poznaski2016

Freudiges Wiedersehen mit Ursula Poznanski. Sie gehörte zu den wenigen JugendbuchautorInnen, die schon am Donnerstagmorgen in Leipzig gesichtet werden konnten. Wir hatten noch ein Stündchen Luft vor den ersten Proben und sie kam am Stand vorbei, so entstand dieses spontane Interview:

Bücherfresser: Warum haben sie sich entschieden mit "Fünf" ein Buch für Erwachsene zu schreiben? Ursula Poznanski: Als ich die Idee zu "Fünf" hatte, war mir sofort klar, dass es kein Jugendbuch wird und mein Agent hat sein Ok gegeben einen Roman für Erwachsene zu schreiben.
BF: War das Ende von "Saeculum" schon von Anfang an so geplant? UP: Ja, ich plane meine Enden nämlich immer. Spontane Enden gibt es bei mir nicht. Sonst könnte ich keine falschen Hinweise legen, außerdem brauche ich irgendwas worauf ich hinschreiben kann.
BF: Haben sie für "Erebos" selbst Online Rollenspiele gespielt? UP: Nein, ich habe es mir überlegt, aber mich dagegen entschieden. Ich wollte mein eigenes Spiel schreiben und keines, dass einem anderen zu ähnlich ist.

BF: Glauben sie ihre Zielgruppe ist eher männlich oder weiblich? UP: Ich glaube ziemlich gemischt und das finde ich auch gut so.
BF: Was glauben sie ist ihr bisher bestes Buch? UP: Das kann ich nicht beantworten. Bei jedem Buch mag ich etwas anderes total gerne, bei "Saeculum"
zum Beispiel das gruselige.
BF: Welches Buch hätten sie am liebsten verfilmt? UP: Die Trilogie, dass kann ich mir als Film gut vorstellen. Und "Saeculum". Bei Erebos ist es eher schwierig, da es wohl ziemlich vom Buch abweichen würde.
BF: Was lesen sie gerne? UP: Ich habe "Harry Potter" und "Herr der Ringe" gerne gelesen. Ich lese total verschiedenes, im Krimibereich mag ich Sherlock Holmes und Agathe Christi.
BF: Schauen sie auch viele Serien? UP: Also ich habe Netflix, wo ich auch sehr gerne im Englischen Orgninalton schaue. Momentan habe ich leider
wenig Freizeit, da ich momentan sehr viel schreibe.
BF: Können sie bei den Covern der Bücher mitentscheiden? UP: Ich darf mitreden, aber die letzte Entscheidung treffe ich nicht. Ich bin eigentlich sehr zufrieden mit den derzeitigen Covern.
BF: Danke, dass wir Sie so spontan kennenlernen durften.
 

Interview Leipzig 2013

Interview Leipzig 2013

Wow! Was für eine Begegnung! Mit einem breiten, einladenden Lächeln sitzt Ursula Poznanski am Tisch beim Loewe Verlag und zeigt dabei eine Ausstrahlung, die sich wohl am besten durch das Wort “tough“ beschreiben lässt. Mit einer fast akribischen Präzision antwortet sie bedacht auf unsere Fragen, während sie stets bereits erwähntes Lächeln beibehält. Obwohl sie ihre berufliche Laufbahn als Medizinjournalistin begonnen hatte, kam Frau Poznanski doch recht schnell auf das literarische Schreiben. Zunächst beschränkte sie sich auf kleinere Geschichten und Kinderbücher, die neben dem Beruf verfasst wurden, bis sie schließlich ihren ersten „größeren“ Roman schrieb. Zwar wurde dieser nie wirklich veröffentlicht, jedoch folgte kurz darauf die “zündende Idee“ zu Erebos, ihrem wegbereitenden Erfolg. In dem folgenden neun Monaten musste sie nun diese Idee zu Papier bringen, neben dem Beruf versteht sich, denn das Buch sollte bis zur Frankfurter Buchmesse fertig sein...

In Erebos lenkt Ursula Poznanskis ihren Blick auf Spieler, bzw. den Weg, wie Computerspiele es schaffen so viele Menschen zu fesseln. Sie erklärt uns, dass sie sich für den Roman bewusst NICHT an Online-Games wie World of Warcraft orientiert hat, und selber solchen Spiele eher weniger spielt, jedoch einiges von ihrem Sohn mitbekommt, der in diesem Bereich schon etwas mehr Erfahrungen mitzubringen scheint. Für das Cover hingegen, dass ja eine Ära der “Augen-Bücher“ nach sich zog, sei in erster Linie der Verlag verantwortlich, meint die Autorin, der sie allerdings zuvor um ihrer Zustimmung bat. Außerdem merkt sie an, dass dieses berühmte Auge nicht frei entworfen wurde, sondern tatsächlich das bearbeitete Auge des verantwortlichen Grafikers ist. Als Erebos schließlich den Deutschen Jugendliteraturpreis gewann, war sie extrem überrascht. Die seither gefolgten Bücher (Saeculum, Fünf & Die Verratenen) handeln zum Großteil ebenfalls von Spielen und Spielern.Anders jedoch das Neueste, Die Verratenen, dass ins Genre der Future Fictions gehört. Dieser Wandel war keineswegs geplant, so Ursula Poznanski. Viel mehr hatte sie die Idee zu einer Geschichte, die so in unserer heutigen Gesellschaft nicht funktionieren würde, folglich also weder als Realitäts-, noch als Fantasy-Roman verfasst werden konnte und somit den Vorstoß in ein neues, ihr bis dahin unbekanntes Gebiet erforderte. Dafür plante die Autorin von Anfang an eine Trilogie. Auf unsere Frage, ob sie denn schon wisse, wie es in Teil zwei und drei weitergehen würde, antwortete sie mit ja und nein. Zunächst erarbeitete sie sich den Rohbau für alle drei Teile (wenn sie das grobe Konzept nicht hätte, könne sie nicht schlafen, sagte sie), also die Haupthandlungen die zum Fortschritt der Geschichte beitragen. Dabei lässt sie aber noch genug Raum für gestalterische Freiheit oder beispielsweise die Möglichkeit einige Fragen, die im Verlauf des ersten Teils entstanden, erst zu einem späteren Zeitpunkt zu beantworten.Wie es nach der “Verratenen-Trilogie“ jedoch weiter gehen soll, darüber ist Ursula Poznanski sich noch unsicher...Wir werden es mit Sicherheit lesen, Frau Poznanski und danken Ihnen für das Gepräch! Leon, 16 Jahre