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Cory Doctorow: Little Brother, Rowohlt Tb € 9,99

Little Brother ist ein packender Thriller mit erstklassigem Thema. Es geht um die Technologien der heutigen, modernen Zeit, die auch für die Überwachungsindustrie entdeckt bzw. erfunden/verbessert wurden. So ist es dem Staat möglich, den kompletten Bürger zu erfassen, zu durchleuchten und ihn somit zu einem "gläsernen Menschen" zu machen. Man denke nur an die Speicherung von Einkaufslisten in den Computern des Supermarktes, die mögliche Überwachung der Telefone und die Erhebung von durchschnittlichen Zuschauerzahlen bei einer Fernsehsendung. Freddy, 16 Jahre

Das Buch ist ein gut geschriebener Mix aus Science Fiction, einem Thriller und einem Abenteuerroman. Mit diesen Zutaten hat der Autor Cory Doctorow ein bis zum Ende spannendes und interessantes Buch geschrieben. Dieser Autor ist auch als canadischer Blogger und Science Fiction Autor bekannt. Laut dem Forbes Magazin zählt er zu den 25 einflussrteichsten Menschen im Web. Das Thema des Buches ist eigentlich vorrangig Science Fiction, aber als ich das Buch gelesen habe, kam es meist sehr real herüber. Das Buch spielt in San Francisco, eine Stadt, die der Autor so gut beschrieben hat, dass es mich an den Urlaub dort vor vier Jahren noch gut erinnert hat. Auch Lesern, die selbst noch nicht da waren, dürfte es nicht schwerfallen sich die beschriebene Stadt vorzustellen. Die Geschichte des Buches handelt von dem 17-jährigen Marcus der ein begeisterter Gamer ist. Nach einem Anschlag auf die San Francisco Bay, eine Brücke, verändert sich San Francisco zu einer totalitären Überwachungsstadt, indem Menschenrechte und freie Meinung nur zweitrangig sind. Nachdem Marcus 5 Tage nach dem Anschlag freigelassen wird beschließt er das DHS, seine Peiniger, alias M1k3y mit modernen Mittel zu bekämpfen. Das alles ist zusammengefasst in einem spannenden und gut geschriebenen Buch, welches mir persönlich als Gelegenheitsgamer sehr gut gefallen hat. Auch wenn man kein Technikfreak ist, hat das Buch auch andere spannende Facetten und ist mit Sicherheit lesenswert. Leo, 15 Jahre
Freiheit in einer elektronischen Welt oder alles nur ein Spiel? Cory Doctorow ist kanadischer Blogger und Science Ficton Autor. Doch beim Lesen beschleicht mich das Gefühl, dass dieser Science Fiction eigentlich schon Realität ist. Markus, Deckname M1k3y, ist ein Spieler. Den Schullaptop hat er mit doppeltem Boden versehen. Verschlüsselung heißt das Zauberwort. So kommt er jederzeit unbemerkt ins Internet. Er muss auch Überwachungskameras überlisten, will er die Schule vor Unterrichtsschluss verlassen und geht nie ohne Handy und WLAN-Finder aus dem Haus. Doch am Tag des großen Terroranschlages auf die Bay Bridge in San Francisco hätten er und seine Freunde lieber in der Schule bleiben sollen. Sie sind zur falschen Zeit am falschen Ort und werden festgenommen. Verschleppung und Folter folgen, absoluter Wahnsinn breitet sich vom Moment ihrer Gefangennahme aus. Der Heimatschutz bekommt für die Suche nach Terroristen Zugriff auf alle denkbaren persönlichen Daten. Dazu zählen Handys, Kreditkartenzahlungen und Funkchips für die Brückenmaud. Der Überwachungsirrsinn trifft Millionen. Kein Problem bei den heutigen Datenverarbeitungsstandards. Und bei 99%iger Trefferquote werden ja nur Zehntausende der falschen Seite zugeordnet.
„Stell dir mal vor, du würdest hinten in einem Polizeiwagen festgehalten und aufgefordert nachzuweisen, dass du kein Terrorist bist.“ Zitat aus Doctorow, Little Brother
Der Schutz der Privatsphäre, die Freiheit, die „Bill of Rights“ steht nur noch auf dem Papier. Was heißt das auch, wenn jeder heutzutage freiwillig in einem System der elektronischen Chips, Magnetstreifen und Datenautobahnen, seine gesamtes Leben zu Markte trägt?
Freiheit ist etwas, das du dir nehmen musst.“ Zitat aus Doctorow, Little Brother
Kabelsalat, Bildschirme, Tastaturen, selbst gebaute PC´s, outgesourcte Hardware aller Art stapelt sich in Markus Zimmer, darunter auch originalverpackte Xnet-Boxen. Die könnten sich dafür verwenden lassen, den Strom der Daten zu unterwandern, zu manipulieren und zu fälschen und die Heimatschutzbehörde in ihre Schranken zu verweisen. Ein Spiel, welches über das Netz schnell Hunderte von Anhängern findet - ein ernsthafter, beseelter Kampf gegen eine Übermacht, die Markus über kurz oder lang die Freiheit kosten wird. Ein rasanter, hochaktueller Thriller, der auch dem Technikmuffligsten zu erklären vermag, was Sache ist, Sache sein kann. Little Brother scheint erschreckend viel mächtiger als Big Brother. Die Stasi dagegen war nur ein Waisenkind. Ein super Buch, ich habe viel gelernt, über Onion Router, Krypto und das „False Positiv Paradox“. „Die Freiheit nehm´ ich mir“ erinnere ich urlaubsstimmige sonnige visa-card Werbung. Vielleicht sollte man sich beim Kauf des nächsten Buches lieber die Freiheit nehmen, bar zu bezahlen. Katrin Rüger
Corys bestes Stück. Dieser Mann besitzt, vermute ich, kein Stück Papier mehr. Er liest sein Buch vom Laptop vor und nutzt Lesepausen zum Bloggen.