Articles tagged with: Freundschaft

Eine kleine Familie

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Eugène Dabit: Petit-Louis, Schoeffling &Co € 22,00

Der erstmalig ins Deutsche übersetzte, 1930 im französischen Original erschienene Roman führt den Leser ins Paris von 1900 - 1920. Er erzählt von einer Arbeiterfamilie mit einem Sohn, Petit-Louis, die das einfache familiäre Miteinander lebt und liebt. Als der Ehemann und Vater zu Beginn des 1. Weltkrieges als Soldat fortgeht, ist dies für die Zurückbleibenden schwer zu ertragen. Petit-Louis ist als Jüngster an seiner Arbeitsstelle Hänseleien ausgesetzt und meldet sich freiwillig zum Militär, um sich zu beweisen und um die Welt zu sehen. Der Leser begleitet ihn in seiner Entwicklung vom Jugendlichen zum jungen Mann, in der Begegnung mit sehr verschiedenen Männern, die ihm Freunde werden und ihm sehr unterschiedliche Sichtweisen auf das Leben zeigen. Das Leben hinter und an der Front wird dem Leser vorstellbar und er hofft mit Petit-Louis, dass die kleine Familie wieder zusammenfinden möge. Eugéne Dabit hat autobiografische Erlebnisse in diesem Roman verarbeitet und eine sehr lesenswerte Liebeserklärung an seine Eltern und das Leben geschrieben.

Deutschland, Texas, Utah

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Hannes Köhler: Ein mögliches Leben, Ullstein Verlag € 22,00

1944 in der Normandie: Franz, ein junger deutscher Soldat, wird Kriegsgefangener der USA. Auf der Schiffspassage lernt er Paul kennen: Amerikaner mit deutschen Wurzeln, der gegen den Willen seiner Eltern freiwillig als Wehrmachtssoldat nach Deutschland gegangen war. Sie werden nicht nur Freunde sondern auch "Prisoners of war". Sie merken sehr bald, dass es auch innerhalb des Gefangenenlagers Fronten gibt: die weiterhin Nazitreuen und die, die sich vom Hitlerregime und dessen Kriegshandlungen distanzieren. Es bleibt nicht bei Worten und Drohungen sondern kommt zu brutalen Angriffen bis hin zu Mord. Umrahmt wird dieser zeitgeschichtlich spannende Teil des Romans von der Familiengeschichte der Hauptfigur Franz. Aus was für einer Familie kommt er, wie wirkt sich das Erlebte auf seine Beziehung zu Frau und Tochter aus und was geschieht zwischen ihm und seinem Enkel, als dieser mit dem inzwischen fast 90-jährigen an die Orte seiner Vergangenheit in Texas und Utah reist? Ein sehr gut geschriebener, fesselnder Roman über ein ganz besonderes Kapitel des 2. Weltkrieges in Verknüpfung mit einer Familiengeschichte, die zum Nachdenken anregt.

Ein Dorf im Apennin

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Maria Rosaria Valentini: Magnifica, Dumont Verlag € 22,00

Das Leben in einem kleinen abgelegenen Ort im Apennin - es sind zunächst die Jahre nach dem 2. Weltkrieg, der Roman erzählt über vier Generationen. Die landwirtschaftlichen und kirchlichen Regeln bestimmen die Tage der ganz einfachen und doch so unterschiedlichen Menschen mit ihren Hoffnungen und Enttäuschungen, ihren Ängsten und deren Bewältigung, den sich entfremdenden Beziehungen und den wachsenden Freundschaften. Zentrale Figur ist Ada Maria, die ihre Mutter früh verliert, ihren Bruder großzieht und sich als junge Frau Schritt für Schritt dem deutschen ehemaligen Soldaten Benedikt nähert, der seit Endes des Krieges in einer Berghöhle lebt. Was es mit dem Namen Magnifica auf sich hat, welche Höhen und Tiefen Ada Maria und die Menschen um sie herum erleben, wird in diesem Roman überzeugend und einfühlsam erzählt.

4. Juli 2018 18:30 Uhr: Jochen Till und sein Vorleser präsentieren „Pogo & Polente“ und „Luzifer“

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Jochen Till: Pogo und Polente, Tulipan Verlag 2018 € 13,00

Wie schon in Luzifer, thematisiert Jochen Till auch in Pogo und Polente elterliche Vorbilder und kindliche Rebellion in witziger, ungewohnter Rollenverteilung. Polente, eigentlich Vanessa, wünscht sich, in die Fußstapfen ihres Vaters, eines Polizisten, zu stapfen und spielt gewissenhafter Recht und Ordnung, als es die Polizei erlaubt. Sie ist mit ihrem Vater ausgerechnet in das Haus neben Pogo und seine Eltern gezogen, die in ihrer verfallenen Hütte ein waschechtes Punkerleben führen. Dummerweise entwickelt Pogo seine Zukunftswünsche ebenso gewissenhaft wie Vanessa und dirket an seinen Eltern vorbei. Er ist ein angepasster, strebsamer Einserschüler, der die Schule und das Lernen liebt. Trotz allem läuft es mit Pogo und Polente nicht gleich rund. Erst als ein Fahrraddieb sein Unwesen treibt, beginnen die beiden gemeinsame Sache zu machen. Jochen Till lässt die Welten und Lebensansichten großer wie kleiner Menschen mit viel Spaß, Situationskomik und Augenzwinkern aufeinander prallen, immer mit der Gewissheit,  dass Kinder aus all dem, was sie umgibt, das Beste machen.

Unwegsame Zukunft

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Jeff Zentner: Zusammen sind wir Helden, Carlsen Verlag 2017 €17,99

"Wer die Welt verändern will, muss bei sich selbst anfangen", postet Lydia in ihrem Secondhand-Modeblock. Lydia ist stark und voller Ideen. Ihre Eltern unterstützen sie. Ein plus, auf das Travis und Dill, Lydias Freunde, nicht zählen können. Dills Vater sitzt im Gefängnis. In dritter Generation ist er Prediger einer Erweckungsgemeinde, die mit Schlangen und Gift im Gottesdienst agiert. Für die Gemeinde schreibt Dill christliche Lieder. Die Gitarre ist seine Welt. Travis Vater betreibt einen Holzhandel im Ort, trinkt und prügelt seinen Sohn, der sich am liebsten in Fantasywelten liest. Keine Vorzeigefreunde, die Lydia in ihren zahlreichen Blogeinträgen erwähnen würde und doch steht sie ihnen zur Seite, wie sonst niemand. In  brisanter Mischung versteht Zentner es, jugendliche Lebenswelten zwischen Glaube, Schuld, Pflicht und Freiheit zu inszenieren und packt seine Leser von der ersten Seite weg. Ein Roman des  Miteinanders in unwegsamem Gelände, der jeden der Drei nur dann eine Zukunft führt wird, wenn sie es verstehen werden, sich ihren Weg tatkräftig selber zu pflastern. Davon ist Lydia fest überzeugt und hofft, die beiden Jungs von ihrer Ansicht überzeugen zu können.
 

Wenn es im Kopf leuchtet und das Herz kribbelt

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Gideon Samson: Sternschnuppensommer, Gerstenberg Verlag 2018 €12,95

Jakob ist eher der Typ unsichtbar. Nur nicht auffallen, keine Freunde, Eltern getrennt. Als die Mutter ihn in den Sommerferien zu seinem Vater auf eine griechische Insel schickt, packt er vorsorglich 30 Comichefte ein und vergräbt sich lesend auf seinem Zimmer. Doch dann lernt er Michális kennen, einen Nachbarsjungen, und findet in ihm jemand, mit dem man reden kann. Als Michális ihm von der Ankunft  seiner Ferienfreundin erzählt, einem Mädchen in das er sich letztes Jahr verliebt hat, reagiert Jakob verwirrt und besorgt, dann verwundert und neugierig. Flugs wird aus der Zweisamkeit eine Dreieinigkeit, die unzertrennlich auf Abenteuerkurs die Insel unsicher macht, bis Jakob feststellt, dass auch er sich in Puck verliebt haben muss. Eine wunderschöne erste, kindliche Liebesgeschichte, die zaghaft eine ganze Palette von Gefühlen,  Schmetterlinge, Wut und Verzweiflung und wieder zurück zu einer Freundschaft, präsentiert. Die besondere Du-Perspektive reißt den Leser aber nicht zu tief hinein, lässt ihn vielmehr Beobachtungsraum für das Selbstwerdungs-Schauspiels, an dem Jakob am Ende stark hervorgeht, Freude findet, von der Liebesgeschichte seiner Eltern erfährt und seinen Vater richtig kennenlernt.

Audrucksvolles Käse Arrangement

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Dirian Sukegawa: Die Insel der Freundschaft, DuMont Verlag,  € 20,00

Sinnsuche in Japan

Die japanische Insel Aburi im Pazifischen Ozean ist ein aus der Zeit gefallenes Fleckchen Erde. Drei junge Menschen, auf der Suche nach innerem Frieden und äußerem Lebensinhalt und -ziel finden den Weg hierhin. Aus einer Zufallsbekanntschaft wird Freundschaft. Sie erleben die Schwierigkeit, von einer eingeschworenen Inselgemeinschaft akzeptiert zu werden und die Forderung nach EInhalten alter Traditionen. Die Inselwelt birgt Archaisches und ungezähmte Natur. Durian Sukegawa schreibt in dieser typisch japanischen interessanten Kombination von Distanz und Förmlichkeit mit Feinfühligkeit und emotionaler Intensität. Warum dieses Buch nicht nur für Freunde philosophischen und psychologischen Nachsinnens, sondern auch für Käseliebhaber die ideale Lektüre ist, wird hier nicht verraten!

Sliced Okapi, von skurriler Eleganz

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Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann, DuMont Buchverlag, € 20,00

Ein kleiner Kosmos

Von ganz normalen Menschen in einem kleinen Ort mit ihren ganz speziellen EIgenschaften wird in diesem Roman ungewöhnlich und anrührend erzählt. Ein 10jähriges Mädchen, das zur Mittdreißigerin heranwächst, ist die Erzählerin. Sie steht ihrer Großmutter Selma ganz besonders nah, diese ist die heimliche Hauptfigur. Sie ist auch diejenige, die immer mal von einem Okapi träumt, und dann stirbt jemand im Ort - so war es bisher immer. Wird es auch dieses Mal so sein? Und wie ist das mit der "heimlichen Liebe", die offensichtlich ist, aber doch nie ausgesprochen wird. Und wie mit der Liebe, die einem in Form eines Menschen plötzlich gegenübersteht, die das Leben auf den Kopf stellt - will man dieses andere, veränderte Leben? Mariana Leky findet eine ganz eigene, ein wenig versponnene, bezaubernde und auch witzige Sprache für diese Menschen, die so sein dürfen, wie sie sind, für diesen kleinen Kosmos, in den der Leser eintaucht, in dem er mitfühlt, mitbangt und sich mitfreut.

Freundschaft über alles

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Alice Adams: Als wir unbesiegbar waren, Dumont Buchverlag 2017 € 20,00

Als wir unbesiegbar waren erzählt die Geschichte von Eva, Lucien, Sylvie und Benedict, Studenten in Bristol in der 1990ern. Sie sind über Jahre unzertrennlich, halten aber manche ihrer Wünsche und Hoffnungen voreinander versteckt und werden nach dem Studium verschiedener Wege gehen. Beruf und Bezeihungen beschäaftigen sie, die Freundschaft lebt in Ab-und Zu-Kontakten weiter. Nach 20 Jahren finden sie wieder in nahen Austausch und wird ihre Freundschaft ihnen Kraft und Orientierung geben. Ein anregendes, intensives Buch, das lebhaft von Träumen, Möglichkeiten und Wirklichkeiten erzählt, nicht nur, aber auch, für junge Menschen!

Tauwetter

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Annette Herzog, Ingrid & Dieter Schubert: Frühling mit Freund, Moritz Verlag 2017 € 14,95

Der Mumpf, ein gemütliches Gewohnheitstier, erwacht aus dem Winterschlaf. Es wird Frühling, doch noch liegt überall Schnee. Kurz vor Weihnachten hatte sich der zaghafte, plumpe Kerl mit der kecken, kleinen Schneeeule angefreundet. Sie wartet schon ungeduldig auf ihn. Denn mit einem Freund macht alles viel mehr Spaß: einen letzten Schneemann rollen, eine letzte Rodeltour und die Modenschau mit Sonnenbrillen, die Eiszapfendusche, denn ringsrum tropfen die Eiszapfen wie undichte Wasserhähne und die Vögel lärmen. Überall taut es, der Frühling kommt aller Kraft und die Eule wird weiter nach Norden ziehen müssen. Mit ihr zusammen gewinnt der Mumpf viele neue Freunde, die ihn in den Sommer begleiten werden. Trotz Schnee, der hier fantasievoll und spielerisch in Szene gesetzt wird, ist dieses Buch ein herzenswarmes Vorlesebuch mit zwei ungleichen Protagonisten, die gemeinsam ganz nah große Abenteuer erleben und eine wärmende Freundschaft begründen.

Der Zauber der Musik

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Odafe Atogun: Tadunos Lied, Arche Verlag, € 20,00

Dieses Buch ist eine Hommage an die Kraft und den Zauber der Musik. Taduno ist ein Musiker, der sich in die Herzen der Menschen gespielt hat. Zunächst mit Liebesliedern, dann mit Protestliedern gegen die menschenverachtende Diktatur in seiner Heimat Nigeria. Er geht ins Exil, aus dem er zurückkehrt, nachdem er erfahren hat, dass seine große Liebe Lela festgenommen wurde. Merkwürdigerweise erkennt ihn niemand mehr in seiner Heimat. Es entspinnt sich eine emotionale und spannende Geschichte in Adunos Suche nach Lela und seinem Produzenten, die ihn in einen großen Gewissenskonflikt manövriert: muss und kann er seine Liebe zu Lela opfern, um dem unterdrückten Volk Hoffnung zu geben? Kann er so leben? Oder ist er selbst ein Verräter?

Lebensklug und voller Ironie

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Alex Capus: Das Leben ist gut, Hanser Verlag 2016, € 20,00

Das Leben ist gut - das ganz normale Leben, in der schweizerischen Kleinstadt, wo der Protagonist des Buches aufgewachsen ist, die Winkel der Stadt und die Winkel in den Köpfen vieler Menschen dort kennt. Aus Sentimentalität hat er die vom Schließen bedrohte ehemalige Gastarbeiterkneipe übernommen. Und so erzählt er von den Begegnungen mit Typen verschiedenster Art, er, der den anderen nimmt, wie er ist und dafür sorgt, dass ein Gespräch nicht verletzt. Er hat Sinn für Witz und Ironie und Freude an guten Geschchten. Und seine Frau, die gerade eine Arbeit in Paris angenommen hat und zum ersten Mal in ihrer langjährigen Beziehung nicht an seiner Seite ist würde er im Bewusstsein aller ihrer auch merkwürdigen Eigenarten nie wieder hergeben - und macht ihr eine versteckte Liebeserklärung. Alex Capus hat einen sympatischen Helden des Alltags geschaffen, dem ich auch gerne beim Entsorgen des Leergutes am Altglascontainer gefolgt bin!

Wohltuende Literatur

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J.L. Carr: Ein Monat auf dem Land, DuMont Verlag 2016 € 18,00

 

So wie der "Monat auf dem Land" in Nordengland dem jungen Erzähler wohltut, tut es das Buch dem Leser, der Leserin. In schöner und ganz natürlicher Sprache erzählt der Restaurator von seinem Auftrag, ein übertünchtes Fresko in einer Dorfkirche freizulegen. Es ist das Jahr 1920, der erste Weltkrieg hat Spuren in den Menschen hinterlassen, das ländliche, sommerliche Leben wirkt heilsam. Gesicht für Gesicht, Figur nach Figur befreit der Restaurator ein Meisterwerk des jüngsten Gerichts, erzählt von den besonderen Farben, dem Ausdruck der Figuren und seiner Faszination. Er schließt Bekanntschaften und Freundschaften in dem kleinen Ort und eine zarte heimliche Liebe wärmt ihn. Der Roman war 1980 für den Booker Preis nominiert und wurde nun endlich ins Deutsche übersetzt.

Gewissheit und Vertrauen

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Antje Damm: Warten auf Goliath, Moritz Verlag 2016 € 12,95

Eine Haltestelle. Eine Bank. Auf ihr sitzt ein Bär und schaut uns mit großen Augen direkt ins Gesicht. Er grinst vor Erwartung. Gedulig wartet er. Auf einen Freund. Kirschblüten rieseln herab. Der Bär schmiegt sich mit dem Bauch auf die Bank. Warten kann schön sein. Er hat Zeit. Die Zeit vergeht. Die Kirschen leuchten prall, Blätter fallen, dann Schneeflocken. Allen die es wissen wollen erzählt der Bär von seinem Freund. Goliath. Bestimmt kommt er gleich... Wieder verzaubert Antje Damm den Betrachter mit den ganz einfachen Elementen der Guckkastenbühne, auf der sie aus Pappe und Papier, Farbe und Licht ihre Szenarien erschafft. Die sparsame Geschichte erzählt von Selbstvertrauen und Freundschaft, von Gewissheit und Geduld. Und am Ende von Freundschaft und Stärke im Herzen, selbst wenn der Freund so klein und zart ist, dass der Bär ihn locker auf der Hand zur Schaukel tragen kann. So  bildet der Bär das ruhende Gegenstück zur ängstlichen Frau in "Der Besuch".

Unvergessliche Teams

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Lorenz Pauli, Kathrin Schärer: Rigo und Rosa, atlantis 2016 € 16,95

Einzig die vier Buchstaben ihres Names, beginnend mit einem "R" scheint die Maus und den Zooleoparden zu verbinden. Fressen oder Fragen, überlegt sich der Leopard, als er die Maus in seinem Gehege entdeckt. Erst einmal fragen, denn Fragen nach Fressen geht nicht mehr. So kommen die beiden ins Gespräch. Über sich selbst und den anderen, über die Welt und darüber hinaus. Die Freiheit der Maus bleibt dem Leoparden verwährt. Er bietet ihr Schutz und sie ihm Geschichten. Ihr Aktionismus steckt den trägen Leoparden mitunter an. Manchmal,  wenn es ums Wörter erfinden geht zum Beispiel. Mit dem eigenen Schwanz Springseil springen geht jedoch zu weit.  Stück für Stück ändert das Miteinander ihre Welt. Das Glück wohnt in so vielen kleinen Dingen, nicht nur in der Eichel der Maus, mit der Leopard versucht, einen Baum zu pflanzen. Die kurzen Geschichten mit ihren knappen Sätzen aus einfachen Worten schwingen in jeder Zeile mit einem Kosmos aus Gedanken und Gefühlen. Sie lassen Nachdenken, aber auch Schmunzeln und wärmen das Herz.

Sommerferien für Dunne

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Rose Lagercrantz, Eva Eriksson: Du, mein Ein und Alles, Moritz Verlag 2016 €11,95

Dunne hat in ihrem kleinen Leben schon viele Momente großer Kindertragik erlebt, aber auch viele Momente, die ihr immer wieder gezeigt haben, wie sehr man sie liebt. Sie lebt mit ihrem Vater allein und als er im dritten Band der "Dunne Geschichten" von einem Auto angefahren wurde, wünschte sich Dunne, alles möge möglichst schnell wieder so wie immer werden. Im nun neuen, vierten Band  sind  Sommerferien und weil Dunnes Vater noch in der Reha ist, fährt sie mit ihrer allerbesten Freundin Ella Frieda zusammen auf eine Insel ans Meer. Die Sonne wärmt ihnen die Bäuche und das Leben könnte für Dunne nicht schöner sein. Als Papa sie endlich besuchen kommt, begleitet ihn Wanda, eine Krankenschwester. Dunne spürt sofort: Ihr Papa liebt Wanda viel mehr als sie. Da helfen auch Papas Worte nicht, dass Dunne sein Ein und Alles wäre. Ein großer, verzweifelter Schmerz breitet sich in Dunne aus. Wie diese Geschichte am Ende doch gut ausgeht grenzt fast an Zauberei - oder nein, sie erzählt, so einfach, dass es jedes Kind kapiert, vom Zauber des Lebens.  Wie gern möchte man mit Dunne die Glücksmomente für immer festhalten. Doch das Leben ist in beständigem Wandel. Wieder einmal lernt Dunne, die so zaghaft zu Neuanfängen steht, wie sie dabei so viel Neues gewinnen kann.

Schwimmbadferien

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nominiert für den Detuschen Jugendliteraturpreis, Kinderbuch 2016

Stefanie Höfler: Mein Sommer mit Mucks, Beltz & Gelberg Tb 2016 € 5,95

Zonja hat viele Fragen auf ihrer Frageliste. Und sie sucht jeden Tag nach Antworten. Doch jetzt sind Ferien und ihre ganzen Experten bei denen sie die Antworrten findet nicht da. Deswegen geht sie ins Freibad um Menschen zu beobachten - noch eines ihrer Hobbies die andere nicht verstehen. Da fischt sie Mucks aus dem Wasser. Mucks ist dreizehn, riesengroß und kann nicht schwimmen. Er ist mindestens genauso seltsam wie Zonja und das verbindet sie. Aber etwas stimmt nicht mit Mucks und Zonja weiß nicht was. Sie muss es herausfinden, nur so kann sie ihrem einzigen Freund helfen.

Im Sommer am See lesen

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nomiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2016

Mariko Tamaki, Jilian Tamaki: Ein Sommer am See, Reprodukt 2015 € 29.-

In dem Comic-Buch "Sommer am See" geht es um zwei Freundinnen, Rose und Windy. Windy wohnt in Awago Beach, Rose, die dünnere und ältere von beiden, kommt jede Sommerferien dort hin. Rose und Windy erleben viele Abenteuer, doch das Wichtigste für die Freundinnen ist, erwachsen zu wirken. Vor allem gegenüber dem Jungen, der im Kiosk arbeitet. Rose steht heimlich auf ihn. Desewegen leihen sich die zwei Gruselfilme aus, für die sie eigentlich viel zu jung sind. Em Ende gibt es eine Familie zu retten und das Leben eines Mädchens. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es total lebendig erzählt. Ich fand es manchmal aber auch traurig. Ein paar Stellen sind düster gezeichnet und erzählt. Sehr zu empfehlen für Kinder, die Comics gerne lesen, oder Bücher in denen viel Gemaltes ist. Am besten im Urlaub am See lesen!

In der Kita

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John Chambers: Helene & Alannah, Hanser Verlag 2016 € 12,90

Zwei beste Freundinnen und der Kita Alltag. Sätze so kurz und klar, dass sie auf eine Zeile passen. Kurze Geschichten von Aus- und wieder Anziehen, vom Zählen, Streit und Versöhnung, dem Morgenkreis, von den klitzekleinen Gegenständen auf der Welt, vom Hochschaukeln, Weitspringen und Schnellrennen und von allem, worüber man die ersten Kindergedanken verliert.