Emotional ergreifend

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Cameron Bloom, Bradley Trevor Greive: Penguin Bloom, Knaus Verlag 2017 € 19,99

Dass Buch beschreibt, dass das Leben nicht immer ein Zuckerschlecken ist. Es ist traurig seine Füße nicht mehr durch den Sand bewegen zu können, so wie Sam nach einem Unfall. Querschnittsgelähmt zu sein ist schlimm, die Betroffene bekommt jedoch große Unterstützung und Hilfe von ihrer Familie und einem kleinen Vogel. Penguin. Er hat sich auch verletzt. Die verletzte Sam hilft ihm, sodass der kleine Vogel irgendwann wieder seine Flügel bewegen kann. Aber auch der Vogel kümmert sich um Sam, dass es ihr bald besser geht. Bei manchen Szenen sind mirschon die Tränen hochgekommen. Als Sam am Ende einen Brief schreibt, mit ihren Leiden und ihren Sorgen wollte ich Sam am liebsten in den Arm nehmen und sie trösten. Dieses sehr emotionale Buch würde ich älteren Kindern erzählen, so ab 13 Jahren.

Einer für alle, alle für einen.

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Ute Krause: Die Muskeltiere 01. Einer für alle, alle für einen, cbj Verlag € 14,99

Nein, nicht drei Musketiere, sie sind vier und haben es faustdick hinter den Ohren. Ernie, eine Kneipenmaus alias Pommes de terre ist hamburgerisch schlagfertig und bei Abenteuern immer vorneweg. Der Hamster Bertram von Backenbart, ein gelangweiltes Luxushaustier, bringt die Idee mit den Muskeltieren erst auf, liefert dazu die Plastiksäbel, welche vorher als Käsespieße dienten, und kann sogar ein wenig lesen und schreiben. Gruyère, gedächtnis-, namen-, heimat- und familienlos ist eine Ratte, die fest daran glaubt, eine Maus zu sein. Sie hat einen fantastischen Orientierungssinn. Und nicht zuletzt Picandou, eigentlich Picandou Camenbert St. Albray. Er hat seinen Namen in der Käsetheke von Frau Fröhlichs Feinkostladen zusammengestellt, wo er im Keller lebt. Er ist ein Hasenfuss, der alles zu bieten hat, was ein Leben lebenswert macht: er teilt sein weiches Schwammbett genauso selbstverständlich wie die leckersten Essensreste und hat ein großes Herz für Freunde. Er rutscht mit seinem dicken Käsebauch ganz unfreiwillig in diese Abenteuer hinein und will doch nicht kneifen. Denn nur gemeinsam können die Nager Picandous und somit auch ihre eigenes, neues Domizil retten. Ute Krause schreibt mit Fantasie und Raffinesse. Sprachlich wie im Bau ihrer Geschichte, die immer wieder auf kleine Spannungshöhepunkte hinausläuft, zeigt sie sich variantenreich und witzig. Die Muskeltiere schließt man sofort ins Herz. Sie sind die perfekte Vorleselektüre, aber auch zum Selberlesen geeignet. Nicht zuletzt die durchgehend farbigen Illustrationen der Autorin und Illustratorin, die oft noch anderes erzählt als der Text verrät, machen Lust auf Lesen.

Zwei Brüder, ein Keller und ein Insektarium

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nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2017, Kinderbuch

Simon van der Geest: Krasshüpfer, Thienemann 2016 € 12,99

In dem Buch Krasshüpfer von Simon van der Geest, geht es um die zwei Brüder Hide und Jeppe. Hide ist jünger und hat einen Deal mit seinem Bruder. Hidde verät nicht sein Geheimnis, dafür kriegt er den Keller. Drei Jahre später hat er ein ganzes Insekten Labor im Keller aufgebaut. Doch manchmal denken große Brüder ihnen würde, nur weil sie größer wären, alles gehören. Jeppe hält seinen Teil der Abmachung nicht ein und so entsteht ein "Krieg" zwischen den beiden Brüdern.
Meine Meinung: Wenn man selber einen großen Bruder hat, ist es ein sehr interessantes Buch. Aber auch ohne Geschwister ist es eine sehr lustig und spannend erzählte Geschichte.

Unvergessliche Teams

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Lorenz Pauli, Kathrin Schärer: Rigo und Rosa, atlantis 2016 € 16,95

Einzig die vier Buchstaben ihres Names, beginnend mit einem "R" scheint die Maus und den Zooleoparden zu verbinden. Fressen oder Fragen, überlegt sich der Leopard, als er die Maus in seinem Gehege entdeckt. Erst einmal fragen, denn Fragen nach Fressen geht nicht mehr. So kommen die beiden ins Gespräch. Über sich selbst und den anderen, über die Welt und darüber hinaus. Die Freiheit der Maus bleibt dem Leoparden verwährt. Er bietet ihr Schutz und sie ihm Geschichten. Ihr Aktionismus steckt den trägen Leoparden mitunter an. Manchmal,  wenn es ums Wörter erfinden geht zum Beispiel. Mit dem eigenen Schwanz Springseil springen geht jedoch zu weit.  Stück für Stück ändert das Miteinander ihre Welt. Das Glück wohnt in so vielen kleinen Dingen, nicht nur in der Eichel der Maus, mit der Leopard versucht, einen Baum zu pflanzen. Die kurzen Geschichten mit ihren knappen Sätzen aus einfachen Worten schwingen in jeder Zeile mit einem Kosmos aus Gedanken und Gefühlen. Sie lassen Nachdenken, aber auch Schmunzeln und wärmen das Herz.

Wer weint schon über Buchstaben

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Martin Baltscheit: Löwenherzen weinen nicht! Beltz & Gelberg 2016 € 8,95

Der Löwe versteht mal wieder gar nichts. Schon gar nicht seine schöne Löwin, wenn sie am Ende eines Buches manchmal weinen muss. Das sind doch nur Buchstaben! Gefühle hält der Löwe für ein Hobby der Wachskerzen. Ein Löwe braucht keine Tränen. Die Löwin aber, möchte einen Löwen mit Herz. So macht er sich mal wieder auf des Rätsels Lösung. Ob das Krokodil ihm zeigen kann, wie man Krokodilstränen weint? Die an ihrer Oberfläche turbulent amüsante Geschichte erzählt mit wenigen kunstvoll bespielten Worten nicht nur was Buchstaben und Worte in uns bewirken. Sie geht dabei auch leichterhand dem Leben auf den Grund. Der starke, kämpferische Löwe findet in diesem neuen Buch, nach Stationen des Lesenlernens, des Zählens und Schwimmens sein Löwenherz. Der Löwin sei Dank. An ihr ist eine wahre Montessori Pädagogin verloren gegangen. Frei nach dem Motto: "Hilf mir, es selbst zu tun" bringt sie ihren Löwen sanft dazu zu verstehen, wie Worte das Herz bewegen und wie viel ihm seine Löwin bedeutet. Eine herzwärmende Liebesgeschichte und wie immer bei Martin Baltscheit, kommt das Vorlesevergnügen für Große bei dieser wunderbar wortwitzigen, theatralen Inszenierung nicht zu kurz.

Mit Fantasie gegen Einsamkeit

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nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2016, Bilderbuch

Edward van de Vendel, Der Hund, den Nino nicht hatte, Bohem Verlag 2015 € 14,95

Mit großen, unglaublichen Bildern und wenigen präzisen Sätzen, wird die Geschichte von Nino erzählt. Nino ist einsam, denn sein Vater ist weit weg. "Der Hund den Nino nicht hatte" ist sein imaginärer treuer Freund. Er spielt mit Nino und tröstet ihn, wenn er weinen muss. Die Geschichte zeigt, wie Nino es schafft,  mit seiner Vorstellungskraft seiner Einsamkeit entgegen zu wirken. Während der Text Fantasie und Realität klar auseinander hält, vereinen sich diese im Bild zu einem beeindruckenden Werk für das kindliche und Erwachsene Auge. Emotional, ein wenig düster und traurig, aber auch fantasievoll und glücklich, bleibt dieses einzigartige Bilderbuch lange in Erinnerung.

Tieren in die Augen schauen

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Katie Cotton: Löwen zählen, Verlag Freies Geistesleben 2016 € 19,90

Der Löwe auf dem Cover hat magische Anziehungskraft. Man schaut ihm tief in die Augen, gefangen von seinem milden Blick, der doch keine Widerworte duldet. Jedes Haar seiner Mähne ist mit Akrbie gezeichnet, einer schwarzweiß Fotografie auf den flüchtigen Blick täuschend ähnlich. Auf einen Löwen folgen zwei Affen und drei Giraffen, drei Tigerbabys schmiegen sich an ihre Mutter. Vier also. Doch der familiäre Schein trügt. Der Tiger und die Gorillas oder äthiopischen Wölfe zählen zu den stark gefährdeten Tierarten. Nur 500 dieser drahtigen Wölfe leben noch in freier Wildbahn. Sie sind vom Aussterben bedroht. So ist dies nicht nur ein beeindruckendes Zähl- und Tierbuch für Kinder. Neben dem poetischen Sprachgenuss bietet es nachdenkliches und Erzählenswertes über diese Fliehenden und Reisenden, Kämpfer und Wanderer, die Unzertrennlichen und nicht zuletzt den König der Tiere.

 

Zebra unter Römern

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Gary Northfield: Julius Zebra - Raufen mit den Römern, cbt 2016 € 10,99

Wer kennt ihn nicht? Julius Zebra! Ein junges, cooles Tier, dass man nur selten an Schlammlöchern antreffen wird: zu schlammig, zu stinkig, zu viele Krokodile. So kommt es, dass Julius Zebra unbemerkt von seiner Herde ausgerechnet im Beissein eines Warzenschweines von den Römern direkt nach Rom ins Colosseum entführt wird und als Gladiator in der Arena kämpfen soll. Es findet viele neuen Freunde, aber auch Feinde bleiben nicht aus. Vor allem die vielen Bilder bringen Witz und Genuss. An diesem Buch hat man die ganze Grundschulzeit seinen Spaß! Nicolas, 10 Jahre & Kristof, 12 Jahre

Autorin mit Katzenallergie

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Wir trafen die Frau, die anfangs nur ein einziges Buch über Katzen schreiben wollte: Erin Hunter, alias Victoria Holmes

Bücherfresser: Wir haben gehört, dass sich hinter dem Pseudonym Erin Hunter drei Schreiberinnen verbergen. Ist es sehr schwierig zu dritt an einem Buch zu arbeiten? Erin Hunter: Nein, ist es nicht. Es war meine Idee und ich schreibe die Bücher auch selbst. Nur wenn ich keine Zeit habe, schreiben die anderen beiden mit. Sie arbeiten sozusagen für mich.
BF: Wie kamen sie dazu Warrior Cats zu schreiben? EH: Der Verlag fragte mich ob ich nicht ein Buch über Katzen schreiben wolle, also habe ich das getan. Dabei habe ich eine Katzenallergie. Eigentlich wollte ich nur einen Band schreiben, aber der Verlag wollte mehrere. Kate und Cherry haben auch gesagt es sei so toll, da habe ich weiter geschrieben, und weiter und weiter ...

Eine richtige Familie!

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Ulrich Hub: Ein Känguru wie du, Carlsen Verlag 2015 € 12,99

Eine richtige Familie! Nichts sehnlicher wünschen sich der weiße Tiger Pascha und der schwarze Panther Lucky. So träumen sie vom Sieg beim Zirkuswettbewerb und von der Prinzessin für ihren Dompteur, bis sie erfahren, was wohl auf der Hand liegt: Ihr Dompteur mag nur Männchen. Ob da dann das Känguru aus dem Boxclub der Richtige ist? Eine großartige Nummer in einfach komplizierten Familienangelegenheiten.

Für Furchtlose

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Kenneth Oppel: Das Nest, Dressler 2016 € 12,99

Oppels thematisches Spektrum ist groß und er vermag jedes Mal von Neuem zu überraschen. Nach einem Wespenstich träumt Steve regelmäßig von der Wespenkönigin, die ihn in ihr Nest lockt und ihm erzählt, seinen kranken Babybruder gegen einen neuen, gesunden Bruder zu ersetzen. Noch hängt er verpuppt in den Waben des Nestes und sieht zum Fürchten aus. Im Traum verspricht Steve der Königin zu helfen, denn er seht sich nach Normalität, in der Realtät versucht er, diese Träume loszuwerden und mit der schwierigen Familiensituation klar zu kommen. Das gruselige Szenario von kindlicher Verarbeitung eines Traumas packt von der ersten Seite und läuft um großen Showdown auf, bei dem am Ende alles gut wird. Nichts für schwache Nerven!

Tierischer Mut

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nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2017, Kinderbuch

Taran Bjornstad, Christoffer Grav: Der Krokodildieb, Beltz&Gelberg 2016, € 12,95

Odd ist ein Träumer mit den klassischen Attributen eines Außenseiters: klein, pummelig, Brille. Bei einem Klassenausflug ins Aquarium kommt ihm die Idee, sein Stoffeichhörnchen "Nussi" gegen den kleinen Kaiman "Zack" zu tauschen. Das echte Krokodil von 60cm Länge landet in seinem Rucksack und dann unter seinem Schrank. Reich illustriert mit gekonntem Blick für ungewöhnliche Szenen und besondere Perspektiven von Klein zu Groß läd dieses Buch zum Lesen ein und hat etwas Besonderes.

Nur ein einziger Tag

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Martin Baltscheit, Nur ein Tag, Dressler Verlag €12,99

Eines Tages werden Wildschwein un Fuchs Zeugen davon, wie eine süße kleine Eintagsflige schlüpft. Doch, wer sagt ihr das sie nur einen Tag leben kann? Weil sich beide nicht trauen, behaupten sie, der Fuchs müsste bald sterben, doch da hat die kleine Fliege schon eine Idee: Sie werden den Tag auskosten, das heißt nur noch Dinge tun die der Fuchs mag oder noch nie erlebt hat, z.B. Hochzeit, Geburtstag und eine letzte Hühnerjagd. Das Buch ist sehr lustig, doch es betrifft auch das ernste Thema Tod. Ich würde es für achtjährige zum Selberlesen oder auch als Vorlesegeschichte empfehlen, denn dieses Buch ist trotz Traurigkeit ein ziemlich gutes, schönes Buch.

Affenbruder

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Kenneth Oppel, Affenbruder, Beltz & Gelberg 2015 € 17,95

Das Buch zeigt, dass Schimpansen den Menschen sehr ähnlich sind, man sie aber nicht zu Menschen machen kann. Es geht um eine Familie, die ein Schimpansenbaby aufnimmt, um ihm die Gebärdensprachen beizubringen. Im Rahmen dieses wissenschaftlichen Projektes helfen der Familie Studenten. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Ben erzählt. Er ist der Sohn von Dr. Richard Tomlin und Susan Tomlin. Seine Eltern sind Wissenschaftler. Am Anfang findet Ben es doof, dass seine Familie das Affenbaby Zen aufgenommen hat, weil sie dafür umziehen mussten. Ben lernt den Nachbarsjungen Tim kennen und möchte mit ihm auf die staatliche Schule gehen. Doch sein Vater überredet Ben auf eine Privatschule zu gehen, auf der auch die Kinder von Richards Chef Godwin sind. Ben und seine Mutter mögen Zan gerne, derweil das Affenbaby für den Vater immer nur ein wissenschaftliches Projekt bleibt. Zan wird älter, größer, stärker und immer agressiver und der Vater entscheidet, dass Zan weg muss. Der Affe wird zu Jack Helson gegeben, der auf seine Farm andere Schimpansen hält. Helson will Zan gegen Geld an eine biomedizinische Stiftung verkaufen, die Tierversuche macht. Ben versucht Zan mit Hilfe von seiner Mutter, Tim und dem Studenten Peter zu befreien. Das Buch zeigt auch, dass Tiere oft als Versuchskanninchen gebraucht werden, obwohl man das eigentlich nicht machen sollte. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Elli, 11 Jahre

Winterpferde

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Philip Kerr, Winterpferde, Rowohlt 2015 € 16,99

Das Buch spielt im Zweiten Weltkrieg im Jahr 1941 in der Ukraine. Es geht um ein jüdisches Mädchen names Kalinka. Kalinka ist aus Dnipropetrowsk geflohen, wo ihre Familie von Deutschen getötet wurde. Sie gelangt u de Naturreservat Askania-Nova, wo der Tierpfleger Max als Einziger geblieben ist, nachdem die deutschen SS-Truppen das Reservat eingenommen haben und als Stützpunkt benutzen. Max liebt Tiere sehr. Vor allem mag er aber die Prezwalski Pferde. Sie sind sehr seltene, schlaue und scheue Urpferde, vor denen Max großen Respekt hat. Kalinka versteht sich gut mit den Pferden. Aber eines Tages werden einige Pferde von den Deutschen erschossen. Kalinka kann sich mit dem Leithengst Temüdschien und der Stute Börte retten. 

Bei Großvater in der Steppe

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nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis Kinderbuch 2007

Xavier-Laurant Petit, Steppenwind und Adlerflügel, dtv € 6,95

Galshan wohnt mit ihren Eltern in einem  kleinen Wohnblock und ist dort einigermaßen glücklich. Doch eines Tages erfährt sie, dass ihre Mutter schwanger ist und sich bis zur Geburt schonen muss. Ihr Vater schickt sie zu ihrem Großvater in der mongolischen Steppe. Der Nomade zeigt ihr was man alles braucht, um im Winter in der Mongolei zu überleben. Sie lernt reiten, bekommt einen Adler und langsam findet auch sie Gefallen an ihrem "Urlaubsort". Doch ausgerechnet jetzt  kommt "der weiße Tod", einer der schlimmsten und gefürchteten Schneestürme. Sie werden eingeschlossen und mit der Zeit wird ihre Situation immer dramatischer... Das Buch ist ernst, aber trotzden wunderschön und brillant geschrieben. Spannend ist es auch und ich empfehle es sehr!

Wahrheitssuche

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Ulrich Hub, Füchse lügen nicht, Carlsen Tb 2016  5,99

Fünf Tiere: zwei Schafe, ein Affe, eine Gans, ein Tiger und ein Panda, warten seit drei Tagen auf ihren Flug. Die Schafe wollen zu ihren Eltern nach England, der Affe muss zum Tabletten testen in ein Krankenhaus, die Gans hat den Abflug des Schwarms in den Süden verpasst, der Tiger muss zu einem Filmstudio und der Panda soll in einen Zoo für ausgestorbene Tierarten. Es scheint als wären sie allein am Flughafen, außer dem Hund vom Wachdienst, der regelmäßig nach ihnen schaut. Doch als ein Fuchs durch die Lüftungsanlage kommt ist die Langeweile futsch. Nach einer Party mit erbeuteten Proviant aus dem „Duty Free“ Shop freundet sich der Hund mit dem Fuchs an. Doch als die Reisepässe verschwinden werden die Tiere misstrauisch. Ein sehr lustiges tierisches Abenteuer von dem Autor der „Arche um Acht“. Von mir bekommt es 5 Sterne, weil die Geschichte lustig und spannend erzählt wird.

Interview mit Friedbert Stohner

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Bei unserem ersten Termin auf dem Buchmesse treffen wir den ehemaligen Verlagsleiter des Hanser Kinderbuch Verlages und Autoren Friedbert Stohner.

Bücherfresser: Wenn Sie zehn Jahre in die Vergangenheit reisen könnten, würden Sie dann irgendetwas in Ihrem Leben ändern wollen? Friedbert Stohner: Nein. Wenn ich etwas ändern wöllte, würde ich denken, dass ich mein Leben in den Sand gesetzt hätte.
BF: Von damals auf heute geblickt: Was hat sich verändert? FS: Die Leser haben sich verändert und Bücher sterben schneller.
BF: Sie haben zwei Bücher mit Tieren als Hauptfiguren geschrieben. Wie kamen Sie auf die Idee? FS: Ich war im Zivildienst. Da hat ein Professor gefragt, ob jemand die Versuchhamster nehmen möchte, die sonst als Futter geendet wären. Ich haben einen mitgenommen. Nach einiger Zeit kam mir die Idee und ich habe "Ich bin hier bloß der Hamster" geschrieben. Bei dem Ponybuch hat mich der Verlag gefragt. Am Anfang wollte ich nicht, aber dann habe ich es doch geschrieben.
BF: Sind Sie selber mal geritten? FS: Ja, ein Freund hat mich mal mitgenommen, aber Spaß hat es mir nicht gemacht. Ich fand es aber interessant mal aus der Sicht des Tieres zu schreiben.
Danke für das Gespräch.

Gestreifte Toleranz

Orths, Zebra

Markus Orths, Das Zebra unterm Bett, Moritz Verlag 2015 € 9,95

Ein Zebra ist doch ganz normal
Bräuninger ist ein kluger Kopf. Das kletterbegabte Zebra spielt das Frage-Antwortspiel in der Schule so selbstverständlich wie es Nutellabrote verspeist. Hannas erste Begegnung mit dem Zebra unter ihrem Bett ist lakonisch, wie wir es von fantasiebegabten Kindern kennen. Der Leser aber wird von Seite zu Seite neugieriger, denn für ein Erstlesebuch eröffnet sich ein erstaunliches Sujet. Hanna ist neu in der Stadt und wird, dank Bräuninger, zum ersten Mal nicht von ihren Vätern zur Schule gebracht. Richtig:
„Besser man hat zwei Väter als nur eine Mutter“erklärt es Hanna dem Zebra. „Das heißt homosensationell“.
Mutig machen die beiden sich auf den Weg. Orth bespielt das Thema mit vertrauter Leichtigkeit, die ein Erstlesebuch verlangt, und würzt mit Witz und Gefühlen um Freundschaft und Vertrauen. Am Ende steht Hanna am Anfang einer neuen Freundschaft und die Leserin hat das seltene Gefühl ein Erstlesebuch unerhört leidenschaftlich verschlungen zu haben. Geht doch!