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Morton Rhue: Creature. Gefahr aus der Tiefe, Ravensburger 2017 € 17,00

Ismael lebt auf einer Erde, wo es nur noch künztlich erzeugten Sauerstoff gibt. Die Menschen sind arm und essen nur noch Natrium. Um seine Pflegeeltern zu retten, fliegt er nach Cretacea. Dabei muss er auch seinen Pflegebruder Archie verlassen, den er so sehr liebt. Er arbeitet auf Cretacea auf dem Walfangschiff Pedqoud und gehört zur Walfang Crew mit Jagd Boot 4. Ismael und seine Freunde Gwen, Queequeg und Billy jagen an ihrem ersten Tag einem großen Buckelwal eine Harpune in den Rücken und so geht es immer weiter, den Walen hinter her - aber auch noch ganz anderen Gefahren- bis Kapitän Ahab einen riesigen Terafin sichtet ..... Das Buch ist ein Pageturner von der ersten Bis zur letzten Seite. Es ist sehr gut, weil es sehr realistisch eine Zukunft entwickelt, die uns bevorsteht, wenn wir Menschen so mit der Luftverschmutzung weitermachen. Paul, 12 Jahre

Morton Rhue entfesselt seine bis zur letzten Seite äußerst spannende Geschichte auf der Basis von Melvilles Moby Dick. Ismael erwacht aus einer Kältekiste, in der er nach Cretacea transportiert wurde, auf das Fangschiff Pequod. Hier will er Geld verdienen, dass seine Stiefeltern auf der sterbenden Erde, in Black Range, dringend benötigen. Die Sauerstoffreserven dort sind endlich, die Sonne wird von Staubstürmen verdunkelt, Wasser und Lebensmittel gibt es nicht mehr. Ismael kennt nur flüssigen Nahrungsersatz. Das Schiff, das Meer, die Sonne und richtiges Essen sind gewöhnungsbedürftig. Die Mannschaft und das Leben hier sind rauh, aber auch faszinierend. Bald wird Ismael einem Jagdboot zugeteilt. Neben Walen soll er helfen, den großen Terraffin zu töten, eine riesige Kreatur auf die es Käpten Ahab in seinem Hass abgesehen hat. Zwischen Idylle und roher Piraterie versuchte Ismael seinen Kopf zu retten, guten Gewissens zu bleiben und sein Wissen über die Welt und darüber hinaus zu erweitern. Rhue spielt auf der Klaviatur des klassischen Abenteuerromans und löst das verstrickte Knäul mannigfacher Fäden am Ende erstaunlich stimmig auf. Ein überaus gelungener Schmöker, der Lust machen könnte, sich Melville zu widmen. Katrin Rüger
Black Range war ein Fluch, und die Menschen meldeten sich für Missionen zu den Versorgungsplaneten an, weil sie nur so genug Geld verdienen konnten, um abzuhauen und nie wieder zu kommen. Ismael von seinem Bruder „Is“ genannt braucht das Geld, um mit seiner Adoptivfamilie von der sterbenden Erde zu entkommen. Dafür nimmt er schweren Herzens ein Jahr Trennung in Kauf. Mit vier anderen Jugendlichen findet er sich als Neuankömmling auf den Fangschiff „Pequod“ wieder. Morton Rhue choreographiert die Protagonisten von den Hilfarbeiten in der Kombüse bis zur jüngsten Besatzung eines Jagdbootes mit großer Sorgfalt. Er spannt den Handlungsbogen über Zusammenstöße mit Piraten und die Idylle bei den eingebohrenen Insulanern zu der geheimnisvollen Creature aus der Tiefe. Über allem steht der Große Weiße Teraffin, der wahnsinnige Haß von Kapitän Ahab, ebenso wie die letzten Worte des alten Ben und das Gerede des blinden Tarnmoor. Morton Rhue ist es gelungen eine mehrschichtige Handlung zu inszenieren und diese bis zum Ende spannend zu gestalten. Andreas Rüger