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Kai Meyer: Die Spur der Bücher, Fischer Verlag 2017 € 19,99

London im 19. Jahrhundert: Mercy Amberdale ist eine jener, die mit der Kraft der Bücher Magie wirken können, die Bibliomantik. Doch sie hat diesen Fähigkeiten nach traumatischen Ereignissen abgeschworen. Als ein Buchhändler und alter Freund ihres Vaters auf mysteriöse Art mit genau jener Kraft der Bibliomantik ermordet wird, geht Mercy dem Fall mit ihren Freunden Tempest und Philander nach. Ohne es zu wollen, wird sie immer tiefer in die Sache verstrickt und deckt dabei mehr, als nur einen Mord auf.

Das Universum und Setting des Buches finde ich super gut! Eine Welt die sich schier nur um Bücher dreht, wer liest das nicht gerne? Die Bibliomantik, diese Buchmagie, fand ich auch sehr interessant. Durch Mercys Arbeitgeber und ihren Job lernt man die Welt auch gut kennen. Trotzdem war für mich das ganze leider einfach zu wenig erklärt. Klar für unsere Charaktere sind Refugien, die Seiten der Welt und Bibliomantik ganz alltäglich, für uns aber nicht! Ich weiß nicht, vielleicht hat Kai Meyer hier irgendwie Hintergrundwissen erwartet, dass man zum Beispiel Die Seiten der Welt gelesen haben muss. Ich hätte mir einfach gewünscht, dass in Sachen Bibliomantik noch ein wenig mehr ins Detail gegangen worden wäre, wie genau man ein Seitenherz spaltet zum Beispiel oder was genau Die Seite der Welt sind. Auch wusste ich anfangs nicht, dass es im 19.Jahrhundert spielte. Gut, als Droschken erwähnt wurden, habe ich mir dann auch gedacht, dass es irgendwie im 18./19. spielt, aber das war noch sehr wage. Erst gegen Ende, als erwähnt wird, dass Mercy 1861 geboren wurde, konnte ich mich vollends einordnen. Eine kurze Angabe am Anfang hätte ich mir da einfach gewünscht.
Die Charaktere empfand ich als interessant, am liebsten mochte ich Cedric der in der Mitte des Buchs vorgestellt wird. Mercy, Philander und Tempest mochte ich auch alle, ihre Charaktere waren nachvollziehbar, gleichzeitig wuchs mir keiner so ganz ans Herz, für mich waren die Protagonisten keine Stärke des Buches.
Dafür hatte die Handlung einige interessante Offenbarung mit sich, vor allem einen Twist fand ich gut, den ich aber jetzt natürlich nicht verraten will. Wie oben erwähnt, konnte ich gegen Ende das Buch nicht mehr so schnell weglegen, weil es einfach spannend war. Der Schluss ist befriedigend und kein mega Cliffhanger, allerdings bleibt einiges offen auf das man hofft Antworten zu finden (in Band 2 hoffentlich!). Der erste Band hat einen Hintergrund und Geheimnisse offenbart, ganz wie es sich für den Auftakt einer Reihe gehört!
Fazit: Die Spur der Bücher führt uns in eine Welt in der man gerne bleibt und sich umguckt. Es ist ein guter und spannender Roman, mit wenigen Schwächen.