Ani-sonne

nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis Jugendbuch 2015

Foto: Friedrich Ani und die Bücherfresser auf der Frankfurter Buchmesse

Friedrich Ani, Die unterirdische Sonne, cbj Tb 2015

Fünf Jugendliche wurden von drei Erwachsenen in einen Keller gesperrt. Täglich wird einer von ihnen nach oben geholt, was dort passiert, erfährt man nicht. Der Leser sieht nur die Folgen des grausamen, wahrscheinlich sexuellen Missbrauchs, die Ohnmacht der Jugendlichen. Mit der Ankunft eines weiteren Opfers beginnen sie, sich verbotenerweise von ihren Hoffnungen und Wünschen zu erzählen, die zwar zutiefst, aber nie völlig zerschlagen wurden. Ich bin mir immer noch total unsicher, wie mir das Buch letztendlich gefallen hat.Es ist oft so grausam, zu lesen, was alles passiert, ohne „etwas tun zu können“. Immer mal wieder gibt es zwar schöne Momente, in denen die Jugendlichen Zuneigung untereinander empfinden, z. B. als sie sich gegenseitig Märchen erzählen.

Aber die Gesamtsituation, die kein einziges Mal sich zu bessern scheint, nein sich nach jedem schönen Moment gleich wieder verschlimmert, deprimiert zutiefst. Ich musste oft einfach das Lesen abbrechen und eine Pause machen, weil es für mich einfach kein Spaß ist, so etwas Schreckliches Seite für Seite zu lesen, und das soll doch Lesen sein, Spaß. Ich hoffe, ich drücke mich nicht falsch aus, mir gefällt es und ist es sogar wichtig, wenn über nervenaufreibende Themen geschrieben wird, die Grundidee des Buches find ich fantastisch. Doch ein Buch sollte nicht nur dazu da sein, auf jeder Seite neu die Zuversicht zu zerstören, jeden Hoffnungsschimmer, bevor er überhaupt wirklich bei einer Figur durchgesickert ist, schon wieder zu bestrafen. Das ist so bedrückend und ich weiß nicht, was ich während des Lesens außer diesem Gefühl mitnehmen soll. Doch ich möchte nicht nur das Buch nieder machen, denn sonst würde mir ja eine Meinungsbildung über das Buch ziemlich leicht fallen. Wie gesagt, die Grundidee ist sehr packend, was aus Menschen wird, wenn ich ihnen absolut jede Kontrolle über ihr Leben entreiße. An sich ist sie auch gut umgesetzt, die Sprache ist eindringlich und überzeugend, genauso wie die einzelnen Figuren, die sehr authentisch sind, da jeder Jugendliche anders mit der Situation umgeht.Aber im Endeffekt war es doch oft zu viel des Guten. Anne, 16 Jahre