Feuer gegen Eis

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Feuer gegen Eis

Elly Blake, Fire & Frost - Vom Eis berührt, Ravensburger 2018l €17,00

Wenn Feuer gegen Eis kämpft, wenn die letzte Fireblood, in deren Körper die Hitze brennt, den Frostbllodkönig bekämpfen und seinen Eisthron zerstören soll, dann fragt sich der Leser wähend der gesamten Geschichte, wer von beiden am Ende siegen wird. Ein großartiges Fantasydebüt von Elly Blake, die eine gnadenlose, fast schon marzialische Welt erschaffen hat, in welcher ihre Protagonisten von vielen Geheinissen umrankt sind, und in der die unmögliche Liebe zwischen einer Fireblood und einem Frostblood möglich wird.

Fabelmächtig fabelhaft

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Kahtrin Lange: Die Fabelmacht-Chroniken, Arena Verlag 2017 € 18,00

Die Fabelmachtchroniken sind für mich ein Highlight bei den Herbstneuerscheinungen im fantastischen Jugendbuch. Die Geschichte hat es geschafft, mich beim Lesen immer wieder zu überraschen. Die Autorin hat Paris als Schauplatz gewählt und führt auf die Dächer der Stadt, auf Friedhöfe und in Katakomben, wobei sie der Handlung einen lebendigen und realen Rahmen gibt. In Paris leben die Fabelmächtigen, da sich nur dort die Gabe zeigt: was sie mit Stift auf Papier bringen, wird wahr. Diese Gabe kann auch gefährlich und missbraucht werden, darum haben sich viele Fabelmächtige als eine Gemeinschaft in die Tiefen der Stadt zurückgezogen und der Gabe abgeschworen. Mila weiß von all dem nichts, vor allem nicht, dass ihre Mutter eine Fabelmächtige ist und sie die Gabe auch in sich trägt.  Erst als sie aufgrund eines Streites mit ihrer Mutter ausgerechnet nach Paris zu einer Freundin abhaut, beginnt die Geschichte, eine Geschichte, die schon längt geschrieben wurde: von dem Fabelmächtigen Nicholas, einem Jungen, der ebenfalls lange nichts von seiner Gabe wusste und nun mit aller Macht versucht, dass seine geschriebene Geschichte nicht wahr wird, denn er wird in seiner Geschichte sterben. Doch die Geschichte lässt sich nicht umschreiben. Verschiedene Menschen werden Mila zur Seite stehen, werden versuchen, ihr zu helfen und sie zu beschützen. Doch selbst Mila kann ihre Gabe nicht dazu nutzen, den Tod Nicholas in einer neuen Geschichte umzuschreiben...
Eine dramatische Liebesgeschichte, eine Tragödie voller unerwarteter Wendungen, die zum Teil an sehr düsteren Orten spielt, und bis zuletzt die Spannung hochhält. 

Pakt mit dem Teufel?

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Jenny-May Nuyen: Nacht ohne Namen, dtv € 16,95

Ein spannender Fantasy Roman, der mich von Anfang an gefesselt hat. Es geht um das Mädchen Nicki, deren Freund Canon eines Tages verschwindet. Auf seiner Spur macht sie Bekanntschaft mit Traumdeutern, Besessenen und Dämonen. Sie schließt ausversehen einen Pakt mit dem Inkubus Jucitell Tallis. Kann sie trotz vieler Gefahren Canon finden?

Verliebt in Geist oder Körper?

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David Levithan: Letztendlich sind wir dem Universum egal, Fischer TB € 9,99

In dem Buch „Letztendlich sind wir dem Universum egal“ geht es um eine Seele, die jeden Morgen in einem anderen Körper aufwacht. Sie nennt sich „a“ und das tägliche Wechseln der Körper ist bereits so, seitdem sie denken kann. Eines Morgen erwacht die Seele im Körper von Justin, ein nicht sehr sympathischer Junge. In der Schule trifft er als Justin auf dessen Freundin Rhiannon und verliebt sich dabei in sie. Die beiden beschließen, die Schule zu schwänzen und ans Meer zu fahren. Die Seele weiß, dass Justin seine Freundin oft schlecht behandelt und vernachlässigt, doch an diesem Tag ist Justin Rhiannon gegenüber deutlich netter.
In dem Buch stellt sich die Frage: Besteht Liebe nur aus der „Seele“, also dem Charakter, oder auch zwingend aus dem Aussehen?
Fazit: Ich finde das Buch sehr faszinierend, da eine andersartige Form von Erzählung im Gegensatz zu ansonsten üblichen Geschichte gewählt wurde. Es bleibt für den Leser durch die unterschiedlichen Perspektiven der Seele abwechslungsreich und spannend. Außerdem gelingt es dem Erzähler mit dem Schluss des Buches zu überraschen.

Mehr als nur ein Realityspiel

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Deana Zinßmeister, Das Auge von Licentia Arena Verlag 2017 €15,00

In diesem ersten Jugendbuch von Deana Zinßmeiste, die als Autorin von historischen Büchern bekannt ist,  wird viel Stoff geboten, der den Leser von Jugendfantasy für das Buch einnehmen könnte: ein mittelalterlich anmutendes Setting, zwei Protagonisten, die aus verfeindeten Dörfern stammen und sich verlieben, die Geschichte verpackt in eine Realityshow der heutigen Zeit, verfolgt von Millionen von Zuschauern an ihren Bildschirmen u.a. Dank modernster Drohnentechnik, und gewissenlose Regisseure auf der Jagd nach möglichst vielen Likes der Fans.

Licentia ist ein mittelalterliches Dorf, in das die ersten Bewohner per Casting eingezogen worden sind. Die älteren Bewohner sprechen davon, dass sie dem Wahnsinn draußen in der Welt entkommen wollten, dass sie sich von Konsum, Technik und der Schnelllebigkeit bewusst zurückgezogen haben. Die zweite Generation, deren Kinder, weiß nichts mehr von einer Welt draußen, lebt darum umso authentischer vor, was der Zuschauer gern sehen will.

Die fünfzehnjährige Jonata, eine taffe Jägerin mit der Armbrust, trifft bei einer Wildschweinjagd auf Tristan, einen Wolfsbanner, der aus dem verfeindeten Dorf kommt. Beide fühlen sich überraschend zueinander hingezogen und werden sich trotz der eigenen Vorbehalte wiedersehen. Damit setzen sich beide über den elterlichen Gehormsam hinweg. Der Zuschauer hat Jonata, die nichts davon weiß, dass sie adoptiert wurde, schon lange  zu seinem Liebling erkoren, und darum soll die Liebesgeschichte auch auf die Bildschirme.
Die Show gerät etwas aus dem Ruder, nachdem bei der zehnjährigen Jubiläumsfeier in Licentia der Name Jonata aus der Kiste derer gezogen wird, die den "Drachenmenschen" hinter den Bergen geopfert werden soll. In Wirklichkeit wird dieser Jugendliche lediglich die Show verlassen und ins Jahr 2017 zurückkehren. Tristan bringt Jonata in sein Dorf in Sicherheit, und die Showmaster müssen reagieren. Doch anders, als der Leser des Buches im ersten Moment erwartet. 

Die Spannung ist von Anfang an da, aber mir persönlich kommt die Geschichte aber leider ein wenig zu konstruiert vor. Es werden viele Figuren und Erzählstränge eingeführt, die (noch) in der Luft hängen bleiben. Das Leben in Licentia fühlt sich allerdings sehr authentisch an, was sicher damit zu tun hat, dass die Autorin von historischen Büchern sich hier auf vertrautem Terrain bewegt.

Buchmagie im London des 19. Jahrhunderts

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Kai Meyer: Die Spur der Bücher, Fischer Verlag 2017 € 19,99

London im 19. Jahrhundert: Mercy Amberdale ist eine jener, die mit der Kraft der Bücher Magie wirken können, die Bibliomantik. Doch sie hat diesen Fähigkeiten nach traumatischen Ereignissen abgeschworen. Als ein Buchhändler und alter Freund ihres Vaters auf mysteriöse Art mit genau jener Kraft der Bibliomantik ermordet wird, geht Mercy dem Fall mit ihren Freunden Tempest und Philander nach. Ohne es zu wollen, wird sie immer tiefer in die Sache verstrickt und deckt dabei mehr, als nur einen Mord auf.