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Lutz van Dijk: Verdammt starke Liebe, Quer Verlag, € 9,90

In "Verdammt starke Liebe" erzählt Lutz van Dijk die wahre Geschichte von Stefan K. und Willi G., einem polnischen Jugendlichen und einem wenig älteren jungen Wehrmachtsoldaten, die sich in Polen kennen und lieben lernten. Lutz van Dijk erzählt fesselnd von Heimlichkeiten, Begehrlichkeiten und Sehnsüchten, eben allem, was eine wunderbare Liebesgeschichte ausmacht. Sie entbrennt einfach, egal welche Hürden sie nehmen muss. Nach § 175 wurden homosexuelle Handlungen verfolgt und mit Zuchthaus oder auch Schlimmerem bestraft. Als Willi G. an die Front versetzt wird, endet ihre Beziehung zunächst. Ab dann gibt es kein Lebenszeichen. Schließlich schreibt Stefan an Willi einen Brief, der zum Verhängnis wird...
Stefan K. wird mit 17 Jahren nach  § 175  verurteilt und überlebt mehrere Staftlager nur knapp. In seinem späteren Leben wird er über seine Homosexualität, das Erlebte schweigen, bis er sich, bei verschlechterndem Gesundheitszustand, Hilfe von Deutschland erhofft. Wiedergutmachung für erfahrenes Leid hat er nie erfahren. Er schreibt an Bundeskanzler Helmut Kohl und bittet um Geld für eine dringend erforderliche Operation... .
In "Endlich den Mut...." versammelt Lutz van Dijk Briefe von Stefan Kosinski seit dem Erscheinen von Verdammt starke Liebe 1991. Er brach sein Schweigen und reiste im Alter sogar nach Amerika, um vor jungen Menschen über das erfahrene Leid zu sprechen. Lutz van Dijk begleitete Stefan K. bis zu seinem Tod und machte ihm immer wieder Mut, zu erzählen. Er zeichnete seine bewegende Lebensgeschichte auf, der wir uns an diesem Abend in Briefen, Romanpassagen und und einem Filmdokument annähern wollen.

Michael Weiss wird diesen Abend am Cello begleiten.

Eintritt 5€. Um Anmeldung wird gebeten.

Lutz van Dijk, geboren in Berlin, deutsch-niederländischer Schriftsteller, zuerst Lehrer in Hamburg, später Mitarbeiter im Anne-Frank Haus in Amsterdam, lebt seit ueber 15 Jahren in Kapstadt, wo er Mibegründer der Stiftung HOKISA ist, die Kindern und Jugendlichen, die mit HIV/Aids leben und keine Eltern mehr haben, in einem der aermsten Townships bei Kapstadt ein Zuhause gibt. Sein literarisches Schaffen umfasst Themen zur Geschichte und Gegenwart Afrikas (er laesst insbesondere Kinder und Jugendliche Suedafrikas zu Wort kommen),  ebenso Lebensgeschichten juedischer Jugendlicher aus der Zeit des  Nationalsozialismus und von Jugendlichen, die sexuellen Minderheiten angehören.
Foto: Thomas Hosemann
Michael Weiß spielte am Genfer Conservatoire in der Meisterklasse von Prof. Daniel Grosgurin, die er 1992 mit dem Premier Prix de Virtuosité abschloss. Mit der georgischen Pianistin Rusudan Alavidze gewann er 1995 den ersten Preis der Kammermusik-Meisterklasse von Prof. Gui-Michel Caillat. Das Duo Alavidze/Weiß spielte seitdem zahlreiche Konzerte in Deutschland, der Schweiz und Israel. Michael Weiß konzertiert seit 15 Jahren regelmäßig mit dem Trio D’Accord. 12 Jahre war er Mitglied der Cello Mafia, einer fünfköpfigen Musik-Comedy-Gruppe.