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Bette Westera: Omas Rumpelkammer, Susanna Rieder Verlag, August 2017 € 16.-

Wer kennt es nicht, da rumpelt mal was aus dem Hirn raus. Gedanken gehen verloren. Oder vergessen. Und in einem anderen Zusammenhang taucht das Verlorene dann wieder auf. Wie ein altes Puzzleteil. Jeder vergisst doch etwas, befindet Sophia. Sie liebt die Omatage, an denen sie mit ihr zusammen im alten Gästezimmer in Kartons nach Schätzen und Erinnerungen stöbern darf. Da finden sich Kartons mit Tassen ohne Henkel und Kartons mit Henkeln ohne Tassen, perfekt geeignet für das Museumsspiel und Geschichten aus alter Zeit. In Omas Rumpelkammer steht auch ihr Besuchsbett. Ganz durchgelegen und vertraut ist es, mit einer Kuhle in der Mitte. Wen stört es, wenn bei Oma an Weihnachten mal zwei Truthähne auf dem Küchentisch liegen. Oder mal keiner. Warum machen sich ihre Eltern solche Gedanken und glauben gar, dass Oma für Sophia bald nicht mehr sorgen kann? Literarisch meisterhaft spielt Bette Westera mit wenigen Requisiten und Räumen und erzeugt mit ihnen eindringliche, verständliche Bilder für das schleichende Nachlassen der Verstandeskraft. Aus dem Blickwinkel des Kindes heraus vermag die Autorin darüber hinaus, respektvoll die Stimme aller Beteiligten achtend, von der schwierigen Auseinandersetzung zwischen der Verantwortung der Eltern für Oma und Omas unbeugsamer Ignoranz zu erzählen. Eine großartige Generationengeschichte. Ein kleines Meisterwerk der Kinderliteratur.

 

Erstes Kennenlernen mit Bette Westera auf der Frankfurter Buchmesse 2016

Die niederländische Autorin Bette Westera wurde 1958 in Gelderland (NL) geboren und  hat über 30 Kinder-und Jugendbücher geschrieben von denen nur wenige in Deutschland bekannt sind. "Überall und Nirgends" wurde mit dem goldenen Griffel ausgezeichnet.