Boie_Dinge

Kirsten Boie, Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen, Oetinger Verlag 2013 € 12,95

In ihrem neuen Buch „Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen“ schildert Kirsten Boie die Lebensgeschichten von verschiedenen Kindern aus Swasiland, die alle schnell erwachsen werden mussten, weil sie ihre Eltern durch AIDS verloren haben. Durch die Kürze der Geschichten kann nicht ganz so genau auf die Charaktere der einzelnen Kinder eingegangen werden, aber man erkennt trotzdem die wichtigsten Charakterzüge, vor allem dadurch, wie wer mit der jeweiligen Situation umgeht. Alle Kinder haben meist keine Idee davon, dass sie auch ein besseres Leben haben könnten. Sie alle kümmern sich, wie selbstverständlich, um jüngere Geschwister und Großeltern und haben viel Verantwortung. Kirsten Boie ist nach Swasiland gereist und hat verschiedene Familien besucht, die Kinder gibt es alle wirklich, genauso wie die etwaigen Lebensumstände, nur die Geschichten sind manchmal erfunden. Jede einzelne Geschichte hat eine etwas andere Sprache, bei der ersten Geschichte wird zum Beispiel bewusst vermieden, dass das Subjekt am Anfang steht, dadurch wird man gezwungen langsamer und genauer zu lesen. Außerdem werden wichtige Dinge wie eine Formel öfters wiederholt, das ist poetisch und hinterlässt einen noch tieferen Eindruck. An sich sind die Geschichten erschreckend, man weiß einfach nicht so viel über Swasiland, in dem die meisten Menschen mit HIV infiziert sind. Die Landschaften und Orte sind nicht sehr viel beschrieben, aber in jeder Geschichte ein bisschen, sodass man es sich trotzdem vorstellen kann. Die Farben des Covers finde ich zwar nicht sonderlich schön, aber eigentlich passen sie ganz gut zu Afrika. Gut gefällt mir, dass der Titel „Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen“ an der Stelle vom Mund steht. Mich würde interessieren, für welches Alter dieses Buch gedacht ist, da Kirsten Boie zwar sehr feinfühlig schreibt, aber die Geschichten an sich sind traurig und erschütternd.