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Karl Olsberg: Boy in a White Room, Loewe Verlag 2017 € 14,95

Es geht um den Jungen Manuel, der ohne Erinnerungen in einem weißen Raum aufwacht. Er kann nichts spüren, er kann nichts riechen. Wenn er spricht, dann "kommen die Wörter heraus", die er sagen will,  jedoch mit einer "Roboter-Stimme , die ganz sicher nicht seine ist. Es gibt eine sprachgesteuerte Machine, mit deren Hilfe er versucht herrauszufinden wer er ist. Plötzlich tritt ein Mann in das Zimmer und behaupted etwas Unglaubliches. Anmerkung vom Leser: Ich habe schon viele fantastische Bücher gelesen, doch dieses ist eines der Besten (auf jeden Fall Top 10). Erst baut es Spannung auf und dann gibt es ein vollkommen überraschenedes Ende. Liam, 13 Jahre

Unser vorletztes Interview auf dieser Buchmesse hatten wir mit einem Spezialisten für Künstliche Intelligenz, Computerfachmann und Autor: Karl Olsberg. Es war das erste  Interview an diesem Samstagmorgen und es hat uns alle mit einem Schlag geweckt.
Bücherfresser: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, dieses Buch zu schreiben? Karl Olsberg: Ich interessiere mich schon seit 30 Jahren für Computerprogramme. Meine Idee bei all meinen Büchern ist es, Science Fiction sehr eng mit der Realität zu verknüpfen, sie zu Realität zu machen.

Das ist Ihnen gelungen, denn immer wenn man glaubt, mit Manuel, der Hauptfigur, in der Realität angelangt zu sein, entpuppt sich diese als neue virtuelle Welt. Ja. Schon heute leben wir ja, beständig mit dem Smartphone in der Hand, auf virtuellen Marktplätzen und mit Social media in virtuellen Gesellschaftsgruppen. Wir leben viel mehr in virtuellen Welten, als wir es vielleicht selber denken.olsberg-bf

Gab es für Boy in a White Room einen Schreibplan? Nein. Meine Figuren entwickeln sich immer erst richtig beim Schreiben. Meistens unterbewusst.

 
 
Ihre Hauptfigur Manuel scheint eine denkende Maschine zu sein, eine Künstliche Intelligenz oder denken Sie, Manuel ist ein Mensch? Ich glaube, Manuel denkt er wäre einer.olsberg-kristof

Am Ende sagt Manuel, er sei ein Mensch, obwohl er weiss, dass diese falsch Antwort ist. War das ein weiterer Test? Diese Frage möchte ich nicht beantworten.

Wenn das Ende ein weiterer Test wäre, könnte man dann davon ausgehen, dass das Buch wiederum nicht in der realen Welt angelangt ist? Das bleibt eine Frage für ein weiteres Buch, an dem ich gerade schreibe. Es spielt in derselben Welt.

Glauben Sie, die Menschen werden irgendwann von den Maschinen beherrscht werden? Ja, denn es wird Programme geben, die so schlau sind, dass sie sich selbst immer weiter entwickeln können. Die Rechenleistung von Computern verdoppelt sich momentan innerhalb von anderthalb Jahren. Schon heute gibt es Computer, die schneller als Menschen denken und schon heute entwickeln Computerprogamme eigenständig neue Computerprogramme. Das ist die Realität.

 
 
 
 
Meinen Sie, dass Maschinen fähig sein werden, Gefühle zu entwickeln? Ja. Definitv. Wenn Menschen und Tiere das können, werden Computer es auch können werden. Computer sind sehr komplex.

Und was unterscheidet dann noch den Menschen von der Maschine? Das ist eine philosophische Frage. Es gibt einen berühmten Ausspruch des Philosophen René Décartes: "Ich denke, also bin ich." Er spielt in meinem Buch auch eine Rolle.

Wird es möglich werden, den Inhalt eines Gehirns in einen anderen Körper zu verpflanzen? Es gibt Leute, die das versuchen und denken, damit einen Weg zu finden, Menschen unsterblich zu machen.olsberg-bf2

Mit diesen Fragen begann eine leidenschafltichen Diskussion über unsere Zukunft. Wir beschlossen am Ende Filme wie  "Matrix" oder "Acht Minuten" mal wieder zu schauen und genauer zu betrachten. Denn in Filmen sind virtuelle Parallelwelten lange schon ein Thema. Auch "Alice im Wunderland" sei als Letüre empfohlen, denn Alices traumhafter Sturz in das Kanninchenloch wird bei Olsberg oft zititert. Wir danken Karl Olsberg für diesen anregende Austausch und freuen uns auf die Fortsetzung. David, 12 Jahre