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Mit Anna Woltz trafen wir uns auf der Frankfurter Buchmesse am Stand des Carlsen Verlages. Nach den Standardfragen entfachte ein großes Thema unser Gespräch, welches auch Thema ihrer Bücher ist: Wie erleben Kinder die Trennung ihrer Eltern?

Bücherfresser: Was ist ihr Lieblingscharakter aus dem Buch Gips? Anna Woltz: Die Hauptfigur Fitz.
Bf: Wie sind sie auf diese Geschichte gekommen? AW: Meine Schwester ist Ärztin. Sie hat mir immer viele Geschichten übers Krankenhaus erzählt. Ich fand das dann so spannend, dass ich über das Thema ein Buch schreiben wollte.

Bf: Gibt es ein besonderen Grund warum sie dass Buch ihrer Schwester gewidmet haben? AW: Ja, sie hat mir sehr viel geholfen. Einen Tag bevor ich dass Buch anfing zu schreiben, hat sie mir eine persönliche Führung durchs Krankenhaus gegeben.
Bf: Können wir sie mit der Krankenschwester Sarah oder eher mit einer anderen Buchfigur identifizieren? AW: Mit der Krankenschwester Sarah, weil sie meine Schwester darstellen soll.
Bf: Sind sie mit dem Buch, dem Ende des Buches zufrieden oder hätten sie lieber etwas anders gemacht? AW: Ich bin sehr zufrieden, auch dass Cover ist klasse. In den Niederlanden hat man ein anderes Cover gemacht: einen Gipsverband mit meiner Unterschrift.
Bf: Haben Sie Kinder? AW: Nein. Noch nicht.
Bf: Haben sie sich die Sache mit dem Eingipsen ausgedacht? AW: Zur Hälfte schon zur Hälfte aber auch nicht, denn meine Schwester hat mir vom Krankenhaus einen Gips mitgebracht und dass hat mich inspiriert.
Bf: Wie kam ihnen die Idee mit der Schrift im Gesicht von der Hauptfigur Fitz? AW: Ich liebe Geheimnisse.
Bf: Sind Sie zufrieden mit der Übersetzung des Buches? AW: Sehr. Denn wenn ich versuche das Buch auf Deutsch lesen, erkenne ich sofort den Sinn wieder.
Bf: Können wir bald weitere Bücher von Ihnen in der Hand halten? AW: Ja das Buch Alaska, die Stunde der Nacht erscheint bald in Deutschland.
Bf: Haben Sie schon mal eine abgeschnittene Fingerkuppe gesehen? AW: Ja. Meine Mutter hat sich ihre Fingerkuppe mit einer Heckenschere abgeschnitten und ich war dabei.
Bf: Mögen Sie Frikadellen? AW: Nein, ich mag nur Kroketten.
Bf: Was wäre wenn …? Es gibt kein wenn, ich bin sehr zufrieden mit diesem Buch.
Bf: Worüber sollte man Kindern berichten und worüber lieber nicht? AW: Ich liebe Bücher die hoffnungsvoll sind. Aber es gibt Kinder die ein schreckliches Leben haben, über das möchte ich nicht schreiben.
Ich habe Anna Woltz gefragt, ob die Trennung der Eltern im Buch etwas aus ihrem echtem Leben zu tun hat? Meine Eltern haben sich nicht getrennt, antwortete sie uns. Aber ich weiß, wie es ist, weil die Eltern meiner Halbgeschwister getrennte Wege gehen. Und denke über den Schmerz andere nach. Es ist auch gut, darüber zu lesen.