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Am Stand von Gerstenberg trafen wir Edward van de Vendel, der dieses Jahr mit Lena und das Geheimnis der blauen Hirsche in der Kategorie Kinderbuch für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert worden ist.

Bücherfresser: Lena kriegt in dem Buch Besuch von dreizehn kleinen Hirschen. Warum gerade Hirsche? Edvard van de Vendel: Das weiß ich auch nicht so genau. Normalerweise schreibe ich zuerst einen Text und dann malt jemand die Bilder dazu. Hier war das anders herum. Der Zeichner Mattias de Leeuw hat etwas gemalt und ich fand das so schön, dass ich eine Geschichte dazu schreiben wollte. Außerdem klingt das auf Niederländisch so poetisch, da heißt das Buch „Dertien rennende hertjes“.
BF: Und warum sind die Hirsche blau? EvdV: Der Stift von Mattias war damals blau. Ich finde, es ist eine sanfte und leuchtende Farbe. Und der Löwe von Lenas Bruder Raff musste schwarz sein, weil er schwierig ist. Außerdem ist schwarz gefährlich. Raff hat deswegen auch nur ein Tier und das kann er nicht kontrollieren. Oft war Mattias mit den Illustrationen viel schneller als ich und dann musste ich ihm sagen:

„Halt!!! Ich bin doch noch gar nicht so weit mit meiner Geschichte!!!“

BF: Warum ist das Buch in Versen geschrieben und nicht im Blocksatz? EvdV: Das ist einfacher zu lesen. Es mäßigt das Tempo, weil man Schritt für Schritt den Text besser erfassen kann. Außerdem hat man dann mehr Platz für die Illustrationen.
BF: Wolltest du als du klein warst Autor werden? EvdV: Nein, ich mochte keine Bücher und habe nie gelesen! Ich wollte als Kind lieber Fußballspieler oder Sänger werden, aber das ist mir nicht so gelungen. Dann bin ich Grundschullehrer geworden. Dabei habe ich viel vorgelesen und das fand ich so schön, dass ich das werden wollte. Das war ungefähr vor fünfzehn Jahren.
BF: Stellst du dir dann beim Schreiben vor, dass du das Kindern vorliest? EvdV: Also eigentlich weiß ich nicht so wie man Bücher schreibt. Aber ich lese es mir immer laut vor, um zu sehen, ob es gut klingt und ob Poesie und Spannung stimmen.
BF: Schreibst du lieber Kinder- oder Jugendbücher? EvdV: Das hat ganz unterschiedliche Vorteile. Nächstes Jahr erscheint Die Krebs-Meisterschaft, das ist eher für Ältere. Da habe ich mit einem krebskranken Jungen zusammengearbeitet, das war sehr interessant. 
BF: Wenn du über bestimmte Personen schreibst, suchst du die oder kommen die zu dir? EvdV: Ich habe zum Beispiel mal über Flüchtlinge geschrieben, da recherchiere ich dann zuerst im Internet. Bei dem Krebs-Buch war es aber so, dass eine Freundin den Kontakt hergestellt hat.
BF: Wie würdest du dein Krebsbuch mit John Greens „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ vergleichen? EvdV: Ich finde John Green toll. Ich glaube unsere Bücher sind sehr unterschiedlich. Bei mir geht es um einen Jungen und es gibt keine Liebesgeschichte. Außerdem besteht das Buch zu 95% aus der Geschichte des Jungen, den es ja wirklich gibt.
Vielen Dank für das Interview!
 

nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis Kinderbuch 2015

nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis, Bilderbuch 2016