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Wir flitzen durch den strömenden Regen die Leopoldstraße entlang. Hier irgendwo soll sich der kleine aber feine Mixtvision Verlag befinden. Das Haus ist eine große Baustelle. Da zehn Bücherfresser unmöglich in den Fahrstuhl passen, nehmen wir die verwinkelten Treppen bis in den dritten Stock. Regenschirme und Gummistiefel bleiben besser vor der Wohnungstür. Wir hatten nicht erwartet, dass sich dahinter so großzügige, moderne Räumlichkeiten eröffnen würden. Gleich im Eingang bleiben wir an der Präsentationswand für Bücher hängen.  Ein langer Tisch zieht durch die Eingangshalle. Ein interessanant gestalteter Raum für Kunst mit Kaktus. Die Büros wirken trotz der dunklen Abendstunde durch ihre Glaswände lichtdurchflutet.

Liam: „Wir saßen in richtigen Business-Class Sesseln mit Armlehnen. Sehr gemütlich.“

Paul: „Haben Sie hier nur Apple Geräte?"

Bevor wir den Autor Torsten Nesch treffen werden wir von Sebastian Zembol begrüßt. Er erzählt uns, dass der Mixtvision Verlag seine Geschichten in verschiedenen Medien präsentiert. Als Buch und ebuch, dass man beim Kauf eines Buches dazu geschenkt bekommt, aber auch als Apps, Spiele und Filme. Wir waren nicht ganz überzeugt. Wozu sollte man ein ebuch brauchen, wenn man doch schon das Buch gekauft hat und wie sollen Kinder all die schönen Details in den Bildern von Bilderbüchern auf einem so kleinen Display wie dem des Smartphones erkennnen? Die echten Bücherfresser lieben eben nichts mehr als ein richtiges, schöngemachtes Buch.Das merkte auch Torsten Nesch, dessen Buch „Der Drohenpilot“ wir sehr genau gelesen hatten und viele Fragen an ihn hatten. Katrin Rüger
Bücherfresser: Wie sind Sie auf die Idee gekommen ein Buch über Drohnen zu schreiben? Torsten Nesch: Ich habe meine Idee auf dem Heimweg nach einer Lesung bekommen, als im Park über mir und anderen Passanten plötzlich eine Drohne flog.
BF: Wo haben Sie recherchiert? TN: Im Internet, aber auch in sozialen Netzwerken wie zB Twitter.
BF: Warum haben Sie Ihrem Buch ein offenes Ende gegeben? TN: Für mich war die Geschichte an dieser Stelle zu Ende erzählt. Ich finde nicht, dass man noch mehr schreiben muss.
BF: Gibt es die Wahnvorstellungen, die Darius durch seine Arbeit als Drohnenpilot bekommt, wirklich? TN: Ja. Bei manchen Menschen sind sie so schlimmen, dass sie Tabletten dagegen nehmen. Kriege werden und wurden immer mit Drogen geführt.
BF: Warum muss Darius erst das Kind umbringen, bevor er versteht wie schlimm das ist, was er tut? Warum hat der Verbrecher nicht gereicht? TN:Auch in der Realität werden Unschuldige umgebracht.
BF: Warum bemerkt Darius nicht, dass er kein Spiel spielt, sondern dass das, was er tut, wirklich schlecht ist? TN:Weil bei Darius sich durch das Spielen die Hemmschwelle Dinge nicht zu tun nach hinten verschoben hat. Darius gerät ja auch schleichend in den Prozess.
BF: Wird es vielleicht einen Film zu Drohnenpilot geben? TN: Das wäre schön, aber ein Film würde sehr kostspielig werden
BF: Wir danken Ihnen für das Gespräch.
Zum Schluss durften wir noch eine unserer Lieblingsbeschäftigungen nachgehen: Unsere Meinung zu einem neuen Cover war gefragt. Es ist immer sehr spannend zu überlegen, was für eine Geschichte hinter einem Bild und einem Titel steckt. Manches passte genau, anderes ging haarscharf daneben, was an uns liegen kann oder auch der Coverwahl. Die älteren Bücherfresser trafen noch die Lektorin Kerstin Kempf. Hier geht es zum Interview mit ihr.