Orths, Zebra

Markus Orths, Das Zebra unterm Bett, Moritz Verlag 2015 € 9,95

Ein Zebra ist doch ganz normal
Bräuninger ist ein kluger Kopf. Das kletterbegabte Zebra spielt das Frage-Antwortspiel in der Schule so selbstverständlich wie es Nutellabrote verspeist. Hannas erste Begegnung mit dem Zebra unter ihrem Bett ist lakonisch, wie wir es von fantasiebegabten Kindern kennen. Der Leser aber wird von Seite zu Seite neugieriger, denn für ein Erstlesebuch eröffnet sich ein erstaunliches Sujet. Hanna ist neu in der Stadt und wird, dank Bräuninger, zum ersten Mal nicht von ihren Vätern zur Schule gebracht. Richtig:
„Besser man hat zwei Väter als nur eine Mutter“erklärt es Hanna dem Zebra. „Das heißt homosensationell“.
Mutig machen die beiden sich auf den Weg. Orth bespielt das Thema mit vertrauter Leichtigkeit, die ein Erstlesebuch verlangt, und würzt mit Witz und Gefühlen um Freundschaft und Vertrauen. Am Ende steht Hanna am Anfang einer neuen Freundschaft und die Leserin hat das seltene Gefühl ein Erstlesebuch unerhört leidenschaftlich verschlungen zu haben. Geht doch!