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Ulrich Eberl: Zukunft 2050, Beltz & Gelberg € 17,95

Atomkraft? Nein, danke. Wind- und Sonnenenergie? Vermutlich. Wenn wir eine Lösung finden, diese Energie zu speichern ist sie für die Zukunft viel versprechend. Werden Autos bald ohne uns an der Straßenecke miteinander reden?  Gibt es intelligente Fenster und werden T-shirts kompostierbar? Klingt absurd, ist aber alles schon heute entwickelt. In seinem wissenschaftsübergreifenen Buch trägt Eberl innovative Entwicklungen zusammen - so faktenreich wie nötig, so anschaulich wie möglich und so prall gefüllt, spannend und abwechslungsreich, dass man Kapitel wieder und wieder lesen und diskutieren kann. Wie werden wir den Wohlstand ausbauen und dem Klimawandel entgegen wirken können?

Die emissionsfreie Fabrik, ja gar Stadt ist schon im Gespräch, aber wie und wie schnell und wohin kann sich ein solcher Wandel vollziehen? Smart phone, smart home. Was wird das für unseren Alltag heißen? Für unsere Arbeitsplätze? Für unsere Lebenserwartung? Mal bleibt Eberl vor Ort, in München oder Bayern, mal zieht er in die Welt hinaus, nach Indien, Shanghai oder die Arabischen Emirate. Neben Zukunftsprognosen für die nächsten zehn Jahre und überzeugenden Voraussichten für die nächsten vierzig lässt der passionierte Zukunftsforscher auch das Metier der Zukunftsforschung an sich nie aus dem Auge. 2050 ist von 2010 genauso weit entfernt wie 2010 von 1970. Was wurde denn damals prognostiziert? Was ist eingetroffen, und was hat man vollkommen unterschätzt und warum? Wie verhält es sich bei mangelndem oder intensiven Entwicklungsdruck auf bestimmte Sparten? Spannende Fragen, deren Antworten ein mögliches Zukunftsszenario objektiv noch nachvollziehbarer macht. Bestechend konkret scheinen schon heute viele Entwicklungen. Sie müssen alle nur noch ein wenig nachreifen, bevor sie für jedermann verfügbar werden können. Und je weiter man liest, desto mehr wird man der Sache gewiss: Eberl glaubt an die Menschen als kommunikative und vernunftbegabte, unerschöpflich kreative Wesen. Er malt die Zukunft nicht schwarz sondern grün und glaubt, dass wir uns einrichten werden können auf dieser immer kleiner werdenden Welt, trotz mittlerweile unaufhaltsamer Klimaerwärmung, Endlichkeit fossiler Brennstoffe und Weltherrschaft der Mikrochips. Mitunter zu schön, um wahr zu sein? Unsere Kinder werden es erleben, wir vielleicht auch noch....Zeit also, sich mal so richtig mit der Zukunft zu beschäftigen!  Katrin Rüger