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Bhavya Heubisch: Das süße Gift des Geldes. Edition Tingeltangel 2019 € 14,90

War sie eine gewissenlose Betrügerin oder hat sie vorweggenommen, was sich auf globalisierten Finanzmärkten heute täglich abspielt. Als abgebrannte Schauspielerin kommt Adele Spitzeder Ende des 19. Jahrhunderts nach München. Um an Geld zu kommen, verspricht sie dem, der ihr etwas leiht hohe Zinsen. Bald legen vor allem die kleinen Handwerker und Arbeiter ihr Geld bei Adele Spitzeder an, die dieses mit großer Selbstverständlichkeit für sich selbst, aber auch immer wieder für Arme und Armenprojekte in der Stadt ausgibt. Es war ja genug da, denn die Einzahlungen übertreffen lange die Rückzahlungen. Heubisch inszeniert in ihrem Roman über Adele Spitzeder die Stadt und die Menschen mit süffisanter, bayerischer Derbheit. Und da, wo sich Geld einfach in einem Schrank befindet, lässt sich doch sicher etwas abzwacken. Heubisch lässt das Leben in den Vierteln, die Herbergshäuser und die Kreppe wieder auferstehen. Hier herrschen die sozialen Bedingungen, die den Aufstieg Adele Spitzeders erst ermöglichten.

Eintritt € 5,. Um Anmeldung wird gebeten.

Foto © Thomas Endl

Bhavya Heubisch ist geborene Münchnerin und interessiert sich für außergewöhnliche Menschen, die in der bayerischen Metropole gelebt haben. Als Übersetzerin und Dolmetscherin liebt sie es, mit Sprache kraftvoll umzugehen. Zugleich hat sie als gelernte Heilpraktikerin einen geübten Blick für menschliche Nöte und Abgründe.