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Pija Lindenbaum: Greta haut ab, Oetinger 2017 € 14,99

Manchmal haben es Kleine nicht leicht. Die Großen bestimmen den Tagesablauf. Für Greta heißt es aus dem Buddelkasten heraus, ein feines Kleid anziehen und auf zur Feier, mit Mama, Jan und ihrem Halbbruder Egon, wo sie doch gar nicht hin möchte. Aber nicht einmal ihren steigenden Missmut nehmen die Erwachsenen richtig wahr. Weitere unbedachte, haarsträubende Kleinigkeiten reihen sich aneinander, bis Gretas aufbegehrt und beschließt allein in die Welt zu ziehen. Aber wenn man klein ist, lauern schon ganz nah große Abenteuer. So fällt Greta in einen stinkenden Graben und kommt nur mit Einsatz all ihres Wuthaares wieder heraus. Als lange Schleppe fegt es mittlerweile hinter ihr her. Glücklicherweise kann sie sich darin auch einwickeln, so lange die Hose trocknet. Dabei malt sie sich aus, wie alle jetzt nach ihr suchen. Aber weit gefehlt. Die restliche Familie hat ihre Abwesenheit noch gar nicht bemerkt. Sie sitzen, von Greta ungestört, gemütlich beim Scrabble. Da platzt alle Wut aus Greta heraus. Sie sprüht, sie glüht. Endlich bemerkt man sie. Am Ende müssen Große und Kleine lernen, einen gemeinsamen Weg der Achtung zu finden. Wie dieser aussehen könnte, lässt sich an diesem Setting gut diskutieren. Die Illustrationen zeigen die ungeschönte Alltagssituationen in großer emotionaler Dynamik.