehr gute Weise Fantasy-Elemente wie Drachen mit neuen technologischen Errungenschaften und Maschinen. Die Geschichte ist spannend und das Ende war sehr unerwartet. Die Personen sind vielschichtig, aber gelegentlich etwas klischeehaft. Außerdem waren manche Handlungen nicht ganz nachvollziehbar. Die Sprache ist einfach gehalten, aber der Autor nutzt viele Metaphern, die gut in die Geschichte passen.

Politik auf Youtube

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Manfred Theisen: Undercover. Die Trollfabrik, Loewe 2020 € 14,95

Es geht um drei Jugendliche, die einen YouTube Kanal betreiben, auf dem sie hauptsächlich zu politischen Themen Stellung nehmen und generell darüber informieren. Der Protagonist ist macht zusätzlich ein Praktikum bei der Zeitung seines Vaters. Durch einen Informanten kommen sie an wichtige Informationen, die die russische Regierung in schlechtem Licht erscheinen lassen würden. Deswegen versucht diese zu verhindern, dass die YouTuber die Informationen veröffentlichen können. Dabei kommen sogenannte Trollfabriken ins Spiel, die im Internet gezielt versuchen, die öffentliche Meinung zugunsten der russischen Regierung zu beeinflussen. Der Autor geht dabei auf viele wichtige politische Themen ein, die man so selten in den Nachrichten hört. Allerdings versucht er dabei keine Politikernamen zu nennen, wodurch es schwerer wird zu erkennen, welcher der Personen wirklich angelehnt sind an echte Politiker und welche erfunden wurden. Trotzdem versteht man die politische Lage, die der Autor beschreibt, gut. Die Handlung war dagegen an manchen Stellen unlogisch und nicht nachvollziehbar. Da auch aus Sicht der leider einseitig  Bösen geschrieben wurde, die die weiteren Schritte gegen die YouTuber planten, war die Geschichte vorhersehbar. Auch das Ende war nicht besonders spannend, sondern zog sich hauptsächlich in die Länge.

Geocoaching durch Deutschland

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Thomas Thiemeyer: World Runner 01. Die Jäger, Arena Verlag € 19.-

Es geht um einen Jungen, der an einem Wettbewerb einer halblegalen Geocaching Plattform teilnimmt und dabei durch ganz Deutschland reist und Rätsel löst. Dabei werden einige schöne Orte Deutschlands mit einbezogen und zusätzlich durch Zeichnungen, die mit in dem Buch enthalten sind, ergänzt. Die Idee mit dem Spiel war gut durchdacht und wurde anschaulich beschrieben. Es wirkte sehr realistisch. Allerdings waren die Handlungen der Personen teilweise nicht nachvollziehbar. Auch blieben die Charaktere etwas blass und klischeehaft, dadurch auch einseitig gut und böse. Es gab aber Andeutungen, dass sich dies im zweiten Teil noch ändern könnte. Die Geschichte blieb weitgehend spannend, dafür dass er im Prinzip sieben mal dasselbe machen musste, nämlich ein neues Rätsel lösen. Am Ende gab es ein etwas unrealistisches und übertriebenes Ergebnis des Wettbewerbs, allerdings war das Ende an sich gut. Insgesamt war es ein schönes Jugendbuch, dessen Charaktere aber besser ausgestaltet hätten sein können.