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Die Bilder ihrer Bilderbücher sind aus Stoff. Bis zum 12.2.2016 kann man die Originale im Buchpalast bestaunen und befühlen! Als Ruth Feile bei uns zu Gast war, flogen die Stofffetzen, denn jedes Kind durfte sich mit aufbügelbaren Stoffmotiven rund um Rosi und Butz eine eigene Tasche gestalten. Dank des fleißigen Einsatzes einiger Bücherfresser wurden an den Bügelstationen keine Finger mit angebügelt und manche Taschen bekamen noch Knöpfe und Borten. Geschichten, Bücher und Stoffe harmonierten wunderbar und am Ende ging es mit gefülltem Beutel heim. Ein herzliches Dankeschön an Ruth Feile, die für die gute Laune im Gewusel unserer kleinen Gemächer sorgte, für das üppige Bastelmaterial und die tollen Ideen, was sich alles daraus zaubern lässt.

Das Bärenkind Butz trägt Opas Bademantel. Rosi ist aus einem Frottierhandtuch geschnitten und Oma Bär ist aus einer dicken Jacke gemacht. Die Welt von Familie Wutz und Butz ist genäht, gesteppt und gestickt. Der Betrachter hat den Impuls, darüber zu streichen, die Perlen, Borten und Knöpfe zu spüren, die Applikationen und unterschiedlichen Stoffmaterialien zu fühlen. Beim Duschen hängt Papa Bär sein Fell an den Bügel, Wasser rinnt in unzähligen Perlen aus der Brause, Licht leuchtet Stich für Stich. Die eigenen vier Wände bilden den Hintergrund für diese Familiengeschichte aus der Mitte des Kleinkindalters. „Trödel nicht, Butz!“ sagt die große Wutz mindestens sechsundzwanzigmal. Einige Fragezeichen und ebensoviele Ausrufezeichen im Text mit seinen strahlend klaren, knappen Worten, das ist im Umgang mit Kindern normal. Bald kommt die klitzekleine Rosi dazu. Im großen Familienbett ist noch Platz. Selbst wenn Papa Bär sich Rosi manchmal etwas leiser wünschen würde und Butz Rosi gern etwas größer hätte, ist es schön, dass sie nun zu viert sind. In der Weihnachtszeit schläft Papa Bär im Stehen ein, Wutz hat furchtbar viel zu tun und Butz und Rosi spielen schon alleine. Der Nikolaus füllt Stiefel mit süßen Sachen, die Butz und Rosi in einem Zug aufessen, bald kommt Oma und dann ist fast schon Weihnachten. Ein Tag, so schön, dass Wutz und Butz keinesfalls ins Bett gehen wollen, bis dass die Nacht sie ganz und gar umhüllt, mit ihren blau in blau gestickten Träumen. So klar und behütet aus Butz Perspektive heraus die Geschichten erzählt sind, immer bergen sie auch einen feinen Witz, der Vorleser schmunzeln und am Ende vor Zufriedenheit leise seufzen lässt.