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Johannes Herwig: Bis die Sterne zittern, Gerstenberg Verlag 2017 € 14,95

Wild, bunt, rebellisch – Johannes Herwig erzählt von den "Leipziger Meuten", einer jugendoppositionellen Bewegung im Dritten Reich. Eine eigene Meinung haben, sich nicht anpassen und das Leben feiern –  auch in der Zeit des Nationalsozialismus gab es Jugendliche, die frei sein wollten und sich dem Zugriff der Nazis entzogen. Der Leipziger Autor Johannes Herwig erzählt in seinem neuen Jugendroman Bis die Sterne zittern  mitreißend von den sogenannten "Leipziger Meuten". Sie sind der ermutigende Beweis, dass nicht alle ihre Menschlichkeit für eine Ideologie aufgaben. Als Zeitzeuge berichtet der inzwischen in München lebende Kurt Wilsdorf von seiner aufregenden Zeit bei den „Leipziger Meuten“. Die lebhaften und neugierigen Bücherfresser werden mit Autor und Zeitzeuge ins Gespräch gehen. Wir freuen uns über alle Zuhörerer und Beiträge, Jung & Alt.

Eintritt € 5.- Um Anmeldung wird gebeten.

Jugendlicher Widerstand zur Zeit des Dritten Reiches in Leipzig, darüber wissen wir wenig bisher, denn in der DDR wurde dazu nicht geforscht. Johannes Herwig präsentiert in seinem packenden Zeitportrait die "Leipziger Meuten", Jugendgruppen, die sich von Straße zu Straße in kleinen Gruppen organisierten. Sie traten nicht der HJ bei. Sie trugen ihre Unabhängigkeit in weiten, weißen Hemden und Lederhosen zur Schau. Sie sabotierten im Kleinen, die Bekanntmachungskästen politscher Parolen der NSDAP an der Straße zum Beispiel, und tauschten diese  gegen eigene Flugblätter aus.  Sie hielten stand, sie lebten und liebten und verteidigten ihre eigene Meinung auf Straße in so manchen Auseinandersetzungen mit der HJ. Sie gehörten nicht, wie die Edelweißpiraten, ausschließlich der Arbeiterklasse an. Sie waren ein bunter, mutiger Haufen, quer durch alle Schichten. Ein lesenswerter Roman zu einem, in der Jugendliteratur bisher noch nicht präsentierten Thema. Katrin Rüger

 

»Der Roman veranschaulicht überzeugend den Widerstand gegen ein unmenschliches Regime und den Mut von Jugendlichen, sich anders zu verhalten.« Paul-Maar-Preis 2017, Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur

 

© privat
Johannes Herwig, * 1979 in Leipzig, Connewitz, wusste schon als Kind genau, was er wollte: Schreiben. Zunächst studierte er Soziologie und Psychologie und gründete die Filmgalerie Phase IV in Dresden, bevor er sich seiner Berufung widmete und die Arbeit an seinem Roman über die Leipziger Meuten begann.