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Mittwoch, 11.3.15 Um mich schon mal ein bisschen in meine Rolle für unsere Bühnenshow „einzufühlen“, habe ich mir am Münchner Hauptbahnhof bei Starbucks eine heiße Schokolade geholt – auf den Namen Mae! Prompt wurde mir zu diesem wunderschönen Namen gratuliert und ein Herzchen auf den Becher gemalt. Auf der Zugfahrt nach Leipzig waren Fabian, Ferdi, Katrin und ich dann mehr oder weniger fleißig und haben das Nötigste für Schule bzw. Buchladen getan.leipzig15 Kaum verließen wir den Leipziger Bahnhof, wir hatten noch nicht mal die erste Kreuzung überquert, wären wir beinahe von zwei Fahrradfahrern über den Haufen geradelt worden. Allerdings sind die Busfahrer im Gegensatz zu den rasanten Drahteselbesitzern in Leipzig sehr nett und hilfsbereit. An der Haltestelle hatte ich noch ein kleines Aha-Erlebnis, gegenüber liegt nämlich Auerbachs Keller, den nach Faust einfach jeder Elftklässler sofort erkennt. Thomaskirche und Rathaus haben wir ebenfalls im Vorbeigehen gesehen, der Höhepunkt des Tages war aber eindeutig die Buchstabensuppen-Party bei Klett Kinderbuch!!! Ferdi, Fabian und ich sind davor noch nie auf einer Verlags-Party gewesen, aber wir haben Katrin schon überzeugt, dass sie uns öfter mal mitnimmt. Es war total spannend so viele neue Leute zu treffen, die alle irgendetwas mit Kinder-oder Jugendliteratur zu tun haben! Bei Kinderbuchautoren habe ich immer das Gefühl, man würde alte Bekannte wiedertreffen. So ging es uns auch mit dem „Maulwurfkönig“ bzw. „Scheiß-Maulwurf“ (Fabians Formulierung) Werner Holzwarth, der das Kinderbuch „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“ geschrieben hat. Er spielt seit 35 Jahren Kicker und wäre er kein Autor, wäre das bestimmt eine solide Berufsalternative! Den restlichen Abend haben Ferdi, Fabian und ich also begeistert mit dem Maulwurf gekickert, in wechselnden Teams mit wechselndem Erfolg. Ein einziges Mal gelang es uns, ihn zu besiegen! Ferdi und ich hatten eigentlich bloß gehofft, wenigstens ein Tor zu machen, aber plötzlich hatten wir gewonnen. Der Maulwurf trug es mit Humor und Fassung. Die Zeit verging viel zu schnell und irgendwann mussten wir leider doch zurück ins Hotel und schlafen.

Donnerstag, 12.3.15 Nachdem wir Katrin davon überzeugt hatten, möglichst spät aufzustehen, waren wir alle ganz gut erholt und haben nach dem Frühstück erstmal unseren Präsentation des Circles geübt. Auf der Messe angekommen ging es mit den Proben auch gleich weiter. Trotz allgemeiner Aufregung hat unsere Bühnenshow ganz gut geklappt, auch wenn man als Beteiligter natürlich nie hundertprozentig zufrieden ist. Danach bekamen Fabian, Ferdi und ich endlich unser verdientes Mittagessen. Im Anschluss durften wir Dirk Reinhardt, den Autor von TrainKids interviewen. Es war total spannend von ihm zu hören, wie er nach Mexiko gereist ist und Kinder kennen gelernt hat, die von Südamerika ganz allein durch Mexiko reisen, um illegal in die USA einzuwandern. Ich denke, es lässt sich ganz gut zusammenfassen mit „Tolles Thema, tolles Buch, tolles Gespräch!“. Für eine ausführliche Beschreibung siehe Ferdis Text. Nachdem wir Dirk Reinhardt zurück zum Gerstenberg-Stand begleitet hatten, durften wir noch eine kurze Cover-Diskussion veranstalten, bei der wir verschiedene Möglichkeiten besprochen und abgewogen haben. Wir sind schon sehr gespannt auf das Buch und das endgültige Cover, weitere Details sind aber leider top secret. Nach einem langen Messetag haben wir natürlich als Erstes ans Abendessen gedacht und sind ganz traditionell wie im letzten Jahr ins Brauhaus an der Thomaskirche gegangen. Bevor Katrin ihren gewünschten Russen bekam, musste sie allerdings erst einmal dem Kellner erklären, was das ist und wie man das mischt. Ich wusste gar nicht, dass Katrin so verwirrt schauen kann… Sie hat uns an diesem Abend noch ein zweites Mal überrascht, als sie um neun ins Bett gegangen ist und tatsächlich tief und fest schlafen konnte, obwohl wir drei andern bei hellstem Licht und mit viel Radau bis um ein Uhr früh Quizduell gespielt haben!!! Faszinierend. So eine Bergführer-Ausbildung mit Hütten-Konditionierung hat echt seine Vorteile.

Freitag, 13.3.15 Bevor die Messe geöffnet hat, haben wir schon fleißig an unseren Interview-Texten gearbeitet (Siehe völlig natürliches und ungestelltes Beweisfoto, oben). Unser erster Termin war ein Interview mit Anne Krüger, der Autorin der Allee der Kosmonauten bei Loewe. Dabei entstand ein sehr interessantes und intensives Gespräch über den innerdeutschen Heimatverlust nach dem Fall der Mauer und Möglichkeiten, das in der Literatur umzusetzen (siehe mein Text). Ebenfalls bei Loewe trafen wir Arno Strobel, strobel-schlusstaktden ich schon vom letzten Jahr kannte und der sich noch an uns erinnern konnte. Ob positiv oder negativ sei jetzt mal dahingestellt. Diesmal war sein neuer Jugendthriller „Schlusstakt“ im Fokus, in dem es um eine Castingshow geht. Wir waren schockiert, dass so Vieles, was im Buch vorkommt, der Realität entspricht (siehe Fabians Text). Nach der anschließenden Lesung aus „Schlusstakt“ organisierten Fabian,Ferdi und ich uns unser obligatorisches Buchmessen-Crêpe und dann mussten wir uns leider wieder von der Messe verabschieden und zum Zug. Auf der Rückfahrt haben wir quasi durchgehend UNO gespielt und dabei festgestellt, wofür wir Katrin eigentlich brauchen: Fürs Karten-Mischen und die Kontakte zu Verlagen und Autoren. * Weitere Erkenntnisse waren, dass Fabian wie ein Weltmeister schummelt und prinzipiell die Karten seiner Mitspieler kennt und dass UNO ein höchst kompliziertes, psychologisch anspruchsvolles Spiel ist, bei dem das analytische Denkvermögen gefordert wird! Unsere Mitreisenden waren nach einer gewissen Zeit sichtlich genervt von unserer Begeisterungsfähigkeit und unserem Elan. Nach 5 ½ Stunden hatten sie es überlebt: wir kamen in München an und mussten aussteigen. 

*(und natürlich für noch vielviel mehr!)

Geflügelte Worte:

Fabian/Katrin/Paula: „Der Ferdi hat sich schon wieder im Bad eingesperrt, kann ihn mal einer rausholen???“

Zimmer mieft bei Rückkehr vom Frühstück „Ach deswegen heißt das Say Cheese!!!“

Schaffner beim Betrachten der Fahrkarten (3x Erwachsener, 1x Kind) zu Katrin: „Ah! Sie sind also das Kind.“