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Marion Hübinger: Water love, Drachenmond Verlag 2017 € 12,90

Ein normales Leben ist auf der Erde nicht mehr möglich, seit sie von einer undurchdringlichen Smogwolke umhüllt wird. Ihre Bewohner, in zwei Gruppen gespalten, den Landers und den Waters, müssen in luftgefilterten Innenräumen Schutz suchen. Während sich die Landers unter die Erde in Bunker verkriechen, stehen den Waters riesige schwimmende Städte zur Verfügung, die allen Luxus bieten. Hier soll eine neue Form von gemeinschaftlichem Zusammenleben entstehen. Ein auf jeden Schritt überwachter Staat ist der Preis dafür. Es versteht sich von selbst, dass auf diese Wasserschiffe nur Waters Zutritt haben. Bela ist ein Landers und gerade dabei, sich Hals über Kopf in eine Waters zu verlieben, als die Wolke ihn in einen Bunker treibt.

Auf Landgängen irrt er im Nebel herum und versucht Sintje wiederzufinden, das rebellische Mädchen, welches sich mehr den behinderten Kindern an Land verpflichtet fühlt, statt ihr Leben auf ein Schiff zu retten. Seine Vermutung wird bald zur Gewissheit, Sintje hat sich auf ein Schiff gerettet und in ihm reift ein Plan auf dieses Schiff zu gelangen, komme was wolle. Marion Hübinger entwickelt in "Water love" eine klassische Dystopie an dessen Ende für einen kurzen Moment klassenübergreifend die Liebe siegt. Eine oft geträumte Utopie über eine politisch gesellschaftliche Basis, die, hier in seiner Fantastik reduziert aufs leichter durchschaubare Minimale, recht aktuell ist. Die eigentliche Frage jedoch ist: Was werden die Menschen tun, um der Umweltzerstörung Einhalt zu gebieten und wird das Leben in dieser Extremsituation weitergehen? Ein Buch, dass nach Fortsetzung ruft.