woltz-gips

nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2017, Kinderbuch

Anna Woltz: Gips oder wie ich an einem einzigen Tag die Welt reparierte, Carlsen Verlag 2016 € 10,99

In dem mitfühlenden Teeniebuch geht es um Fitz, die eigentlich Felicia hieß, sich aber per e-mail umgetauft hat. Ihre Eltern verkünden bei einem Gespräch, dass sie erst mal getrennt leben möchten. Seitdem hat Fitz eine kleine Wunde im Herz. Als ihr Vater und ihre kleine Schwester Bente einen Fahrradunfall haben und Bente statt zehn nur noch neun Fingerkuppen hat, müssen sie ins Krankenhaus. Da entzündet sich auch die Wunde von Fitz im Herz ein bisschen mehr. Doch als dann ihre Mutter wegen der Pässe auch noch ins Krankenhaus kommt, denkt sich Fitz, dass es eigentlich keine schlechte Idee wäre, die beiden zusammen für sechs Wochen einzugipsen. Der Aufenthalt im Krankenhaus dauert lange, deswegen macht sich Fitz auf den Weg, das Krankenhaus zu erkunden.  An dieser Stelle sollte man erwähnen, dass Fitz aus Wut auf ihre Mutter, die sich nichts aus der Trennung macht, den schlimmsten Satz, der jeder Mutter das Herz bricht, ins Gesicht geschrieben hat. Sie trägt eine Maske, sodass es keiner sieht. So findet sie nicht nur zwei Freunde, sondern muss auch noch einen Arzt und eine Schwester zusammen bringen. Nicht zu vergessen, dass zwischen all das auch noch die eigene Verliebtheit gerät. Dieser turbulente Roman erzählt vom Herzenbrechen und wieder zusammennähen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da es nur an einem einzigen Tag spielt und von einem gebrochenen Herzen, eiem Familienchaos und der eigenen Liebe erzählt. Das Buch empfehle ich Teenies, besonders Mädchen, die gern Krankenhaus-Romane lesen, wo es ab und zu schon mal blutig zugeht. Hannah, 13 Jahre
 

Kann es hinter Krankhaustüren so rasant und lebendig zugehen? Benjamin liegt auf der Frühchenstation im Brutkasten, ein Allienbruder findet Adam, der mit gemischten Gefühlen zuschaut, wie er auf außeridische Weise um sein kleines Leben kämpft. Die kleine Bente hat nach einem gemeinsamen Sturz mit Papa vom Fahrrad einen Zombiefinger. Die Ärzte flicken ihre Fingerkuppe wieder an seinen rechten Platz. Primula lebt seit Monaten mit einem Reißverschluss auf der Brust. Sie ist die gesündeste Kranke, die Fitz je kennengelernt hat. Fitz ist 12 und Bentes Schwester. Eigentlich ist sie gar nicht krank, würde nur der Orkan in ihren Gedanken aufhören zu toben. Seit einer Woche müssen sie und Bente die Hin- und Her Tasche zwischen Mama und Papa packen. Ob man die beiden vielleicht nur eingipsen müsste, damit sie wieder zusammen kommen? Fitz, Adam und Primula nehmen das Leben genau unter die Lupe. Für kurze Zeit ist das Krankenhaus ihr gemeinsames Revier, der Ort an dem das Herz auf dem Operationstisch liegen kann. Großartig in seiner knappen Form vermag Woltz großen Themen spielerisch und amüsant ihren Raum zu geben. Katrin Rüger

zum Interview mit Anna Woltz