Dijk_African_Kids
Foto: Lutz van Dijk (rechts) im Gespräch mit den Bücherfressern

Lutz van Dijk, African Kids, Peter Hammer Verlag 2012 € 22.-

"Schon mal gehört was ein Township ist?" fragt der 11-jährige und schaut dabei forsch in die Kamera.

Ist man neugierig wie er und blättert weiter durch die hundert Bilder des Buches, spiegeln sich in den Kindergesichtern viele Gefühle: Spaß, Neugier und Hoffnung, Traurigkeit und Ernst, aber auch Stolz und Selbstbewusstsein. Das Kinderhaus, in dem Sive aufwächst, liegt in Masiphumelele, einem kleineren Township südlich von Kapstadt. Sive ist ein Kind der ersten Stunde. Er wurde von seiner jungen Mutter schon vor der Fertigstellung des Hauses bei Bauarbeitern abgegeben. Seine Überlebenschancen standen damals 50:50. Heute ist er elf und führt die Leser durch seine Welt. Fotos machen das Leben in den dicht gedrängten Verschlägen aus Blech, Holz und Müll lebendig. Sive berichtet von verheerenden Feuern und dem Wiederaufbau der Hütten, von seiner Schule und dem Zauber des Lesenkönnens, seinem Alltag und nicht zuletzt von Aids. Ein Leben mit den Folgen dieser Krankheit vereint die Kinder im Kinderhaus, welches von der Stiftung HOKISA (Homes for Kids in South Africa) getragen wird.Schlimmer als der tägliche Medikamentencocktail gegen die Ausbreitung des HI-Virus im Körper, sind für alle Kinder die Leerstellen, die der Verlust von Eltern und Familie hinterlässt. „Wer ist meine Mama? Lebt sie noch?“ und „Weißt du, was das ist - sterben?“ sind Fragen, auf die Lutz van Dijk und die Erzieher immer wieder eine ehrliche Antwort finden müssen.

Hier wird offen über Aids geredet. Das ist in Südafrika leider noch immer keine Selbstverständlichkeit. Manchmal finden die Erzieher nach akribischem Suchen und Fragen ein Geschwister wieder, oder einen entfernten Onkel. Doch mit der Zeit bildet die Gemeinschaft mit Ersatzgeschwistern und Ersatzeltern den wesentlichen Halt im Leben der Kinder. Wenn Sive seine Leser anschauen möchte, nimmt der Pfiffikus ein Fernglas, um die räumliche Distanz von Südafrika nach Europa zu überbrücken. Doch wenn man hinschaut und zuhört merkt man schnell, wie nah man sich doch eigentlich ist, denn die Träume und Freuden der Menschen ähneln sich überall auf der Welt.Ob kleine oder große Leser, dieses Buch hält Beeindruckendes und Nachhaltiges für beide Seiten bereit. Kinder werden fasziniert in die Lebenswelt anderer Kinder eintauchen und Erwachsene können auch einen Blick auf die Erwachsenen in diesem Buch werfen. Als Wahl-Opa erzählt Lutz van Dijk zum Beispiel die Geschichte von Ayakha und der blauen Winterjacke und erläutert dabei fast nebenbei: „Wenn ein Kind fragt, ist es bereit zur Antwort. Wenn sie nur ehrlich ist.“ Sollten sich also bei einer gemeinsamen Lektüre dieses Buches kindliche Fragen ergeben, nur Mut für ehrliche Antworten! Diese Geschichten sind angefüllt von Lebensenergie und Engagement für eine bessere Welt. Bitte einmal tief eintauchen!
Mir gefällt das Buch sehr gut, denn man erfährt nicht nur, wie Kinder in den ärmsten Ländern leben, sondern auch wie ein Großteil der Bevölkerung mit dem HI- Virus lebt. Ich finde, in Deutschland weiß man zu wenig über die HiV-Erkrankung. in den Nachrichten wird über Ebola berichtet, aber es sind viel mehr Menschen und vor allem Kinder an Aids erkrankt. Zur Zeit leben etwas 6,7 Millionen Menschen auf der Erde. Davon haben ca 1,9 Millionen die HIV Infektion. 78.000 leben in Deutschland. Obwohl es in dem Buch um ein ernstes Thema geht, ist es nicht traurig. Es gibt auch witzige Stellen. Es wird von dem Kind Sive erzählt, der in dem Kinderhaus HOKISA lebt. Er erzählt in einzelnen Geschichten von Kindern, mit denen er dort zusammen lebt. Elena, 10 Jahre
Dieses Buch erzählt von Kindern, deren Leben von größten Nöten und Problemen gekennzeichnet ist. Viele von ihnen sind HIV-infiziert und erleben in vielerlei Hinsicht eine unvorstellbar schreckliche Kindheit, in der ihnen niemand mit Liebe und Zuversicht zur Seite steht.(Keiner hat ihnen jemals über den Kopf gestrichen und ihnen versichert „das machst du gut“). Größtenteils kennen sie ihre leiblichen Eltern nicht – und dieses Schicksal konnte Lutz van Dijk lindern. Er und sein Team von hilfsbereiten Menschen stehen hinter dem Zufluchtsheim für Kinder in allen Notlagen: HOKISA (Home for Kids in South Africa). Anhand der vielen Bilder und lebendig formulierten Texten bekommt man einen sehr guten Einblick in den Alltag und das Denken der Kinder und Jugendlichen. Stellvertretend für sie erzählt der elfjähriger Junge Sive über sich und all die anderen Kindern in HOKISA. Das Buch gibt einem einen guten Einblick in das harte und doch liebevolle Leben der Kinder in Hokisa. Der Leser erlebt eines der vielen uns unbekannten Probleme Afrikas hautnah.  Es ist mit viel Liebe geschrieben! Lela, 12 Jahre