krause-labyrinth

Ute Krause: Im Labyrinth der Lügen, cbj 2016 € 14,99

In der schön erzählten Geschichte geht es um Paul, dessen Eltern in den Westen freigekauft wurden. Nun lebt er bei seiner Oma und seinem Onkel. Doch als er einer mysteriösen Sache auf die Spur kommt, stellt er fest, dass nicht nur er herumspioniert. Ich fand das Buch gut, da es eine wichtige Geschichte ist. Nicolas, 11 Jahre
Ostberlin, wenig Jahre vor Mauerfall: Paul lebt bei seiner Oma. Von ihr erfährt er, dass man seine Eltern, die nach einem Fluchtversuch im Gefängnis saßen, nach Westberlin ausgetauscht hat. In diesem Moment erlischt seine Vorstellung, jemals wieder mit ihnen zusammen kommen zu können. Wenn er sein Ohr an eine zugemauerte Stelle im U-Bahn Tunnel der Friedrichstraße legt, kann er Westberlin hören, doch für DDR-Bürger wie Paul bleibt es unerreichbar. Eines Abends, als er seinen Onkel, der als Nachtwächter im Pergamon Museum auf das berühmte Ischtator aufpasst, besucht, ereignen sich in der Dunkelheit merkwürdige Dinge. Hat Onkel Henry ein Geheimnis? Pauls kriminologischer Geist ist geweckt. Zusammen mit Millie beginnt er zu beobachten und zu kombinieren. Doch je mehr die beiden Kinder ermitteln, desto verwirrender wird alles. Bald bekommt die kleine Familiengemeinschaft es täglich mit den Herren der Firma "Horch & Guck" zu tun, der gefürchteten Staatssicherheit.
Präzise hat Ute Krause den ostberliner Raum in seiner Zeit inszeniert. Das allseitige Lügengespinst, durch welches vermutlich auch Erwachsene nicht mehr durchblickten, bleibt verwirrend.  Doch am Ende zählt das Ergebnis. Oma und Onkel Henry haben das Unmögliche geschafft. Auch Paul darf nach Westberlin zu seinen Eltern ausreisen. Zurück bleibt die kindliche Ahnung an ein "anderes" Deutschland, in dem ein Leben bescheiden und mitunter nicht ganz einfach war. Diese Geschichte beruht auf einer wahren Geschichte.